Der Schulhof der Julia-Koppers-Gesamtschule in Raesfeld steht vor der Neugestaltung. Organisatorisch soll die Schule ab 2022/23 anders aufgestellt werden. © Berthold Fehmer
Gesamtschule

Julia-Koppers-Gesamtschule steht vor großer Neuorganisation

Die Julia-Koppers-Gesamtschule soll neu organisiert werden. Alle Schüler der fünften bis sieben Jahrgänge sollen in Raesfeld zur Schule gehen und dann nach Borken wechseln.

Als sechszügige Gesamtschule wurde die Julia-Koppers-Gesamtschule 2016 mit den Standorten Borken und Raesfeld gegründet. Doch die Sechszügigkeit konnte oft nicht erreicht werden, da in Borken zu wenige Schüler angemeldet wurden. Die Bezirksregierung sieht das kritisch: Eine Fünfzügigkeit bei einer „vertikalen“ Teilung werde bei zwei Standorten nicht mehr toleriert, hieß es.

Vertikal heißt: Fünft- bis Achtklässler gingen bislang in Borken und Raesfeld zur Schule, die Jahrgänge darüber in Borken. Nun sollen, wenn Politik und Bezirksregierung zustimmen, ab dem Schuljahr 2022/23 alle Schüler der fünften bis siebten Jahrgänge in Raesfeld und die darüber in Borken unterrichtet werden. Zwischen vier und sechs Zügen seien dann erlaubt, so Bürgermeister Martin Tesing.

Millionenschwerer Neubau nicht mehr notwendig

Das verschafft vor allem Borken mehr finanziellen Spielraum: Denn ein millionenschwerer Neubau der Schule auf einem anderen Grundstück wäre nicht mehr notwendig. Eine Turnhalle soll abgerissen und durch ein Oberstufenzentrum ersetzt werden. Eine Zweifachsporthalle soll neu gebaut werden.

Auch auf Raesfeld kämen Kosten zu. Denn es würden etwa 75 bis 100 Schüler mehr den Schulstandort besuchen. Die Mensa ist gerade fertiggestellt, „die Schulhofneugestaltung wurde in Auftrag gegeben“, so Tesing. Der neue Schulhof soll, wenn im November Eltern (auch aus Borken) die Schule besichtigen, fertig sein. „Das schindet Eindruck.“

Drei neue Klassenräume

Gebraucht würden aber mindestens drei neue Klassenräume. Nach der energetischen Sanierung seien im Haupthaus-Dachgeschoss noch Freiflächen, sagt Tesing. „Da müssten ein paar Trennwände gezogen werden. Das ist kein Riesending.“ Zudem seien auf dem Schulgelände noch Freiflächen. Tesing: „Es gibt noch keinen konkreten Plan.“

Im Fachtrakt könnten Anforderungen im Bereich Brandschutz (zweiter Rettungsweg) zu Buche schlagen. Auch ist das derzeitige Sekretariat zu klein. Im Küchenbereich erwartet Tesing zudem Änderungsbedarf. Investitionen von 800.000 bis 900.000 Euro könnten nach erster Schätzung notwendig werden. Tesing plant, wenn alles nach Plan läuft, die drei Klassenräume zum Schuljahr 2022/23 fertigzustellen.

Mehr Geld für Busse

Die laufenden Kosten würden sich vor allem durch den Schulbus-Verkehr aus Borken erhöhen. Für die Beförderung Borkener Kinder müsste Raesfeld aufkommen – bis zu 165.000 Euro pro Jahr. Hier hofft die Verwaltung auf günstigere Lösungen in Gesprächen mit Busgesellschaften oder Mehrerträge durch Schlüsselzuweisungen.

Die Schulleitung unterstützt die Pläne: Sie hofft durch die Beschulung von kompletten Jahrgängen an den Standorten auf eine bessere Identifikation mit der Schule und mehr Möglichkeiten zur Differenzierung. Für das Kollegium sei diese Organisation deutlich einfacher und effizienter.

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Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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