Raesfeld sorgt sich um die Notdienst-Versorgung

Doppelt so lange Fahrtzeiten drohen

RAESFELD Der Bürgermeister schlägt Alarm: Udo Rößing wendet sich in einem Brief an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe. Er plädiert dafür, die ärztliche Notdienst-Praxis im Sta. Marienhospital in Borken zu erhalten. Ansonsten drohten erhebliche Einschränkungen.

von Von Berthold Fehmer

, 09.07.2009, 17:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Borkener St. Marienhospital ist bisher für den ärztlichen Notdienst der Raesfelder zuständig.

Das Borkener St. Marienhospital ist bisher für den ärztlichen Notdienst der Raesfelder zuständig.

„Mit großer Sorge haben die Bürgerinnen und Bürger in Raesfeld Ihre Pläne aufgenommen“, schreibt Rößing nun an die Kassenärztliche Vereinigung. Für die Menschen in Raesfeld bedeute eine solche Entscheidung „doppelt bis dreifach so lange Fahrtzeiten“, wenn sie am Mittwochnachmittag oder am Wochenende krank werden. Rößing: „Wer im Winter selbst oder mit einem erkrankten Angehörigen über glatte Straßen außerhalb der Sprechzeiten einen Arzt aufsuchen muss, dem kann es nicht egal sein, ob er wie bislang zehn Kilometer in die Stadt Borken, oder nach Ihren Plänen 30 oder gar 50 Kilometer nach Bocholt oder Ahaus fahren muss.“ Diese Vorstellung schüre bei vielen Menschen in Raesfeld berechtigte Ängste. Es gelte nun, ein „notfallmedizinisches Stadt-Land-Gefälle“ zu verhindern. „Die Menschen auf dem Land dürfen keine Patienten zweiter Klasse werden.“

Indes mehren sich die Anzeichen, dass die Schließung in Borken noch abgewendet werden könnte. Borkens Bürgermeister Rolf Lührmann informierte kürzlich die Borkener Ratsmitglieder darüber, dass ein Ausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe einen Gebietszuschnitt entworfen und Standorte vorgeschlagen habe. In diesem aktuellen Entwurf sei eine Notfallpraxis in Borken wie bisher vorgesehen. Eine Entscheidung wird der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe frühestens Ende August fällen.