So sollen 2020 die Eichenprozessionsspinner zurückgedrängt werden

Eichenprozessionsspinner

„Eine hundertprozentige Lösung gibt es einfach nicht“, sagte Bernd Roters im Umweltausschuss. Dennoch will die Gemeinde das Thema Eichenprozessionsspinner im kommenden Jahr offensiv angehen.

Raesfeld

, 04.09.2019, 11:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
So sollen 2020 die Eichenprozessionsspinner zurückgedrängt werden

Offensiv will die Gemeinde Raesfeld 2020 gegen Eichenprozessionsspinner vorgehen. © Archiv

Unzufrieden waren in diesem Frühjahr viele Raesfelder mit dem Umgang der Gemeinde mit den Eichenprozessionsspinnern. Die Sozialen Netzwerke waren voll mit Schilderungen über neue Nester. Die SPD hatte das zum Anlass genommen, ein Konzept zur Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner zu fordern.

Im Umweltausschuss sagte Bernd Roters, Leiter des Bauamts, am Montag: „Konzepte sind starr, Eichenprozessionsspinner nicht.“ Man beobachte das Problem seit etwa zehn Jahren. In den vergangenen zwei Jahren habe man einen sehr hohen Befall verzeichnet, „aber es kann sein, dass es im nächsten Jahr wieder weniger ist“.

Die Bekämpfung der EPS sei kostenaufwendig, so Roters. 2018 habe die Gemeinde 10.000 Euro dafür ausgegeben, 2019 waren es 14.000 Euro. „Wenn wir alle Nester gemacht hätten, wären die Aufwendungen um ein Vielfaches höher gewesen.“

Baumkataster soll Eichenstandorte zeigen

Nicht überall sei die Gemeinde zuständig. An Landstraßen sei dies das Land, an Kreisstraßen der Kreis und etwa auf landwirtschaftlichen Höfen seien es Privatleute. Die Gemeinde Raesfeld habe ein Baumkataster, dass man nun daraufhin überprüfe, wo sich Eichen befinden.

Mit diesem Wissen wolle man mit anderen Behörden und Privatleuten erarbeiten, wie man mit den EPS 2020 umgehen wolle. Biospritzmittel habe man schon in diesem Jahr eingesetzt, so Roters. Die Frage sei auch, ob man weiterhin nur „von unten oder mit Hubschraubern“ spritzen wolle. Es gebe auch Fallen für EPS, „neu auf dem Markt, auch da sind wir dran“.

„Jeder forscht ein bisschen“

Das Problem sei, so Roters: „Jeder forscht ein bisschen. Eine hundertprozentige Lösung gibt es einfach nicht.“ Hans-Jochen Welsing (CDU) forderte Nistkästen, um Fressfeinde zu unterstützen, und es solle auch die Frage beantwortet werden, wie man der Elstern und Dohlen Herr werden könne: „Kein Singvogel wird mehr groß.“

Bürgermeister Andreas Grotendorst schilderte, dass viele Kommunen mit den EPS kämpften: „Wenn einer den Stein des Weisen gefunden hat, wird der schnell weitergegeben.“ Die zahlreichen Anrufe im Bauamt, bei denen Nester gemeldet würden, belasteten auch die Rathausmitarbeiter: „Es gibt also ein hohes Eigeninteresse.“

Anfang kommenden Jahres sollen die von der Gemeinde getroffenen Maßnahmen im Umweltausschuss vorgestellt werden.

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