Ab kommender Woche schreiben die Q2-Schüler der Wolfhelmschule in Olfen ihre Abitur-Prüfungen. Derweil wird geklärt, wann und wie der Rest der Schülerschaft wieder Präsenz-Unterricht erhält.

Olfen

, 08.05.2020, 09:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

So langsam wird es ernst für die 66 Schüler der Qualifikationsphase 2 (Q2) der Wolfhelm-Gesamtschule in Olfen. Ab kommenden Dienstag (12.5.) treten sie ihre schriftlichen Abitur-Prüfungen an.

Wie auch in den vergangenen Jahren wird es auch in diesem Schuljahr ein zentrales, landesweites Abitur geben - trotz zwischenzeitlicher, Corona-bedingter Schließung. Ein Nachteil für Schüler? „Nein“, sagt Schulleiter Dr. Jerome Biehle, „es gibt keine Gründe, von diesem Verfahren abzuweichen.“ Durch die Schul-Schließungen Mitte März sind für die Q2-Schüler zwei Wochen Unterricht entfallen. „Diese zwei Wochen haben wir jetzt mit drei Wochen Präsenz-Unterricht auskömmlich kompensiert. Die Schüler sind bestens auf die Abitur-Prüfungen vorbereitet“, so Biehle.

Schule auf Worst-Case-Szenario vorbereitet

Der Plan sieht vor, dass die Q2-Schüler ihre Prüfungen in normalen Unterrichts-Räumen schreiben. Und zwar unter denselben Bedingungen, unter denen sie zuletzt auch beschult worden sind. Also in kleineren Gruppen und mit Sicherheits-Abstand. „Die Schüler sollen die Prüfungen in vertrauter Umgebung schreiben, in der sie die letzten neun Jahre auf das Abitur vorbereitet worden sind. Denn Räume binden Gefühle“, sagt Biehle.

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Die Wolfhelmschule hat sich jedoch auch auf ein Worst-Case-Szenario vorbereitet. Biehle: „Alternativ können wir für die Prüfungen auch auf Räumlichkeiten der Stadt zurückgreifen, wie etwa das Leohaus oder auch die Turnhalle. Aktuell gehen wir aber davon aus, dass die Schüler die Prüfungen in normalen Unterrichtsräumen schreiben werden.“ Zudem soll der eigene Fachlehrer der Schüler während der ersten beiden Stunden vor Ort sein. „Das ist bei uns Usus. Nach den ersten beiden Prüfungs-Stunden erfolgt ein Aufsichts-Wechsel“, so Biehle.

Abweichungs-Prüfungen entfallen

Was die Prüfungen angeht, bleibt also fast alles beim Alten. Lediglich die sogenannten Abweichungs-Prüfungen entfallen, falls ein Schüler in den jeweiligen Abiturprüfungen mit vier oder mehr Punkten von seiner Vornote abweicht. Diese Abweichungs-Prüfungen hat das Schulministerium ohnehin ab dem kommenden Schuljahr abgeschafft - nun schon ein Jahr früher als ursprünglich geplant.

Schüler, die an drei nacheinander folgenden Tagen Prüfungen haben, dürfen eine von den drei Prüfungen in die Nachschreibe-Phase ab dem 26. Mai schieben. „Davon sind bei uns drei Schüler betroffen. Wir haben mit den Schülern über das Thema gesprochen und sie beraten. Von der Regelung Gebrauch gemacht hat aber nur ein Schüler“, sagt Biehle.

Mündliche Prüfungen unterscheiden sich nur minimal von den Prüfungen der vergangenen Jahre
„Wir werden ein Setting finden, das für die Schüler nicht unangenehm ist“
Schulleiter Dr. Jerome Biehle über die mündlichen Abitur-Prüfungen

Am Freitag (8.5.) erhalten die Schüler ihre Abitur-Zulassung. Die Vor-Abi-Klausuren haben alle Schüler ohne Ausnahme vor der Schul-Schließung abgelegt. „Die Vor-Abi-Klausuren sind bei uns alle planmäßig vor der Schul-Schließung geschrieben worden. Da hatten wir das Glück, dass kein Schüler Nachschreibe-Termine wahrnehmen musste“, so Biehle. Ab dem 26. Mai folgen sodann die mündlichen Abitur-Prüfungen der Schüler.

Diese sollen sich laut Biehle nur minimal von den mündlichen Prüfungen der vergangenen Jahre unterscheiden: „Wir haben große Räume, in denen wir die Abstands-Regeln problemlos einhalten können. Wir werden da ein Setting finden, das für die Schüler nicht unangenehm ist. Zudem wird es in diesem Jahr keine Gasthörer in den mündlichen Prüfungen geben.“ Die Zeugnis-Vergabe soll anschließend an die Nachschreibe-Phase spätestens am 27. Juni stattfinden.

Q1-Schüler kehren ab kommenden Montag zurück zur Schule

Schon ab kommenden Montag (11.5.) kehren auch die Schüler der Q1 zurück zur Schule. Ab dem 26. Mai sollen dann rollierend die restlichen Schüler Präsenz-Unterricht erhalten. Was die Planung dafür anbelangt, steht Biehle mit seinem Kollegium vor einer Mammut-Aufgabe.

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„Wir können unmöglich alle Jahrgänge gleichzeitig beschulen“, sagt Biehle, „deshalb überlegen wir gerade, an welchen Tagen welcher Jahrgang unterrichtet werden kann.“ Denn alle Schüler müssen bis zu den Ferien gleichberechtigt Unterricht erhalten. Auch bewegliche Ferientage - wie etwa nach Christi Himmelfahrt - müssen dabei bedacht werden. „Diesbezüglich werden wir die Schulgemeinschaft und die Eltern hoffentlich am Freitag (8.5.) in einer Schul-Mail informieren, in der wir die Situation genau erläutern werden“, so Biehle.

EF-Schüler erhalten ab 26. Mai wieder Präsenz-Unterricht

Ab dem 26. Mai kehren also auch die Schüler der Einführungs-Phase (EF) wieder zurück in die Schule. Gerät die Schule deshalb in Zeitdruck, weil die EF-Schüler für die Qualifikationsphase schließlich noch ihre Leistungskurse wählen müssen? „Nein“, sagt Biehle, „die Schüler sind das ganze Jahr über gut vorbereitet worden, was für sie der passende Kurs sein könnte. Sie wurden von den Lehrern umfangreich informiert. Darüber hinaus haben sie noch Sprechstunden-Zeiten, in denen sie finale Fragen klären können“, erklärt Biehle.

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