Der Kreis Borken hat die Infektionen der vergangenen Wochen analysiert. Auch das Geschehen an den Schulen wird engmaschig kontrolliert. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Coronavirus

Corona: „60 Prozent der Betroffenen kommen aus anderem Kulturkreis“

Der Abwärtstrend der Inzidenz im Kreis Borken ist vorerst gestoppt. Bei den Neuinfektionen lautet die Analyse des Kreises: „60 Prozent der Betroffenen kommen aus einem anderen Kulturkreis.“

In Raesfeld sind aktuell 15 Personen (-1) infiziert. Bei 71,8 (+3) lag die Wocheninzidenz am Freitag im Kreis Borken. Am 30. August lag der kreisweite Inzidenzwert noch bei 103,9, am 5. September bei 79,7 Prozent. „Die Inzidenz ging damit stärker zurück als im landes- und bundesweiten Trend“, so der Kreis in seiner Analyse des Infektionsgeschehens vom 30.8. bis 5.9.

„Das Infektionsgeschehen hat sich damit etwas beruhigt, was sicherlich auch im Zusammenhang mit den nachlassenden Urlaubsreisen in Verbindung steht“, so der Kreis. In Zahlen: 7,8 Prozent der Neuinfektionen gingen noch auf Urlaubsreisen zurück – in der Woche davor 22,4 Prozent. Häufigster Ansteckungsort ist das häusliche Umfeld (47,4 Prozent). Arbeitsplatz (4,1 Prozent) und Einrichtungen (5,1 Prozent) spielen untergeordnete Rollen. In 23,5 Prozent der Fälle konnten Betroffene keine Angaben zu möglichen Infektionsquellen machen.

Lob für die Schulen

Der Kreis stellt zudem fest, „dass in den heimischen Schulen sehr umsichtig und mit Augenmaß mit der Corona-Situation umgegangen wird. Dabei werden häusliche Absonderungen nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich behördlich angeordnet.“ Die Inzidenz der 0- bis 19-Jährigen war von über 200 im August am Donnerstag auf 88,9 gesunken, aber zu Freitag wieder auf etwa 110 gestiegen.

In einzelnen Einrichtungen der Altenpflege, die über Monate nur ganz wenige Infektionen festgestellt hatten, sind wieder Ausbruchsgeschehen unter Bewohnern und Beschäftigten zu verzeichnen. „Dies entspricht zurzeit einer allgemeinen Entwicklung auf Landesebene“, so der Kreis. Die Mehrheit der hospitalisierten Personen seien nicht geimpft. Die Inzidenz der Über-80-Jährigen liegt aktuell bei 99,3.

Unterschiedliche Impfquoten bei Betroffenen

293 Neuinfektionen vom 30.8. bis 5.9. verteilten sich im Kreis auf etwa 40 Prozent aus dem deutschen Kulturkreis und 60 Prozent aus einem anderen Kulturkreis, so der Kreis Borken. In der Vorwoche war die Relation sogar 29 zu 71 Prozent. Deutlich unterscheidet sich bei Betroffenen der Impfstatus: Während aus dem deutschen Kulturkreis 57 Prozent der Betroffenen mindestens einmal geimpft waren, sind es bei der anderen Gruppe nur 28 Prozent. Der Anteil vollständig Geimpfter an den 293 Fällen liegt bei etwa 32 Prozent.

Bei der Krankenhausbelegung zeigt sich aber, dass Geimpfte besser geschützt sind. Aktuell liegen von 17 Personen, die mit Corona in Krankenhäusern des Kreises behandelt werden, 6 auf der Intensivstation. „Der ganz überwiegende Teil war ungeimpft“, so der Kreis.

Vollständig geimpft im Kreis sind 69,15 Prozent der Menschen. „Da dem Kreis Borken die Impfzahlen der Betriebsärzte nicht vorliegen, wird die tatsächliche Zahl der geimpften Personen noch größer sein.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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