Landwirtschaftsverband warnt vor Geflügelpest: „Risiko hoch wie nie“

dzGeflügelpest

Erstmals ist eine mit Geflügelpest infizierte Wildgans in NRW nachgewiesen worden - zehn Kilometer vom Kreis Borken entfernt. Der Landwirtschaftsverband sieht das Risiko „so hoch wie nie“.

Raesfeld

, 21.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine große Gefahr sieht der Landwirtschaftliche Kreisverband Borken auch im Kreis Borken für Hühner & Co, seit am Donnerstag in den Rheinauen im Kreis Kleve die erste infizierte Wildgans knapp hinter der Kreisgrenze nachgewiesen wurde. Das Risiko sei so hoch wie nie, dass die Erkrankung auch in Geflügelhaltungen und Vogelbestände eingeschleppt werden könnte.

„Eine Aufstallpflicht wurde vom zuständigen Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf noch nicht verfügt. Der Landwirtschaftliche Kreisverband appelliert nochmals an alle Geflügelhalter – sowohl Landwirte wie auch Hobbyhalter – zu überprüfen, ob ihre Haltungsform ausreichend Schutz vor einer Übertragung des Geflügelpest-Erregers bietet“, so der Landwirtschaftliche Kreisverband Borken in einer Mitteilung.

„Risiko wird noch einige Monate hoch bleiben“

Kreisveterinär Dr. Manfred Ulrich sagt: „Mit Blick auf das Geschehen der letzten Geflügelpestwelle 2017 befürchte ich, dass es jederzeit auch uns treffen kann. Das Risiko wird noch einige Monate lang hoch bleiben.“ Der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende, Heinz-Josef Elpers, der auf seinem Betrieb in Ahaus-Wessum selber in einem Mobilstall Legehennen hält, appelliert: „Jeder Geflügelhalter sollte alles noch mal auf den Prüfstand stellen, um die betrieblichen Vorsorgemaßnahmen zu optimieren. Besonders auch die Hobby-Geflügelhalter bitte ich, sich jetzt intensiv Gedanken über das Thema Biosicherheit zu machen.“

Hinweise für Geflügelhalter

Empfohlen wird allen Geflügelhaltern, Ställe nur mit Schutzkleidung zu betreten, sich die Hände vor und nach Betreten des Stalls zu waschen und das Geflügel nur mit Leitungswasser und nicht mit Regenwasser zu tränken. Futter, Einstreu und alles, was mit dem Geflügel in Berührung komme, müsse für Wildtiere unzugänglich aufbewahrt werden.

Auch die Bevölkerung ruft der Kreisveterinär zur Achtsamkeit auf. Gehäufte Funde toter Vögel sollten gemeldet werden unter Tel. (0286) 16813801. Singvögel und Tauben spielten nach gegenwärtigem Stand der Wissenschaft als Überträger des Vogelgrippevirus keine Rolle.

Tote Vögel nicht anfassen!

Auch wenn bislang keine Übertragung des Virustyps H5N8 auf den Menschen bekannt sei, sollten tote Vögel nicht angefasst werden - auch um eine Verschleppung des Erregers zu verhindern. „Die Tiere werden dann gegebenenfalls abgeholt und zur Untersuchung in ein Labor gebracht.“

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