Investor Tobias Brun will aus dem Landhaus Keller das Naturparkhotel machen. © Berthold Fehmer
Landhaus Keller

Landhaus Keller ist verkauft: Investor Tobias Brun erklärt seine Pläne

Die Gemeinde Raesfeld hat das Landhaus Keller verkauft. Investor Tobias Brun erklärt, was er mit der Immobilie vorhat. Gastronomisch wird sie bereits ab Samstag (9. Januar) genutzt.

Für 1,16 Millionen Euro hatte die Gemeinde Raesfeld am 4. September 2020 das Landhaus Keller ersteigert. Laut Bürgermeister Martin Tesing auch deshalb, weil es „Interessenten aus der Fleischindustrie“ gegeben habe. Wenn diese ihre Mitarbeiter in hoher Zahl im ehemaligen Altenheim/Hotel untergebracht hätten, „wäre das für Raesfeld ein Riesenproblem geworden“.

Froh zeigte sich Tesing am Freitag, dass das Objekt nun verkauft wurde. Der Marbecker Investor Tobias Brun sagte auf Nachfrage, dass er auf das Landhaus Keller aufgrund der Versteigerung aufmerksam geworden sei. Brun ist in Raesfeld kein Unbekannter: Seine Familie baut derzeit in Erle Seniorenwohnungen am Kirchring. Welchen Preis Brun für das Landhaus Keller an die Gemeinde zahlte, darüber sei Stillschweigen vereinbart worden, so Bürgermeister Martin Tesing.

Aus dem Landhaus Keller wird das Naturparkhotel

Der Name für das neue Hotel stehe schon fest, so Tesing: „Naturparkhotel“. Er denkt an Hochzeitsgesellschaften sowie die Besucher der Akademie des Handwerks, die neben Touristen dort unterkommen werden. Doch es wird nicht nur das Hotel reaktiviert, sondern auch der Saal (bis zu 110 Personen), der Restaurationsbetrieb und die beiden Kegelbahnen. Unterschiedlichste Nutzungen seien in der 3.400-Quadratmeter-Immobilie möglich, sagt Brun.

Heiß diskutiert wurde in Erle beim geplanten Dorfgemeinschaftshaus die Möglichkeit einer Kegelbahn. Das Landhaus Keller hat zwei davon - und diese sollen auch reaktiviert werden.
Heiß diskutiert wurde in Erle beim geplanten Dorfgemeinschaftshaus die Möglichkeit einer Kegelbahn. Das Landhaus Keller hat zwei davon – und diese sollen auch reaktiviert werden. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Bei einem Rundgang durch das Gebäude wurde deutlich, dass die Grundsubstanz des Gebäudes zwar in Ordnung, aber die komplette Technik überholungsbedürftig ist. Klimatechnik, vielleicht ein Blockheizkraftwerk, neue Wasser- und Abwasserrohre: Die Liste von Arbeiten für Handwerksbetriebe aus der Umgebung wird lang sein.

Dass die Haustechnik sanierungsbedürftig ist, steht für Tobias Brun fest.
Dass die Haustechnik sanierungsbedürftig ist, steht für Tobias Brun fest. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Zimmerzuschnitte, die teilweise an „Besenkammern“ erinnern, werden von Innenarchitekten zu überdenken sein, sagt Brun. Über den Stil der neuen Zimmer müsse man mit dem künftigen Betreiber reden.

Viel Arbeit ist noch notwendig, bevor der Hotelbetrieb wieder aufgenommen werden kann.
Viel Arbeit ist noch notwendig, bevor der Hotelbetrieb wieder aufgenommen werden kann. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Am wenigsten Arbeit werde man wohl mit dem Wintergarten und der Küche haben, erwartet der 42-Jährige. Deshalb kann er sich vorstellen, dass ein Restaurantbetrieb vielleicht ab Herbst 2021 möglich sein könnte. Die Terrasse soll dafür vielleicht ausgebaut werden, ein kleiner Spielplatz ist ebenfalls geplant. Die Wiedereröffnung des Hotelbetriebs erwartet Brun nicht vor 2022.

In der großen Küche müsse man einige Geräte tauschen - ansonsten sieht Tobias Brun hier nicht so viel Sanierungsbedarf.
In der großen Küche müsse man einige Geräte tauschen – ansonsten sieht Tobias Brun hier nicht so viel Sanierungsbedarf. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Viel hängt auch vom künftigen Betreiber ab. Es gebe zwar vielversprechende Gespräche, aber einen Namen kann Brun noch nicht präsentieren. Seine Familie habe zuvor mit Hotelimmobilien auch noch keine Erfahrung gehabt und sich „mit externer Hilfe“ erst in das Thema einarbeiten müssen. Selbst betreiben wolle er das Hotel nicht.

Das kleine Gebäude rechts soll abgerissen werden - für eine Hotelerweiterung an dieser Stelle gäbe es sogar bereits Baurecht.
Das kleine Gebäude rechts soll abgerissen werden – für eine Hotelerweiterung an dieser Stelle gäbe es sogar bereits Baurecht. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Ein marodes Nebengebäude des Hotels soll abgerissen werden. Falls die Auslastung und Nachfrage beim künftig knapp 30 Zimmer fassenden Naturparkhotels dafür sprechen, könne man an dieser Stelle mit einem Neubau die Kapazitäten verdoppeln, so Tesing: Baurecht dafür gebe es bereits.

Vor einem Umbau wird noch ein großes Ausräumen erforderlich sein.
Vor einem Umbau wird noch ein großes Ausräumen erforderlich sein. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Pop-up-Gastronomie ab Samstag

Schon ab Samstag (9. Januar) will Caterer André Wachtmeister mit seinem Team im Landhaus Keller eine „Pop-up-Gastronomie“ eröffnen und dafür die Küche nutzen. Unter Tel. (02865) 252 sollten Gäste vorbestellen (etwa Sushi, Salate, Schnitzel, Nudeln, Kindergerichte) und können von 17 bis 21 Uhr die Speisen Corona-konform abholen. Auf der Homepage www.partyservice-wachtmeister.de wird die Karte veröffentlicht.

Geöffnet ist das neue Gastro-Angebot, das für einige Monate Abwechslung bringen soll, ab Samstag immer freitags und samstags von 17 bis 21 Uhr und sonntags von 14 bis 21 Uhr.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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