Ein heftiges Unwetter sorgte in Raesfeld am Donnerstagabend für überflutete Straßen und Keller. © Feuerwehr Raesfeld
Klimaschutz

Grüne wollen aus Raesfeld eine „Schwammstadt“ machen

Die Grünen fordern mehr Klimaschutz in Raesfeld und den Umbau des Orts zu einer „Schwammstadt“. Aber was bedeutet das eigentlich?

Die Raesfelder Grünen fordern ein Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungskonzept für die Gemeinde Raesfeld. Doch zuerst soll ein Klimaschutzmanager oder eine Klimaschutzmanagerin eingestellt werden.

Grund: Die Anstellung kann durch das Bundesprogramm „Nationale Klimaschutzinitiative“ gefördert werden. Die Förderung erstrecke sich „über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes und einen anschließendem Zeitraum von bis zu drei Jahren zur Umsetzung erster Projekte“, so Henry Tünte, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat. Die Förderquote liegt bei etwa 70 Prozent, so Tünte.

Der Klimaschutzmanager, der nur dem Bürgermeister unterstellt sein soll, solle das Konzept erarbeiten. Tünte: „Ein zur Antragstellung bereits bestehendes Klimaschutzkonzept ist förderschädlich.“

20-seitiger Entwurf

Nichtsdestotrotz legen die Grünen einen etwa 20-seitigen Entwurf vor, denn zum Abwarten bleibe keine Zeit. „Die Zeit läuft gegen uns. In vielen Lebensbereichen müssen wir unser Denken und Handeln hinterfragen. Das ist unbequem und fällt oft schwer, das ändert aber nichts an der Notwendigkeit. Wir müssen lernen“, so steht es im Entwurf.

Energieberatung, ein kostenloser Thermografie-Service, Solarthermie für Sportanlagen, Festschreibung von Plus-Energiehäusern in Bebauungsplänen, Beratung zu klimaneutralen Heizungen, die Einbindung von Unternehmen und Einrichtungen in eine Stromspar-Strategie, mehr Photovoltaik, Ausbau der Windkraft, Stärkung des Radverkehrs durch Wegeausbau: Dies und mehr findet sich in dem Konzept.

Weniger Platz für Autos

Aber auch Einschränkungen: So sollen öffentliche Stellplätze für PKW verknappt, Parkuhren und Parkschein-Automaten aufgestellt oder auch Straßen eingeengt werden, um „den PKW-Verkehr in der täglichen Nutzung zu erschweren und zurückzudrängen“, so der Entwurf. Der ÖPNV solle dafür attraktiver gestaltet werden.

Die letzten „Dürre-Jahre“ nehmen die Grünen zum Anlass, den Umbau Raesfelds zur „Schwammstadt“ zu fordern. „Durch weiter zunehmende Versiegelung entfallen Flächen zur natürlichen Grundwasserneubildung. Schnell abgeführtes Regenwasser verschärft Hochwassergefahren, insbesondere bei Starkregenereignissen.“ Dies müsse etwa durch Dachbegrünung oder das Anlegen von Mulden sowie möglichst ortsnahe Versickerung abgemildert werden.

Die Gemeinde solle zudem als Vorbild möglichst viele Retentions-Möglichkeiten testen. „Jeder Liter, der verdunstet, kühlt die nähere Umgebung und muss nicht versickert werden.“ In Bebauungsplänen wollen die Grünen entweder Dachbegrünung oder Energieerzeugungsanlagen auf Dächern vorschreiben lassen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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