JOP soll zum Job führen

Praktika-Projekt

Ein Jugend-Orientierungs-Praktikum (JOP) soll Jugendliche und Ausbildungsfirmen zusammenbringen. Dafür wird ein Projektkoordinator gesucht.

Raesfeld

, 20.09.2017, 17:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
JOP soll zum Job führen

Sie wollen den "Jop-Motor" für Raesfeld vorantreiben. V.l.: Helmut Ackmann (Unternehmer und Präsident des Rotary Clubs Lippe-Issel), Schulsozialarbeiter Uli Cluse, die Konrektorin der Alexanderschule Christina Dohmann, Bürgermeister Andreas Grotendorst und Claudia Wiemer (Verwaltung).

Erschreckend“, sagt Bürgermeister Andreas Grotendorst, sei für ihn immer gewesen, wenn er Zehnerklassen der Alexanderschule bei Berufsorientierungstagen im Rathaus kurz vor Weihnachten gefragt habe, wer eine Stelle habe. „Nur etwa 20 Prozent hatten einen Vertrag unterschrieben.“ Helmut Ackmann, Geschäftsführer von „Hetkamp Einrichtung und Mode“, hat andere Probleme. „Für unsere Top-Schreinerei haben wir keinen Auszubildenden bekommen.“ Im kaufmännischen Bereich habe er eine Auszubildende, „die ich überreden musste. Ich habe gesagt: Studieren kannst du immer noch.“ Ackmanns Befürchtung: „Handwerk wird in einigen Jahren sehr, sehr teuer werden. Einige Leute werden das nicht mehr bezahlen können, weil wir keine jungen Leute mehr haben.“

Projektkoordinator wird gesucht

Ackmann ist auch Präsident des Rotary Clubs Lippe-Issel. Er fragte die Gemeinde vor drei Jahren nach einem möglichen Sozialprojekt in Raesfeld an. Für drei Jahre und bei Erfolg auch länger wollen die Rotarier mit 3000 bis 4000 Euro pro Jahr das Jugend-Orientierungs-Praktikum (JOP) und den dazugehörigen Projektkoordinator unterstützen, der noch gesucht wird. Möglichst gut in Raesfeld vernetzt solle dieser sein, so die Wunschvorstellung.

„Kümmerer“

„Demografischer Wandel“ und „Fachkräftemangel“ nennt Claudia Wiemer von der Gemeinde als Stichwörter. Um Jugendliche in Raesfeld zu halten, sollen Schüler ab 15 Jahren über schulische Praktika hinaus Gelegenheit bekommen, in Raesfelder Betriebe reinzuschnuppern. Der Projektkoordinator („Kümmerer“), der gegen Aufwandsentschädigung arbeitet, bringt Firmen und Jugendliche zusammen.

„Jugendliche wissen nicht, welche Ausbildungsmöglichkeiten es gibt“, weiß Schulsozialarbeiter Uli Cluse aus Erfahrung. Christina Dohmann, Konrektorin der Alexanderschule, fügt hinzu: „Die Arbeitswelt ist für Schüler sehr unübersichtlich und fremd.“ Zeitlich flexibel sollen die Praktika sein, vielleicht an ein, zwei Nachmittagen die Woche über zwei, drei Monate oder in den Ferien. Firmen können sich bei Interesse an Cluse wenden.

Partner des Projekts sind Bürgerstiftung, Alexanderschule, Ortsmarketing, die Gemeinde Raesfeld und lokale Firmen.