Rund 100 Schülerinnen und Schüler mehr sollen ab 2022 die Julia-Koppers-Gesamtschule in Raesfeld besuchen. © Berthold Fehmer
Gesamtschule

Julia-Koppers-Gesamtschule: Umstrukturierung bereitet einige Probleme

Rund 100 Kinder mehr sollen ab 2022 die Julia-Koppers-Gesamtschule in Raesfeld besuchen. Schulleiter Axel Heinz begrüßte das Votum der Politik, äußerte in einem Punkt jedoch leise Zweifel.

Seitens der Bezirksregierung stand die Julia-Koppers-Gesamtschule mit Standorten in Borken und Raesfeld „unter Beobachtung“: Denn die vorgeschriebene Sechszügigkeit hatte die fünf Jahre alte Schule nicht immer erreicht. Und eine dauerhafte Unterschreitung will die Bezirksregierung nicht tolerieren.

Die Unterschreitung habe nicht an Raesfeld, sondern eher an Borken gelegen, so Markus Büsken, Erster Beigeordneter, im Raesfelder Schulausschuss. In Raesfeld seien die Geburtenzahlen konstant bei etwa 120, nur im laufenden Jahr habe es erst 39 Geburten gegeben. „Das muss man im Auge behalten“, so Büsken, der ähnliche Entwicklungen aber auch in Nachbarkommunen sieht.

Borkener Kinder sollen nach Raesfeld

Durch eine Neustrukturierung der Gesamtschule soll die Pflicht zur Sechszügigkeit umgangen werden. Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge fünf bis sieben sollen ab dem Schuljahr 2022/23 in Raesfeld unterrichtet werden – auch die Borkener. Ab dann gehen alle nach Borken zur Schule. Für die bereits eingeschulten Kinder ändere sich nichts, so Büsken.

Schulleiter Axel Heinz © privat © privat

Dem Plan stimmten Schulausschuss und Rat in Raesfeld einstimmig zu. Am 1. Juli soll der Borkener Rat entscheiden, danach würde ein Antrag an die Bezirksregierung gestellt. Nachbarkommunen würden im Verfahren beteiligt. Fünf Züge, in Ausnahmefällen auch mal vier oder sechs Züge, sollen dann an der Schule erlaubt sein.

Erhebliche Mehrkosten

Mehrkosten beim Schülerverkehr, vor allem aus Borken, kämen auf die Gemeinde Raesfeld zu. Die Schätzung von 165.000 Euro müssen aber nicht das letzte Wort sein, denn eine eigene Schulbus-Linie könnte Kosten sparen und womöglich könnte Raesfeld irgendwann wieder Schlüsselzuweisungen vom Land erhalten, so Büsken. Dann spiele die erhöhte Schüleranzahl eine Rolle. Es sei wichtig, dass der Schulweg für die Schüler „nicht zur Tortur“ werde, so Schulleiter Axel Heinz.

Kapazitäten für den Mehrbedarf von drei Klassenräumen sieht die Verwaltung im Dachgeschoss. Heinz, der sich für das einstimmige Votum der Politik bedankte, ließ leise Zweifel an dieser Lösung durchklingen: „Eine Schule braucht Luft, vielleicht auch mal eine sechste Klasse aufzunehmen.“ Wenn man schon so viel Geld in die Hand nehme – geschätzt werden 800.000 bis 900.000 Euro für den Umbau – dann sei es besser, wenn die Räume auch von den Eltern als „toll und großzügig“ wahrgenommen würden.

Der Schulhof werde nach dem geplanten Umbau „bombastisch“, erwartet Heinz. „Ich will die Borkener überzeugen, dass hier in Raesfeld der geschützte, kleine Standort ist.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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