Die Coronakrise sorgte in Raesfelder und Schermbecker Beherbergungsbetrieben für extrem schlechte Übernachtungszahlen im Jahr 2020. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Coronavirus

Corona-Pandemie: Übernachtungszahlen auf „historischem Tief“

Beherbergungsbetriebe erlebten 2020 wegen der Corona-Pandemie ein historisches Debakel. In den Übernachtungszahlen für Schermbeck und Raesfeld gibt es aber einen bemerkenswerten Anstieg.

Ein „historisches Tief“ meldet das Statistische Landesamt IT.NRW in seinen aktuellen Zahlen sowohl bei der Zahl der Gäste als auch die der Übernachtungen für das Jahr 2020. Für ähnlich niedrige Zahlen muss man in der Statistik 30 bis 35 Jahre zurückblicken.

Auch Schermbecker und Raesfelder Betriebe sind von dieser Entwicklung nicht verschont geblieben. Betriebe ab zehn Betten wurden in der Statistik erfasst. Für Raesfeld registrierte sie im Jahr 2020 einen Rückgang von 6 auf 5 Betriebe und damit verbunden von 170 auf 146 Betten. Geöffnet waren aber nur vier Betriebe, sodass nur 113 Betten wirklich angeboten worden seien.

Niedrige Auslastung der Betten

Trotz dieses erheblichen Rückgangs beim Bettenangebot sorgte die Pandemie dafür, dass die Auslastung der Betten dennoch von 25,1 auf 9,9 Prozent im Jahr 2020 sank. Waren 2019 noch 9.542 Gästeankünfte in Raesfeld registriert worden, fiel die Zahl 2020 auf 4.285. Ein Minus von 55,1 Prozent! Die Zahl der Übernachtungen sank um 44,2 Prozent auf 44.603.

Die Zahl der Ankünfte von Gästen aus dem Ausland sank von 267 auf 208 (-22,1 Prozent). Bemerkenswert ist aber: Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste ist nicht gesunken, sondern deutlich gestiegen. Um 90,4 Prozent auf 775. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg bei ausländischen Gästen von 1,5 auf 3,7 Tage.

Acht Betriebe geöffnet

In Schermbeck waren 2020 laut Statistik von zehn Betrieben mit mehr als zehn Betten nur acht geöffnet. Dies führte zu einem Rückgang der angebotenen Betten von 503 auf 332. Deutlich zurück ging die durchschnittliche Auslastung der Betten von 29 auf nur noch 2,6 Prozent.

Statt 37.943 Gästeankünften in Schermbeck im Jahr 2019 waren es 2020 nur 20.011. Ein Minus von 47,3 Prozent. Bei 1.761 Ankünften waren davon Gäste aus dem Ausland (-55,6 Prozent).

Zahl der Übernachtungen ging um 43 Prozent zurück

Die Zahl der Übernachtungen sank von 67.289 auf 38.383 (-43 Prozent), wobei 3.601 Übernachtungen ausländischer Gäste gezählt wurden (-56,9). Den einzigen steigenden Wert verbuchten die Betriebe bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer: Diese stieg von 1,8 auf 1,9 Tage, sank bei ausländischen Gästen allerdings von 2,1 auf 2 Tage.

Mit den Zahlen liegen Schermbeck und Raesfeld etwa im Landesschnitt. NRW-weit wurden 2020 54,9 Prozent weniger Besucher und 46,5 Prozent weniger Übernachtungen gezählt als im Jahr 2019.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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