Starkregen führt zu 68 Feuerwehreinsätzen - „Das war der Worst Case“

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Ein heftiger Starkregen hat am Donnerstagabend in Raesfeld zu 68 Feuerwehreinsätzen geführt. Feuerwehrchef André Szczesny: „Das war der absolute Worst Case.“

Raesfeld

, 14.08.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In 28 Jahren als Feuerwehrmann habe er so etwas noch nicht erlebt, sagt Szczesny. Um 17.45 Uhr sei er noch mit seinem Hund draußen gewesen und habe die Wolken am Tiergarten gesehen. „Da hatte ich noch den Eindruck, das zieht weg.“ Am Tiergarten war der Karpfenteich zu diesem Zeitpunkt leer, keine anderthalb Stunden später randvoll.

Zahlreiche überflutete Keller musste die Feuerwehr leerpumpen.

Zahlreiche überflutete Keller musste die Feuerwehr leerpumpen. © Feuerwehr Raesfeld

„Waagerechter Regen“ fegte über Raesfeld hinweg. Nur mit 30 km/h habe er zum Gerätehaus fahren können, sagt Szczesny. 19.36 Uhr starteten die Einsätze - insgesamt 82 Meldungen trafen in den nächsten Stunden bei der Feuerwehr ein. 68 Einsätze wurden abgearbeitet, beim Rest war das Wasser von selbst zurück geflossen. Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, überflutete Straßen - hauptsächlich damit hatte es die Feuerwehr zu tun.

Keller standen bis zu einem halben Meter hoch voll Wasser

„Die größte Aufgabe war an der Pumpstation an der Löchte, hier unterstützte uns das Lohnunternehmen Nagel sehr schnell und unbürokratisch. Eine weitere zeitaufwendige Einsatzstelle war am Hoher Kamp, hier sind die Kellerräume inkl. der Aufzugschächte vollgelaufen und es waren bis zu 50 Zentimeter Wasser in den Kellerräumen. Bei der Straße Im Diek gab es mehrere Blitzschläge in den Bäumen, hier kam auch die Drehleiter der Feuerwehr Borken zum Einsatz, aufgrund eines neuen Gewitters mussten wir diese Einsatzstelle aufgeben und der Bauhof sperrte den betroffenen Bereich weiträumig ab“, so Szczesny in seinem Einsatzbericht.

Schnell wurde klar, dass die beiden Löschzüge aus Raesfeld und Erle diese Vielzahl an Einsätzen nicht alleine stemmen konnten. Hilfe gab es von Feuerwehrleuten aus Heiden, Borken und Rhede. „Die Einsätze kamen mit so einer Geschwindigkeit rein“, sagt Szczesny am Freitag. Mitarbeiter von Bauhof, Kläranlage und Ordnungsamtsleiter Markus Büsken unterstützten die Einsatzkräfte. Insgesamt waren 70 Einsatzkräfte tätig.

68 Einsätze musste die Feuerwehr am Donnerstagabend bewältigen.

68 Einsätze musste die Feuerwehr am Donnerstagabend bewältigen. © Feuerwehr Raesfeld

Szczesny zollte am Freitag den Bürgerinnen und Bürgern Respekt: „Die musste manchmal wirklich lange auf uns warten. Der eine oder andere auch länger als eine Stunde.“ 66 Liter seien über Raesfeld innerhalb einer halben Stunden niedergegangen.

„Wir müssen lernen, mit diesen Extremwetterlagen umzugehen“, sagt Szczesny in der Nachbetrachtung. Ein Abend wie dieser bedeute eine „Materialschlacht“. Neben Tauchpumpen und ähnlichem Gerät, müsse die Feuerwehr aber bei extremer Hitze und Flächen- und Vegetationsbränden besser ausgerüstet sein. Szczesny: „Die Einsätze haben sich in den letzten Jahren sehr verändert.“

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