Die Bürgerstiftung will das von Arno Berning geerbte Haus am „Freiter Pättken" ab Sommer vermieten. © Berthold Fehmer
Arno Berning

Bürgerstiftung vermietet geerbtes Haus in absoluter Toplage

Als Arno Berning, langjähriges Rats- und Kreistagsmitglied, am 30. November 2020 starb, hatte er die Bürgerstiftung als Erbin bestimmt. Diese will nun Bernings Haus in Toplage vermieten.

Heiko Gudel, Leiter der Vermögens- und Immobilienverwaltung der Volksbank Raesfeld und Erle sowie Bürgerstiftungsvorstand, sagt, nach dem Tod Bernings „hatten wir eine vage Vermutung, dass was auf uns zukommen könnte“. Mitte Dezember erhielt die Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer Post vom Amtsgericht, dass Berning die Bürgerstiftung als Alleinerbin eingesetzt hatte.

Mit der Testamentseröffnung kamen aber auch viele Pflichten auf die Bürgerstiftung zu: Denn Berning hatte „Vermächtnisse“ bestimmt. Der Dozent an der Polizeihochschule Hagen hatte seine „Riesenbibliothek“ einem alten Professorenkollegen vermacht.

Das Arbeitszimmer von Arno Berning: Seine umfangreiche Bibliothek vermachte er einem Professorenkollegen.
Das Arbeitszimmer von Arno Berning: Seine umfangreiche Bibliothek vermachte er einem Professorenkollegen. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Dieser reiste aus Passau mit einem Transporter an und befürchtete aufgrund der Menge an Büchern: „Ich glaube, ich kriege Hausverbot.“

Heimatverein, Tennisverein, Feuerwehr Erle, Flüchtlingshilfe: Viele profitierten bereits vom Nachlass Bernings, der seitens der Bürgerstiftung zunächst in mühsamer Arbeit gesichtet werden musste. Das fiel den Mitgliedern nicht leicht, weil viele Arno Berning gut kannten, der keine nahen Verwandten mehr hatte. Viel Geld werde aus Bernings Nachlass nicht übrig bleiben, vermutet Heiko Gudel. Der wichtigste Teil des Erbes, Bernings Haus, soll nun ab Sommer vermietet werden.

Ein Blick ins Wohnzimmer des Hauses mit Kamin.
Ein Blick ins Wohnzimmer des Hauses mit Kamin © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Errichtet wurde dieses von den Eltern Bernings im Jahr 1960 am „Freiter Pättken“ – ziemlich genau in der Mitte zwischen Raesfelder Ortskern und Schloss in einer Sackgasse und im verkehrsberuhigten Bereich. Eine bessere Toplage dürfte in Raesfeld nur schwer zu finden sein.

200 Quadratmeter Wohnfläche

Über 200 Quadratmeter Wohnfläche, ein 890 Quadratmeter-Grundstück mit Garten und Doppelgarage, voll unterkellert mit Partyraum, sechs Zimmer: Die Anfragen nach diesem Mietobjekt dürften nun auf die Bürgerstiftung einprasseln, die auch schon einige Kaufinteressenten abwehrte.

Ab Sommer soll das Haus vermietet werden. Hier ein Blick ins Schlafzimmer.
Ab Sommer soll das Haus vermietet werden, hier ein Blick ins Schlafzimmer. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Von den künftigen Mietern hat die Bürgerstiftung eine Wunschvorstellung: „Wir hätten gerne eine Raesfelder Familie“, so Gudel. Das Haus sei „gut in Schuss“, aber natürlich nicht neu. Deshalb sei es im Sinne der Bürgerstiftung, wenn die künftigen Mieter handwerklich bewandert seien. „Den Preis wissen wir noch nicht – er sollte Lage und Objekt entsprechend sein“, so Gudel über die mögliche Miethöhe. „Es soll nicht auf den letzten Euro ankommen.“ Interessenten können sich an post@stiftung-reh.de wenden.

Das 890-Quadratmeter-Grundstück umfasst auch diesen Garten.
Das 890-Quadratmeter-Grundstück umfasst auch diesen Garten. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Von den Mieteinahmen ab Sommer will die Bürgerstiftung eine Instandhaltungsrücklage für das Haus bilden, aber auch Projekte der Bürgerstiftung weiter vorantreiben. Durch das Erbe Arno Bernings seien auch andere im Ort auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden, mit dem Nachlass nachhaltig etwas für Raesfeld zu tun, sagt Gudel.

Projekte sollen wieder anlaufen

Bürgerstiftungsvorsitzende Jutta Bonhoff sagt, man sammle derzeit noch Ideen, wie man das Gedenken an Arno Berning in der Gemeinde aufrecht erhalten könne. Durch die Lockerungen der Corona-Regeln peilt die Bürgerstiftung aber auch wieder die Aufnahme ihrer Dauerprojekte an: etwa ein „Tischlein-deck-dich“-Picknick am 12. Juli in Raesfeld.

Für laufende Projekte wie die „Plauderbänke“ oder Schutzhütten für Radfahrer und ähnliches erwartet Bonhoff mit den künftigen Miteinnahmen eine bessere Planbarkeit bei der Finanzierung. „Dann sind wir nicht nur auf Spenden angewiesen.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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