Küstenpflanze blüht auf dem Mittelstreifen der A 43

Dänisches Löffelkraut

Auf den Grünstreifen der A 43 hat sich eine neue Pflanzenart angesiedelt. Früher war sie nur in Küstenregionen verbreitet.

von Ulrich Nickel

Herten/Recklinghausen

, 14.04.2021, 20:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Weiß ist die Farbe des Dänischen Löffelkrauts.

Weiß ist die Farbe des Dänischen Löffelkrauts. © Nickel

Wer auf der A 43 im Stau steht und die Zeit nutzt, die Umgebung zu betrachten, stößt beim Blick auf den Mittelstreifen vielerorts auf weiße Teppiche Hunderter Pflanzen, die dem eiligen „Flitzer“ verborgen bleiben. Dort hat sich das Dänische Löffelkraut ausgebreitet, das sich in diesem unwirtlichen Biotop richtig wohlfühlt.

Noch bis vor 30 Jahren war diese kleine Pflanze nur an den Küsten von Atlantik sowie Nord- und Ostsee verbreitet und dort typisch für offene Bodenstellen in Salzwiesen, Weiden und Gräben im unmittelbaren Küstenbereich. Als ein Botaniker dieses Kräutchen am Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück entdeckte, wurde spekuliert, wie es dort hinkam.

Küstenpflanze gedeiht prächtig

Es lag die Vermutung nahe, dass es durch Einschleppung mit Heu oder Bodenmaterial von der Küste auf die Mittelstreifen der Autobahnen gelangt war. Inzwischen breitet sich das Dänische Löffelkraut entlang aller Autobahnen in Nordrhein-Westfalen aus. Im Bereich Herten/Recklinghausen hat es sogar die Autobahnen verlassen und gedeiht prächtig an den Rändern der Ausfahrten.

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Als salztolerante Art profitiert das Löffelkraut vom winterlichen Streusalzeinsatz, der zu einer Versalzung der Böden entlang von Straßenrändern führt. Es steht unter Naturschutz. Die Pflanzen werden nur wenige Zentimeter groß. Die Blüten mit den weißen kreuzförmig angeordneten Kronblättern kennzeichnen sie als Kreuzblütler.

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