Gelbe Tonnen: Keine Nachverhandlung über Vier-Wochen-Rhythmus

dzGelbe Tonnen

Über zu volle Gelbe Tonnen beklagen sich viele Bürger, seitdem die Abholung auf einen Vier-Wochen-Rhythmus umgestellt wurde. Eine Verkürzung wird aber abgelehnt: Es gebe Alternativen.

Raesfeld

, 03.06.2020, 11:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die UWG hatte eine Verkürzung beim Vier-Wochen-Rhythmus beantragt, der seit Anfang 2020 für die Gelben Tonnen gilt. „Der Antrag hat mich ein bisschen überrascht“, sagte Bürgermeister Andreas Grotendorst am Dienstag im Hauptausschuss. Denn auch die UWG habe 2019 dem Vertrag zugestimmt, der bis Ende 2022 gilt. „Aus dem Vertrag kommen wir nicht raus.“

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„Da hatten wir aber noch keine Erfahrung mit der neuen Regelung“, entgegnete Wolfgang Warschewski (UWG). Es könne „nicht im Sinne des Erfinders“ sein, wenn teilweise Gelbe Tonnen regelmäßig überfüllt seien. Der Vier-Wochen-Rhythmus sei „zu lang für viele“. Die Verwaltung könne Kontakt zu anderen Kommunen im Kreis aufnehmen, „ob es dort ähnliche Probleme gibt und unter Umständen kann man dann nachverhandeln“.

„Nicht so dramatisch“ sah hingegen Grotendorst die Situation in Raesfeld. „Bei uns gibt es kein einheitliches Bild.“ Es hätten sich auch Leute im Rathaus gemeldet, die gesagt hätten, „es ist gut, wie es ist“. Den Bürgern könne man zwei Angebote machen, sagte Bernhard Bölker (CDU): Entweder eine zweite Tonne bestellen oder den Müll kostenlos zum Bauhof bringen. Er glaube, dass viele die Verpackungen auch „geschickter“ ineinander schachteln könnten, „dann gibt es wesentlich weniger Volumen“.

„Nicht jede Scheibe Schinken muss gesondert verpackt sein“

Die Strategie, so Bölker, müsse sein, „Müll zu vermeiden“. „Nicht jede Scheibe Schinken muss gesondert verpackt werden.“ Denn der Müll lande unter anderem in Asien, in Flüssen und in Meeren.

Hans-Dieter Strothmann (CDU) sagte, nach seinen Beobachtungen würden bei nur etwa 20 bis 30 Prozent der Haushalte im Ortskern die Gelben Tonnen so voll sein, dass die Deckel nicht mehr aufliegen. Die Kosten für eine zusätzliche Abfuhr müsse man aber allen Bürgern auflasten, wobei „die Mehrheit den Bedarf gar nicht hat“.

„Es ist wieder Wahljahr“

Strothmann führte den Antrag der UWG auf etwas anderes zurück. „Es ist wieder Wahljahr.“ Dies bringe regelmäßig eine „Antragsflut“ mit sich. Wobei Strothmann die grundsätzliche Relevanz des Antrags nicht bestritt: „Den kann man stellen, aber der kommt viel zu früh.“ Erst Ende 2022 mache dies Sinn.

Wolfgang Schwiederowski (CDU) führte die vollen Mülltonnen auch auf die Coronakrise zurück: „Die Leute waren zu Hause, haben viel bestellt.“ Auch sollten die Bürger auf die Sortierung des Mülls achten und nicht normalen Hausmüll in die Gelbe Tonne werfen. Gegen zwei Stimmen der UWG wurde der Antrag bei einer Enthaltung der SPD abgelehnt.

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