Bürger haben viele Ideen für die Zukunft Raesfelds

Zukunftstag

Für ein Raesfeld im Jahr 2030 haben die Bürger viele Ideen. Das wurde beim „Zukunftstag“ am Freitagnachmittag in der Sebastian-Schule deutlich. Allerdings auch, dass nicht alle Wünsche erfüllbar sind.

Raesfeld

, 07.09.2018, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie könnte eine neue Dorfmitte in Raesfeld aussehen? Darüber wurde an dieser Station beim "Zukunftstag" in der Sebastian-Schule am Freitag diskutiert.

Wie könnte eine neue Dorfmitte in Raesfeld aussehen? Darüber wurde an dieser Station beim "Zukunftstag" in der Sebastian-Schule am Freitag diskutiert. © Berthold Fehmer

Weniger Besucher (etwa 70) als bei der Auftaktveranstaltung mit annähernd 200 im Mai konnten die Organisatoren begrüßen. Vielleicht war das auch dem Termin um 16 Uhr geschuldet. Mangelndes Interesse kann es eigentlich nicht gewesen sein. Bürgermeister Andreas Grotendorst führte in seiner Begrüßung aus, dass fast 300 Rückmeldungen auf die Online-Befragung gekommen seien. „Das ist mehr als in anderen Städten“, sagte Elke Frauns vom Büro Frauns, das die Entwicklung des Dorfentwicklungskonzepts betreut.

Starkes Interesse am Ehrenamt

In vier Gruppen könne man die Anregungen einteilen, sagte Grotendorst. Einmal konkrete Projekte, etwa die Nachfolge-Nutzung des Hotels Epping oder die Gestaltung des Umfelds der Femeiche. Dann Anregungen, die die Verschönerung des Ortes beträfen. Diese wolle man im Arbeitskreis Grünflächen besprechen. Dann seien „überraschend viele“ Hinweise gekommen, dass man das Ehrenamt mehr in den Fokus rücken müsse. Hierfür soll eine eigene Arbeitsgruppe gegründet werden. Viertens seien Vorschläge gekommen, wie etwa die Anhebung der Ehrenamtspauschale, auf die man als Gemeinde aber keinen Einfluss habe, so Grotendorst.

„Mit gelockerter Vernunft“

Konkret besprochen wurden am Freitag die städtebaulichen Projekte. „Da gibt es im Moment nur die Überschrift“, sagte Frauns, die die Teilnehmer bat, „mit gelockerter Vernunft“ Vorschläge zu machen. „Es ist nicht ihre Aufgabe, zu überlegen, ob das funktioniert oder ob das finanziert werden kann.“ Joachim Sterl vom Büro Post, Welters und Partner stellte die Themen vor:

Ortsmitte Raesfeld: Die Bürger wünschen auf dem Froschbrunnenplatz eine Gastronomie, ein Heimatmuseum anstelle des Hauses Epping wurde vorgeschlagen und auf der Straße Am Rathaus solle eine Platzsituation für Außengastronomie geschaffen werden. Ein Festsaal wurde außerdem gewünscht.

Öffnung der Gesamtschule zum Quartier: Sitzmöglichkeiten und eventuell ein Schachfeld konnten sich hier Bürger vorstellen.

Freiter Pättken: Generationenübergreifend soll die Verbindung von Schloss zum Ortskern werden. Eine Obstbaum-Allee konnte sich eine Teilnehmerin an der Stelle vorstellen. Bänke wurden ebenfalls gewünscht.

Hofstelle Böckenhoff: Eine neue Dorfmitte soll mit der Weiterentwicklung des Hofs in Erle entstehen (wir berichteten). Bei der Umgestaltung solle aber der dörfliche Charakter erhalten bleiben, forderte ein Bürger. Und einem Landwirt war wichtig, dass die Schermbecker Straße für größere Fahrzeuge weiterhin ausgelegt bleibe.

Femeiche: „Hier gibt es ein großes Potenzial aus unserer Sicht, das müsste gehoben werden“, sagte Sterl. Man müsse die alte Obstwiese und den Garten südlich des alten Pfarrheims einbeziehen, forderte ein Bürger. Auch eine öffentliche Toilette sowie ein Café wurden gewünscht.

Nachbarschaftshütten: Eine Idee der Bürgerstiftung, die Orte zum Treffen und Verweilen in den Wohnquartieren anregt.

Ortseingänge und -Durchfahrten: Handlungsbedarf bestehe an den „Visitenkarten“ von Raesfeld, so Sterl. Ein Rückbau der Bundesstraße 70, Blumenschmuck für die Ortsschilder sowie ein Schild an der B 224 in Erle mit Hinweis auf die Femeiche wurden angeregt.

Skulpturenweg: Ein Kunst-Skulpturenweg für Radfahrer und Fußgänger durchs ganze Gemeindegebiet wurde diskutiert.

Aus den Anregungen soll ein Bericht erstellt werden, der laut Frauns etwa 80 bis 120 Seiten umfassen wird und bis November fertig sein muss.

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