Wortwitz und hintergründige Texte: Maybebop überzeugen bei Auftritt in Olfen

dzA-Capella-Band

Für Maybebop war es eine Premiere. Ihr Auftritt am Samstag war der erste in Olfen. Das Publikum zeigte sich beeindruckt und konnte fast nicht glauben, dass alles live ist.

Olfen

, 10.02.2019, 14:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kann man das Alphabet singen? Nun ja, die Gruppe Maybebop kann es jedenfalls. Stürmisch gefeiert wurden die vier A-Capella-Sänger bei ihrem Auftritt am Samstag in der Olfener Stadthalle. Dabei waren sie nicht die einzigen, die für lustige Momente sorgten.

Lokale Künstler treffen auf Maybebop

Beim Karaoke mit den Besuchern kam Carsten Spräner von der lokalen A-Capella-Gruppe Swingersöhne – Agrapella aus Westfalen auf die Bühne. Es schien so, als gehöre er dazu: Humor, Bühnenpräsenz und Liedgut passten perfekt. Mit dem Titel „Schulte Loh“ auf Plattdeutsch und der Melodie von „Armer Gigolo“ begeisterte er mit Maybebop das Publikum.

Natürlich war er großer Fan der Gruppe und erzählte, dass seine eigene Band viele Lieder von Maybebop, Basta oder den Wise Guys adaptieren. Auch Anke und Ute aus Olfen machten auf der Bühne eine gute und sympathische Figur. Die Beiden wurden für ein Musikquiz auf die Bühne geholt. Die Sänger stimmten Melodien von Fernsehserien an und die Kandidatinnen drückten, bei Erkennen, auf den „Buzzer“. Der bestand aus Mitgliedern der Gruppe. Eifrig riet das Publikum mit.

Der Auftritt am Samstag ist Maybebops Premiere in Olfen. Für viele Olfener waren sie vielleicht daher unbekannt, doch die treuen Fans der Gruppe reisen aus vielen Teilen des Umlands heran. Die Gruppe selbst reiste mit leichtem Gepäck, denn für ihre Musik brauchen sie keine Instrumente. Zu ihrer Show gehört dabei auch ein Lichtmanagement, das die Gruppe effektiv beleuchtet und großartige Akzente setzt.

Wortwitz und eine Message

Hintergründige Texte, Wortwitz, charmante Moderation und ein breites Spektrum verschiedener Musikgenres ließen das Olfener Publikum am Ende jubeln. „Das war super, toll“ urteilte das Publikum. Die einzelnen Stücke waren so fantastisch arrangiert, dass viele nicht glauben konnten, es sei alles live gesungen.

Diese exakten Harmonien, die Einsätze und Tonlagen hielten die Besucher in Atem. Ihrer Begeisterung machten sie sich durch lang anhaltenden Applaus Luft. Inhaltlich verarbeitete die Gruppe viele Lebenssituationen und widmeten sich dem Zeitgeist. Es ging um Träume und Wünsche und auf der Suche nach etwas, das Halt gibt. Es ging um die immerwährende Möglichkeit, online zu sein und die Qualen, wenn es mal nicht so ist. Fußballgötter und anderen Idole der Neuzeit verarbeiteten die Sänger mit ihrem sakralen „Schiri eleison“.

Liebenswerte Improvisation

Liebenswert und nach Art der „Comedian Harmonists“ beschrieben sie die heimliche, aber zwecklose Liebe zur Klavierlehrerin. Den alten Schlager „Am Samstag will mein Süßer mit mir segeln gehen“, interpretierten die Sänger neu und modern. Mit der Berliner Schnauze von Lukas Teske wurde daraus eine Bekanntschaft mit hohen Erwartungen, die dann doch noch ein gutes Ende fand.

Bariton Oliver Gies schilderte seine widersprüchlichen Gefühle gegenüber seinen Mitbewohnern in der WG. Gestand dabei „Ich bin verdammt, mit ihnen zu leben“. Bald stand aber fest, es handelte sich um die eigenen beiden Kinder. Mit einem Medley verschiedener Pop-Songs von Nena bis Pink Floyd begeisterten die Sänger ein weiteres Mal. Sehr großen Spaß hatte das Publikum an der Improvisation mit eingerufenen Begriffen.

Tatsächlich schaffte es Oliver Gies, aus Bügelpuppe, Liebelei, Videobeweis und Olfener Karneval einen sinnvollen Text zu basteln, der als Shanty präsentiert wurde. Ein wenig ratlos waren die Besucher beim Hiphop „Platzhalter“. Nicht alle verstanden am Anfang akustisch den immer wiederkehrenden Aufruf: „hier Bandname einfügen“. Es ging um Statements und Aussagen, die für Gruppen stehen wie Musikbands, Fußballvereine, Städte, Religion, Parteien, Heimatland, Hautfarbe. Teilweise flossen ins Programm schon Teile des neuen Programms Ziel:los ein. Genial. Ein super Abend für alle, die dabei waren.

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