Teile der Schreinerei sind nach dem Brand einsturzgefährdet

dzFeuerwehr

Am Tag nach dem Brand in der Schreinerei Alfons Heisterkamp werden die verheerenden Auswirkungen deutlich. Teile des Gebäudes sind einsturzgefährdet. Doch es gibt auch viel Unterstützung.

Raesfeld

, 01.10.2020, 11:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Mitarbeiter der Erler Möbelschreinerei hatte laut Abteilungsleiter Wenzel Askamp am Mittwochnachmittag gegen 14.30 Uhr als Erster gemerkt, dass etwas nicht stimmte. „Der Mitarbeiter an der CNC-Maschine sah, dass aus der Absaug-Anlage Rauch rauskam.“ Alle Mitarbeiter hätten daraufhin richtig reagiert, so Askamp. „Alle sind raus und haben die 112 gerufen.“

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Das Feuer entstand im sogenannten Spänebunker. Die Absauganlagen an den Maschinen bringen die feinsten Holzteilchen in diesen riesigen Metall-Kasten, der eingemauert ist. Am Freitag hätten die Späne eigentlich abgeholt werden sollen, der Spänebunker war fast voll. Mit einem Großaufgebot der Feuerwehr gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Vorne links ist der Spänebunker zu sehen, in dem das Feuer entstanden war. Später weitete es sich auf die Möbelschreinerei aus, die von der Feuerwehr von einer Drehleiter aus gelöscht wurde.

Vorne links ist der Spänebunker zu sehen, in dem das Feuer entstanden war. Später weitete es sich auf die Möbelschreinerei aus, die von der Feuerwehr von einer Drehleiter aus gelöscht wurde. © Feuerwehr Raesfeld

Kurz nach 20 Uhr am Mittwochabend konnte die Feuerwehr mit Unterstützung der Firma Gavert aus Borken damit beginnen, die Späne aus dem Bunker zu saugen. Teilweise kam auch ein Minibagger zum Einsatz. Etwa sieben Kubikmeter Späne wurden aus dem Bunker geholt. Bis 2 Uhr in der Früh gingen die Arbeiten. Für die Ausleuchtung sorgte das THW aus Bocholt.

Bis nach 2 Uhr nachts dauerten die Arbeiten, die Späne aus dem Bunker zu holen.

Bis nach 2 Uhr nachts dauerten die Arbeiten, die Späne aus dem Bunker zu holen. © Berthold Fehmer

Eine Brandsicherheitswache wurde laut Feuerwehrchef André Szczesny abgestellt. Gegen 7.30 am Morgen musste die Feuerwehr erneut löschen. In der Zwischendecke der Halle brannte es erneut. Im Zuge der Löscharbeiten wurde festgestellt, dass ein Teil der Balken, die die Dachkonstruktion halten, an der Auflage abgebrannt sind. Das Gebäude ist damit einsturzgefährdet und weitere Arbeiten von innen wurden damit unmöglich. Man prüfe, ob das Dach nun komplett aufgenommen werden müsse, so Szczesny.

Späne drückten Metalltür auf

Szesny hatte bereits am Mittwochabend gesagt, dass man nicht zu viel Wasser auf die Späne geben könne, da diese aufquellen und das Gebäude beschädigen könnten. Welche Kraft aber auch so schon durch die Löscharbeiten aus dem Aufquellen der Späne entstand, kann man an der Metalltür am Bunker sehen, die dem Druck trotz zweier Riegel nachgeben musste.

In der Möbelschreinerei bot sich am Donnerstagmorgen ein Bild der Verwüstung. Teure Maschinen, die gerade zuvor erst gewartet und überprüft worden waren, sind nun zerstört. Sechs Mitarbeiter sind laut Askamp in der Möbelproduktion beschäftigt: „Die Möbelproduktion steht erst mal still.“ Insgesamt 20 Mitarbeiter beschäftigt die Firma - der Betrieb auf den Baustellen könne weiterlaufen, so Askamp.

Benachbarte Firmen wollen helfen

Dankbar ist Askamp dafür, dass benachbarte Firmen direkt ihre Unterstützung zugesagt hätten. „Die haben angeboten, dass wir bei denen weiter produzieren können. Sie würden dann tagsüber arbeiten, wir könnten Nachtschichten fahren.“ Askamp dankbar: „Das muss man hoch anrechnen.“ Der Betrieb gehe auf jeden Fall weiter - allerdings habe man nun zusätzliche Arbeit, da das Gebäude kernsaniert werden müsse. Askamp plant auch, Ersatzmaschinen in einer großen Halle aufzustellen, um dort weiterarbeiten zu können.

Die Kripo nahm am Donnerstag die Ermittlungen zur Brandursache auf. Unter anderem fertigten die Beamten mit einer Drohne Bilder aus der Luft an.

Die Kripo nahm am Donnerstag die Ermittlungen zur Brandursache auf. Unter anderem fertigten die Beamten mit einer Drohne Bilder aus der Luft an. © Berthold Fehmer

Was genau zum Brand im Spänebunker führte, ist noch unbekannt. Die Kripo hat am Donnerstagmorgen die Ermittlungen aufgenommen und fertigte unter anderem mit einer Drohne Luftbilder an. Möglich ist ein technischer Defekt in der Absauganlage, der einen Funken erzeugt haben könnte.

Klar wurde am Donnerstag auch, dass eine Gasflasche, die neben dem Spänebunker gelagert war, unversehrt geblieben ist. Feuerwehrchef André Szczesny hatte aus einem Knall und einem Anheben der Dachkonstruktion darauf geschlossen, dass die Flasche „ausgeblasen“ hätte. Tatsächlich waren aber wohl die Platten auf dem Dach so unter Spannung geraten, dass der Knall daher rühren dürfte.

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