Gurken werden in der Produktion der Firma Develey mit Salzwasser behandelt. Die Straßenmeisterei in Dingolfing benutzt für den Winterdienst salziges Gurkenwasser bei Eisglätte. © picture alliance/dpa
Streusalz

Gurkenwasser statt Streusalz? SPD will mehr Alternativen prüfen lassen

Gurkenwasser als ökologische Variante zum Streusalz: Diese Möglichkeit hatte die SPD im Februar aufgezeigt. Doch Bernd Roters von der Verwaltung ist von der Idee nicht begeistert.

Der auf den ersten Blick kurios wirkende Vorschlag der SPD wird bereits in Pilotprojekten, etwa in Bayern, getestet. Letztlich sei Gurkenwasser eine Salz-Wasser-Lösung, so Bernd Roters, Chef der Bauverwaltung, in seiner Stellungnahme in der Raesfelder Ratssitzung am Montag. Eine solche Sole werde schon seit Jahren vom Landesbetrieb an Bundesstraßen eingesetzt.

Das könne man an den blauen Tanks an den Seiten der Streufahrzeuge erkennen, so Roters. Die Sole werde mit dem Streusalz aufgebracht, um den Salz-Einsatz zu reduzieren.

Lava-Granulat statt Salz

Für Raesfeld sieht Roters das jedoch nicht als notwendig an. In der Gemeinde habe man viel Klinkerpflaster. „Das setzt schnell Reif an.“ Dadurch werde es bei Minusgraden schnell glatt, was die Gemeinde mit Lava-Granulat abstreue.

Außer bei so strengen Witterungsbedingungen und Schneemassen wie jetzt im Februar setze die Gemeinde Raesfeld Salz „so gut wie gar nicht ein“, sagte Roters. In diesem Winter habe man 8 bis 10 Tonnen Lava-Granulat und 38 Tonnen Salz verstreut.

Hohe Investitionskosten

Wenn man Sole einsetzen wolle, seien die Investitionskosten „relativ hoch“, so Roters, ohne Zahlen zu nennen. Man benötige einen Tank mit einer Aufbereitungsanlage sowie entsprechende Fahrzeuge: „Wir haben keinen Salzstreuer, der Sole verspritzen kann.“ Roters machte deutlich, dass man die hohen Kosten für Investitionen dieser Art im Rathaus nicht für erforderlich halte.

Nicht zufrieden mit der Antwort war Elke Rybarczyk von der Raesfelder SPD, die den Antrag gestellt hatte. „Man sollte die Anfrage genau lesen“, empfahl sie. Den Begriff „Gurkenwasser“, gab sie zu, habe man benutzt, „um die ungeteilte Aufmerksamkeit zu wecken“ und das sei auch gelungen.

Weitere Alternativen

Es sei der SPD aber darum gegangen, dass die Verwaltung über Alternativen zum Streusalz nachdenke. An das Lava-Granulat habe die SPD nicht gedacht, gab Rybarczyk zu, aber dafür etwa an Sand, Kies und Splitt, „was man zur Not wieder verwenden kann“.

Eine weitere Möglichkeit sah Rybarczyk: „Wir haben hier eine Menge Schreinereien.“ Vielleicht könne man auch Holzspäne und Sägemehl ergänzend einsetzen. Ein Nachteil des Streusalzes sei auch, dass Streusalz Wildtiere anlocke. „Wir haben hier viele Wildunfälle. Die Tiere tun sich gütlich über ausgestreutes Salz.“ Bürgermeister Martin Tesing versprach, dass die Verwaltung die Vorschläge prüfen wolle.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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