Die Zeiten, in denen sich die Erler Feuerwehrleute in der Fahrzeughalle umziehen müssen, sollen bald enden. Mit einem Förderantrag soll die Hälfte der Kosten eines Anbaus finanziert werden, der sich rechts an den bestehenden Anbau der Fahrzeughalle anschließen soll. © Berthold Fehmer
Feuerwehr

Erler Feuerwehrleute sollen getrennte Umkleideräume bekommen

Getrennte Umkleideräume für Frauen und Männer? Sucht man beim Löschzug Erle vergebens. Stattdessen ziehen sich die Feuerwehrleute neben den Fahrzeugen um. Das soll aber bald ein Ende haben.

Seit rund 50 Jahren steht das Feuerwehrgeräte am derzeitigen Standort an der Silvesterstraße: eine Fahrzeughalle mit drei Rolltoren, dazu ein Anbau mit Schulungsraum, Büro, Sanitäreinrichtungen und einem Umkleideraum. Doch letzterer ist für die Jugendfeuerwehr.

Froh zeigten sich Verwaltung und Politik am Montag im Hauptausschuss darüber, dass sich die Jugendfeuerwehr in den letzten Jahren von 5 auf 15 Mitglieder steigern konnte. Wachsende Mitgliederzahlen gibt es auch bei den aktiven Einsatzkräften (41).

Einstimmig hatte sich der Rat 2019 im Brandschutzbedarfsplan für die beiden Standorte Raesfeld und Erle ausgesprochen. In der Flächengemeinde würden sich ansonsten bei einer Zusammenlegung die Anfahrtszeiten bei einer Zusammenlegung erhöhen, so die Befürchtung. Auch müsse man in dem Fall mit einem Personalverlust in Erle rechnen, so Markus Büsken (Erster Beigeordneter).

Umkleidesituation „nicht ganz so schön“

Als „nicht ganz so schön“ bezeichnete Büsken die Umkleidesituation und meinte das offenbar als Untertreibung. „Die Spinde stehen in der Fahrzeughalle.“ Die Feuerwehrleute ziehen sich vor und nach dem Alarm im Abstand von weniger als einem Meter zu den Fahrzeugen um.

Der Kontakt zu Rußpartikeln könne trotz Absauganlagen nicht vermieden werden, so Büsken. Durch die Unfallversicherung der Feuerwehr sei aber zudem eine „Schwarz-Weiß-Trennung“ vorgeschrieben: Heißt Privatkleidung und Schutzausrüstung, die möglicherweise kontaminiert sein könne, müssen getrennt sein. Im Einsatzfall gebe es sogar ein Gefährdungspotenzial bei ausrückenden Fahrzeugen, so Büsken.

Förderantrag für Erweiterung und Sanierung

Einstimmig beschloss der Ausschuss, dass die Verwaltung für eine Erweiterung und Sanierung des Feuerwehrgerätehauses einen Förderantrag im Landesprogramm Dorferneuerung 2022 und Sonderaufruf „Feuerwehrhäuser in Dörfern 2022“ stellen solle.

424.000 Euro hat das Bauamt als Baukosten geschätzt – mit zusätzlichen Einrichtungskosten von etwa 32.000 Euro. Geplant ist ein Anbau in Richtung Jugendheim, der sich mit 7,5 Metern Breite und einer zusätzlichen Nutzfläche von etwa 105 Quadratmetern an den derzeitigen Anbau der Fahrzeughalle anschließen soll.

„Die im Keller sind mehr als abgängig“

Im Erdgeschoss sollen getrennte Umkleideräume für 45 Männer und zehn Frauen geschaffen werden. Dazu getrennte Sanitärbereiche mit Duschen und WCs. Duschmöglichkeiten seien derzeit „eigentlich nicht vorhanden“, so Büsken. „Die im Keller sind mehr als abgängig.“

Das bisherige Büro im Erdgeschosses soll in den neuen Anbau des Obergeschosses verlagert werden, inklusive einer kleinen Teeküche. Zudem sollen im Obergeschoss getrennte Umkleidemöglichkeiten für Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr geschaffen werden.

Maximal 50 Prozent Förderung

Bis zum 30. September 2021 muss der Förderantrag an die Bezirksregierung Münster geschickt werden. Das Förderprogramm sieht maximal 50 Prozent Förderung vor, allerdings nur bei den Baukosten, nicht bei den Einrichtungskosten.

Das würde bei den geschätzten Kosten bedeuten, dass bis zu 212.000 Euro vom Land gezahlt werden könnten. Den selben Betrag müsste die Gemeinde aufbringen, zuzüglich der 32.000 Euro Einrichtungskosten. Deshalb sollen nach derzeitigem Plan 245.000 Euro in den Haushaltsplan 2022 eingestellt werden.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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