Patrick Linnemann verlässt den SuS Kaiserau und schließt sich zur neuen Saison dem SuS Olfen an. © SuS Kaiserau
Fußball

Wechsel vom SuS Kaiserau zum SuS Olfen ist für Patrick Linnemann „etwas kitschig“

Zur neuen Saison übernimmt Patrick Linnemann beim SuS Olfen. Der Trainer legt allerdings einen Frühstart hin und weiß zudem genau, was er mit dem Fußball-Bezirksligisten vor hat.

Die Nachfolge ist geregelt: Für Jupp Ovelhey, der den SuS Olfen am Saisonende verlassen muss, kommt Patrick Linnemann zum Fußball-Bezirksligisten. Der 40-Jährige trainierte zuvor den A-Ligisten SuS Kaiserau II. Für den Wechsel an die Hoddenstraße gibt es gleich mehrere Gründe.

Zum einen dürfte es sicherlich reizvoll sein, eine Mannschaft zu trainieren, die eine Klasse höher spielt. Beim Wechsel nach Olfen war das aber für Linnemann nicht allein entscheidend. „Das Paket war ausschlaggebend“, betont der Trainer.

Mehrere Aspekte geben für Patrick Linnemann den Ausschlag

Angesprochen, was denn alles in diesem Paket enthalten ist, zählt der Nordkirchener gleich mehrere Dinge auf: Die Rückkehr in den Fußball-Altkreis Lüdinghausen, der SuS Olfen selbst, der familiär geführt wird und vor allem die Werte, die der Klub vertritt: „Das Miteinander und Engagement im und außerhalb des Vereins ist für mich wichtig. Dass der Verein auf die Jugend setzt, finde ich super“, sagt Linnemann und fügt an: „Ich finde es immer schwierig, wenn der Heimatverein gleich fünf, sechs Söldner in der Mannschaft hat.“

Wann der erste Kontakt stattfand, weiß Linnemann dabei gar nicht mehr so genau. „Wir hatten schon vor Ewigkeiten Kontakt. Als ich dann gesehen habe, dass Norbert Sander (einer der Sportlichen Leiter beim SuS Olfen, Anm. d. Red.) anruft, war mir schon klar, dass er nicht mit mir ein Eis essen gehen will“, berichtet Linnemann lachend.

Heimatverbundenheit spielte beim Nordkirchener Patrick Linnemann auch eine Rolle für den Wechsel zum SuS Olfen.
Heimatverbundenheit spielte beim Nordkirchener Patrick Linnemann auch eine Rolle für den Wechsel zum SuS Olfen. © Malte Woesmann © Malte Woesmann

Anschließend informierte Linnemann den SuS Kaiserau über die Gespräche. „Ich bin Kaiserau sehr dankbar für die offene Kommunikation“, sagt der Unternehmensberater. „Der Verein hat mir direkt gesagt, dass ich mir die Chance nicht entgehen lassen soll.“

In der Jugend für den FC Nordkirchen und GW Selm aktiv

Für Linnemann bedeutet die Übernahme des Trainerpostens in Olfen auch eine Heimkehr, schließlich lernte er das Fußballspielen in der Jugend beim FC Nordkirchen und Grün-Weiß Selm, spielte im Seniorenbereich außerdem unter anderem für den PSV Bork und die SG Selm.

Für den SuS Olfen war Linnemann zwar noch nicht aktiv, dennoch hatte der 40-Jährige schon einiges an Kontakt, als er noch Nachwuchsspieler war. „Da haben wir häufiger gegen den SuS gespielt und regelmäßig auf die Mütze bekommen“, erzählt Linnemann. „Es war schon damals ein super geführter Verein.“

Gleichzeitig betont der Nordkirchener, dass auch Heimatverbundenheit eine Rolle gespielt habe. „Es ist immer schön dorthin zurückzukehren, wo alles angefangen hat“, sagt Linnemann. „Das ist ein Stück Romantik, sogar etwas kitschig.“

Trotzdem will Linnemann die Zeit in Kaiserau nicht missen. Im Sommer wollen beide Vereine ein Freundschaftsspiel veranstalten, damit sich Linnemann von seiner alten Mannschaft gebührend verabschieden kann. Dann wird er, sollten es die Corona-Regeln zulassen, auch an einem Mannschaftsabend teilnehmen. „Ich will mich vernünftig verabschieden, einen schönen Abend mit den Jungs verbringen und mit ihnen um die Häuser ziehen“, so der 40-Jährige.

Fokus liegt schon jetzt auf dem SuS Olfen

Bereits jetzt richtet sich der Fokus Linnemanns nach vorne auf den SuS Olfen. Noch am Tag der Bekanntgabe seiner Verpflichtung legt er los und führt ein erstes Spielergespräch. Am Dienstagabend gab es zudem eine Videokonferenz mit der Mannschaft, damit diese schon einmal das Gesicht des neuen Verantwortlichen an der Seitenlinie sieht.

Linnemann macht auch gleich klar, was für ein Trainer er sein will. „Disziplin ist mir wichtig. Die Spieler müssen verstehen, dass es im Mannschaftssport immer um die Mannschaft geht. Dafür brauchen wir ein Wir-Gefühl. Ich bin der Überzeugung, dass Wille Talent schlägt. Deswegen ist das Auftreten als Kollektiv unheimlich wichtig. Wenn man es schafft, eine Einheit zu sein, macht man es automatisch jedem Gegner schwer.“

Gleichzeitig nehmen auch feste Routinen eine wichtige Rolle bei Trainer Linnemann ein. „Wir werden uns immer zwei Stunden vor dem Spiel treffen.“ Er wisse zwar, dass das sehr früh sei, dennoch sei das wichtig. „Wir werden vor jedem Heimspiel einen Spaziergang machen. Da können sich die Spieler noch mal austauschen und rumblödeln. Sobald wir dann aber den Sportplatz betreten, fokussieren wir uns.“

Anschließend gehe es in eine Kurz-Analyse, in der Linnemann mithilfe einer Powerpoint-Präsentation die Mannschaft auf den Gegner einstellt. Nach dem gemeinschaftlichen Umziehen gehe es zum Aufwärmen, das auch immer weitestgehend gleich aussehen werde.

Linnemann beendet Engagement beim SV Lippstadt

Und dann geht es auf den Platz. Dort soll die Mannschaft hochmotiviert auftreten. Das sollte eigentlich kein Problem sein, schließlich wurde Linnemann bereits vom SV Lippstadt engagiert, um das Regionalliga-Team auf das Spiel einzustellen. Das wird Linnemann aber künftig nicht mehr machen, sondern sich voll und ganz der Aufgabe beim SuS Olfen widmen.

Mit dem SuS soll es dann auch in der Bezirksliga wieder bergauf gehen. „Wir wollen kein Spiel verlieren“, bedient sich Linnemann einer beliebten Trainerfloskel, fügt aber hinzu: „Das Ziel ist es, eine Einheit zu formen und als Team Spaß zu haben.“ Eine genaue Saisonplatzierung will Patrick Linnemann nicht als Ziel vorgeben. Er sagt nur so viel: „Wenn wir das auf die Platte kriegen, was wir uns vorgenommen haben, werden wir keine schlechte Platzierung erreichen.“

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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