Coronavirus: „Die Ereignisse überschlagen sich weiterhin“

Coronavirus

Das Coronavirus wirbelt das Raesfelder Gemeindeleben derzeit täglich durcheinander. Das ist der Stand bei Elternbeiträgen, Osterfeuern und in der Kirchengemeinde.

Raesfeld

, 20.03.2020, 11:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Spielplätze sind gesperrt - und ob sich alle daran halten, wird laut Bürgermeister Andreas Grotendorst kontrolliert.

Die Spielplätze sind gesperrt - und ob sich alle daran halten, wird laut Bürgermeister Andreas Grotendorst kontrolliert. © Berthold Fehmer

Da die steigende Zahl von Virusinfektionen bald die medizinischen Kapazitäten überfordern könnte, würde sich Bürgermeister Andreas Grotendorst freuen, wenn sich Raesfelder mit medizinischem Hintergrund, die helfen könnten, im Rathaus telefonisch oder per E-Mail melden.

Osterfeuer als Ort des Zusammenkommens von Menschen werden in diesem Jahr untersagt, so Grotendorst. Falls Landwirte Grünschnitt abbrennen wollen, werde dies wohl erlaubt.

Sperrung der Spielplätze wird kontrolliert

Die Sperrung der Spielplätze werde kontrolliert, sagt Grotendorst. „Das machen wir auch selbst. Wenn es Hinweise gibt, dass das Verbot nicht eingehalten wird, gehen wir dem nach.“ Kontrollen seitens des Ordnungsamts gibt es natürlich auch bei den anderen Verboten.

Andere Kommunen und Kreise haben bereits angekündigt, die Elternbeiträge für Kinderbetreuung nicht mehr einziehen zu wollen. „Darüber muss man reden“, sagt auch Grotendorst, der angesichts der aktuellen Situation aber um Verständnis bittet: „Das Thema Elternbeiträge steht im Moment nicht an erster Stelle.“

Keine Taufen und Trauungen mehr

In der St.-Martin-Kirchengemeinde hat sich Pfarrer Michael Kenkel auf der Homepage an die Mitglieder gewandt: „Die Ereignisse überschlagen sich weiterhin.“ Laut Generalvikar dürften nun auch keine Taufen und Trauungen mehr im kleinen Kreis stattfinden. Beerdigungen seien nur noch im Freien erlaubt, außer wenn es regne. Dann müsse aber für Durchzug in den Hallen gesorgt werden.

Um die Mitarbeiter im Pfarrhaus zu schützen, ist das Pfarrbüro ab jetzt geschlossen für den Publikumsverkehr, per E-Mail, telefonisch oder per Post aber immer noch erreichbar. Das Erler Büro wird komplett geschlossen.

Wallfahrt wird verschoben

Aus Oberammergau sei die Meldung eingetroffen, dass die Passionsspiele auf 2022 verschoben würden, so Kenkel. „Damit wird auch unsere Gemeindewallfahrt nach Oberammergau und nach Österreich abgesagt. Die Anzahlung kann komplett zurückgezahlt werden. Ein Schreiben an die Teilnehmer folgt in der nächsten Woche.“

Per Internet überträgt Kenkel mittlerweile Gottesdienste aus dem Pfarrhaus. Über 420 Menschen hätten dabei am Mittwoch zugeschaut. „Das gemeinsame Gebet funktioniert also. Montags bis samstags soll nun so der Gottesdienst übertragen werden. Für Sonntags überlegen wir noch.“ Zu sehen sind die Gottesdienste auf der Facebook-Seite Michael Kenkels. Weitere Übertragungsmöglichkeiten will Kenkel prüfen.

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