Wenn der Raesfelder Hauptausschuss im September über die mobilen Luftfilter diskutiert, hat die Schule längst schon wieder begonnen, und der Herbst steht vor der Tür. © dpa
Coronavirus

Corona-Welle im Anmarsch: Luftfilter statt dicke Jacken an Raesfelder Schulen?

Nachdem der Bund 200 Mio. Euro für mobile Luftfilteranlagen in Schulen versprochen hat, will die Raesfelder SPD die Anschaffung solcher Geräte beschleunigen. Doch schnell wird‘s nicht gehen.

Alle wollen jetzt Luftfilter. Nachdem der Bund unlängst angekündigt hat, 200 Millionen Euro für mobile Luftfilteranlagen bereitstellen zu wollen, werden Eltern- und Lehrerverbände sowie Politiker nicht müde, für ihren jeweiligen Wirkungsbereich die Anschaffung solcher Anlagen zu fordern. Das geschieht jetzt auch in Raesfeld.

Dort beantragt Fraktionschefin Elke Rybarczyk im Namen der SPD-Ratsfraktion, die Klassenräume aller Schulen in der Gemeinde mit Raumluftfiltern auszustatten. Bisher seien lediglich jene Klassen damit ausgerüstet, in denen aufgrund fehlender Fenster kein Durchlüften möglich sei, erklärt die Sozialdemokratin ihren Vorstoß.

Lüften und Corona bleiben als Dauerthemen erhalten

Im Herbst und Winter sei nach Expertenaussagen mit einer weiteren Corona-Welle zu rechnen, sagt Elke Rybarczyk. Konsequentes Lüften bleibe also ein Dauerthema: „Das ist aus unserer Sicht weder den Schülerinnen, Schülern noch den Lehrerinnen und Lehrern zuzumuten. Bereits im letzten Winter haben sie Unterricht in dicken Pullovern, Jacken mit Schals, Mützen und Handschuhen erdulden müssen.“ Da man wohl davon ausgehen müsse, dass das Coronavirus künftig Teil unseres Lebensalltages bleibe, sei die Ausstattung der Klassenräume auf längere Sicht unvermeidbar.

Die FDP hatte bereits im Februar einen ähnlich lautenden Antrag im Bau- und Umweltausschuss gestellt, der jedoch auf Anraten der Verwaltung mit den Stimmen von CDU und Grünen abgelehnt wurde. Alle Klassenräume der beiden Grundschulen und der Julia-Koppers-Gesamtschule seien gut zu lüften, führte die Verwaltung im Frühjahr aus, und mobile Luftreiniger seien ohnehin lediglich als Ergänzung zum aktiven Lüften gedacht, da sie keineswegs Raumluft gegen Außenluft tauschen.

Bund hat 200-Millionen-Euro-Programm versprochen

Elke Rybarczyk ist davon überzeugt, dass man angesichts eines erneuten Corona-Winters die Entscheidung vom Frühjahr, als niedrige Außentemperaturen kein Thema waren, noch einmal überdenken muss. Die Politikerin erklärt: „Wir stehen auf dem Standpunkt, dass der Erwerb der Geräte jetzt Sinn macht. Wir vermuten, dass Anschaffungskosten sich verringert haben und Technik sich im Laufe der vergangenen Zeit deutlich verbessert hat.“

Nach der Ankündigung des Bundes, 200 Millionen Euro für die Anschaffung mobiler Luftfilter bereitzustellen, sei jetzt Eile geboten, mahnt Rybarczyk, falls die Vergabe der Mittel nach dem „Windhundprinzip“ erfolge. Die SPD will übrigens nicht nur die Raesfelder Grund- und Gesamtschulkinder geschützt wissen, sondern fordert auch die Ausrüstung der Kindergärten mit Luftfiltern.

Die Raesfelder Verwaltung teilte indes auf Nachfrage mit, den Antrag der SPD im September dem Hauptausschuss zur Entscheidung vorlegen zu wollen.

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Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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