Auch wenn die Zahl der mit dem Coronavirus neu Infizierten Menschen und der im Zusammenhang mit Covid 19 gestorbenen Menschen leicht zurückgegangen ist, bedeutet das noch lange keine Entwarnung. © picture alliance/dpa
Coronavirus

5947 Tote in einer Woche – aber: Erstmals geht die Zahl der Corona-Toten zurück

Das ist ein Hoffnungsschimmer: Erstmals seit Ende September ist der Anstieg der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestoppt. Dennoch gibt es noch lange keine Entwarnung.

In den sieben Tagen zwischen dem 11. und 18. Januar wurden dem Robert-Koch-Institut 5.947 Menschen gemeldet, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland gestorben sind. Das ist zwar nach der Vorwoche der bisher zweithöchste Wert, der seit dem Ausbruch der Pandemie vor rund zehn Monaten gemeldet worden ist, aber: Erstmals seit Ende September steigt die Zahl der Corona-Toten nicht mehr gegenüber der Vorwoche, sondern geht zurück.

In der Woche zwischen dem 7. und 14. September wurden in Deutschland 25 Corona-Tote registriert. Seither kletterte die Zahl der Corona-Toten pro Woche nach oben, seit Anfang November in einer extrem steilen Kurve. Eine Ausnahme gab es lediglich in der Weihnachtswoche zwischen dem 21. und 28. Dezember, was aber mit Sicherheit auf Meldeverzögerungen an den Feiertagen zurückzuführen ist.

Noch lange keine Entwarnung

Der bisherige Rekordwert wurde in der Vorwoche, also zwischen dem 4. und 11. Januar mit 6.112 Corona-Toten registriert. Jetzt sind es 159 weniger. Das bedeutet zwar noch lange keine Entwarnung, denn die absoluten Zahlen sind nach wie vor inakzeptabel hoch, aber zumindest scheint das Wachstum zum Stillstand gekommen zu sein. Es deutet sich sogar ein leichter Rückgang an.

Was besonders erfreulich ist und uns ein wenig optimistischer in Zukunft blicken lässt, sind die gemeldeten Daten zu den Neuinfektionen. In den vergangenen sieben Tagen seit dem 11. Januar wurden dem Robert-Koch-Institut 119.635 neue Corona-Fälle gemeldet. Das sind gut 26.000 Fälle weniger als in der Woche zuvor (4. bis 11. Januar), und rund 54.000 neue Infektionen weniger im Vergleich zur bisher schlimmsten Woche zwischen dem 14. und 21. Dezember, als mit 173.574 neuen Fällen der bisherige Höchststand gemessen wurde.

Zahl der Testungen steigt wieder

Nach den vielen Feiertagen der vergangenen Wochen ist die Zahl der Labortestungen wieder auf mehr als eine Million pro Woche hochgefahren worden. Trotzdem sank die Zahl der neuen Fälle. Das bedeutet ebenfalls einen positiven Trend, denn: Der Anteil der positiven Ergebnisse bei den Tests ist wieder gesunken und liegt aktuell bei 12,78 Prozent.

Auch hier scheint sich die Trendwende zu bestätigen. Der Anteil der positiven Tests war seit Monaten kontinuierlich gestiegen. Waren Mitte Juli nur 0,74 Prozent der Getesteten tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert, stieg dieser Wert in der Woche vom 28. Dezember bis zum 4. Januar auf 16,1 Prozent. Das war der bisherige Höchststand. In der Woche zwischen dem 4. und 11. Januar – aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor – sank der Wert dann auf eben 12,78 Prozent.

Trotz dieser guten Zeichen ist die Lage nach wie vor ernst. Das zeigt ein Blick auf die Entwicklung der 7-Tages-Inzidenz. Die Inzidenz beschreibt die Zahl der Menschen, die sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Als in der letzten Oktoberwoche der Lockdown light für November beschlossen wurde und unter anderem alle Kneipen und Restaurants schließen mussten, lag die Inzidenz bei etwas mehr als 80, doch der erhoffte Effekt blieb aus. Als Ende November der Lockdown light verlängert wurde, lag die Inzidenz bei rund 143. Auch diese Verlängerung konnte keine grundlegende Kehrtwende einleiten. Im Gegenteil.

Zahl der Inzidenz geht zurück

Als der harte Lockdown daraufhin Mitte Dezember verkündet wurde, war die Inzidenz auf rund 176 gestiegen. Am 22. Dezember wurde mit 197,6 der bisher höchste Wert gemessen, dann ging er – mit einem zwischenzeitlich erneuten Anstieg – auf aktuell 134,4 zurück, wobei es regional nach wie vor ganz erhebliche Unterschiede gibt. Ziel des harten Lockdowns war und ist es, die Inzidenz unter die Schwelle von 50 zu bringen. Das war zuletzt vor fast drei Monaten am 20. Oktober mit 48,6 der Fall.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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