Die Wieschhofschule bleibt ab der kommenden Woche geschlossen. © Thomas Aschwer (Archiv)
Coronavirus in Olfen

Wieschhofschule will mit verschärftem Konzept Komplettschließung vermeiden

So lange wie möglich Präsenzunterricht erhalten - das ist das Ziel von Wieschhofschule und Stadt Olfen. Dazu gibt es ein Trennungskonzept. Aber nicht alles lässt sich kontrollieren.

Im Frühjahr konnten die Grundschüler in Olfen wie im ganzen Land wochenlang nicht zur Schule gehen. Auch die Herbstferien starteten für die Wieschhofschüler eine Woche früher – wegen eines Coronafalls. Nun ist die Schule wieder gestartet und die Lehrer und der Schulträger wollen alles Mögliche unternehmen, um eine komplette Schulschließung wegen einer Covid-19-Infektion künftig zu vermeiden.

Ziel sei es, im Ernstfall nur Teile der Grundschule in Quarantäne schicken zu müssen, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann gegenüber der Redaktion. Dazu hätten die Stadt als Schulträger und die Grundschulleitung jetzt zum Schulstart am Montag über geeignete Vorsichtsmaßnahmen gesprochen.

Kinder werden nach Klassen getrennt

Obwohl das pädagogische Konzept der Wieschhofschule eigentlich etwas anderes vorsieht, seien die Klassen komplett getrennt worden, erklärt Schulleiterin Petra Deuker. Wenn vorher etwa die Klassen 1 und 2 gemeinsam Sport hatten, oder 3er und 4er gemeinsam Englisch lernten, geschehe dies nun getrennt. Jeder Klassenverband lernt für sich. „Es hat vorher so etwas wie ein Durchweben gegeben“, so Deuker.

Bislang sei der Schulstart nach den Herbstferien gut gelaufen, findet die Schulleiterin. „Wir haben einen tollen Schulhof“, so Deuker. So könne nach einem rotierenden System jede Gruppen einen Bereich des Hofs zum Spielen nutzen. Am nächsten Tag werde gewechselt. Auf dem Pausenhof stehen nun doppelt so viele Aufsichtspersonen. Im Schulgebäude gibt es ein Einbahnstraßensystem, damit sich die Kinder nicht begegnen. Den Klassen seien separate Eingänge zugewiesen worden und es werde regelmäßig gelüftet. Auf die Lehrer kämen so viele Aufgaben und eine hohe Belastung zu, so Deuker. „Aber keiner will die Situation vom Frühjahr zurück.“ Ziel sei, möglichst viel Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten.

Doch im Nachmittagsbereich gestalte sich die strikte Trennung von Klassen schon schwieriger. Im OGGS-Bereich stünden nicht so viele Betreuer bereit, dass nur einzelne Schüler aus einer Klasse betreut werden können. Dort müssten kleine Gruppen entstehen, so Deuker. Auch am Nachmittag könne sie nicht kontrollieren, ob sich Kinder bei ihren Hobbys oder privat treffen. „Es wird immer in irgendeiner Form Durchmischung geben.“ Aber in der Schulzeit „achten wir so gut es möglich ist, darauf.“

„Sehr genau überlegen, was man noch machen kann“

Bürgermeister Sendermann hatte bereits vor Kurzem bekräftigt, dass es das Ziel sei, Schulen und Kitas so lange wie möglich geöffnet zu halten. Er appelliert auch weiterhin an die Disziplin und das Durchhaltevermögen der Olfener. Man müsse in Zukunft immer wieder „sehr genau überlegen, was man noch machen kann“, so Sendermann. „Aber ich bin sehr dafür nicht alles runterzufahren.“

Die Stadt bemühe sich, Alternativen zu finden, die coronakonform seien. So soll es auch bei hohen Infektionszahlen möglich sein, Projekte voranzutreiben. Als Beispiel nennt der Bürgermeister die Sanierung des Eckernkamps. Eine Bürgerinformationsveranstaltung hatte mit ausreichend Abstand und Hygienemaßnahmen im Leohaus stattgefunden. Die Corona-Pandemie werde noch länger dauern. Das Leben und die Entwicklung Olfens solle deshalb nicht stillstehen. „Wir wollen das gut gemeinsam schaffen“, sagt Sendermann.

Über die Autorin
Redaktion Selm
Seit rund zehn Jahren im Lokaljournalismus zu Hause – erst am Niederrhein, dann im Ruhrgebiet und Münsterland. Beschäftigt sich am liebsten mit menschlichen und lokalpolitischen Geschichten.
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Jessica Hauck

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