Königliche Philharmoniker begeistern auf Schloss Raesfeld

Klassikfestival

RAESFELD "Raindrops keep falling on my head" - dieser Song aus dem Film-Klassiker "Butch Cassidy and Sundance Kid" wäre fast zum Motto des Abends beim Auftakt zur "musik:landschaft Westfalen" auf Schloss Raesfeld geworden. Doch die Regentropfen verzogen sich rechtzeitig. Und so erlebten rund 1800 Zuschauer einen unterhaltsamen Auftritt des Königlichen Philharmonieorchesters aus London.

von Von Michael Klein

, 24.07.2009, 12:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Wetter spielte mit, als am Donnerstagabend das Klassik-Festival auf Schloss Raesfeld begann.

Das Wetter spielte mit, als am Donnerstagabend das Klassik-Festival auf Schloss Raesfeld begann.

Die Mitglieder des Royal Philharmonic Orchestra aus London sorgten für einen Schnelldurchlauf durch die Filmmusikgeschichte. „A night at the oscars“ hieß das Thema, mit Klassikern, die jeder Kino-Fan schon einmal gehört haben dürfte. Dirigent Carl Davis, mit wehendem Silber-Haar und goldenem Mantel - den er nach der Pause durch ein leuchtend blaues Modell ersetzte - gab mit der 20th Century Fox-Fanfare die Marschrichtung vor. Mit gewaltiger Klangkraft, wenn auch anfänglich etwas zu schnell gespielt, ging es mit einem Stars Wars-Medley von John Williams gleich galaktisch zur Sache. Dass gerade ein Werk dieses Komponisten am Anfang des Konzerts stand, war sicher auch als Anerkennung für den Erfolg seines künstlerischen Schaffens gedacht: 45 Oscar-Nominierungen, fünf Oscars gab es für John Williams – Rekord.

Einen übrigens für die musikalische Untermalung eines Films „über ein Tier mit schlechten Manieren“, wie Schauspieler Dominique Horwitz, der wortreich durchs Programm führte, einen weiteren Williams-Erfolgs-Hit ankündigte. Doch bissig wurde es nie, was das Königliche Orchester präsentierte, nicht einmal beim „Weißen Hai“. Aber dafür mal herzzerreißend tragisch (Titanic), mal jazzig (Chicago), dann wieder schwülstig (Love Story), aber immer unterhaltsam. Slide-Gitarren-Sounds aus „Brokeback Mountain“, die musikalische Ost-West-Begegnung aus „Tiger and Dragon“, tänzerisch-kämpferische Klänge aus der West Side-Story, die italo-phone Nino-Rota-Komposition für den „Paten“ und Scott Joplins Ragtime-Klassiker „The Entertainer“ – so manches Mal ließ der Soundtrack in den Ohren die bewegten Leinwand-Bilder im Kopf wiedererstehen.

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