Ein Lastenrad zum Ausleihen: Das war eine der Ideen, die am Mittwoch bei der Bürgerversammlung vorgetragen wurden. © picture alliance / dpa
Klimaschutz

Vom Lastenrad bis zum Klima-Café: Olfener sammeln Ideen für den Klimaschutz

Was kann jeder einzelne tun für den Klimaschutz - und was kann eine Stadt wie Olfen anstoßen? Darum ging es jetzt bei einer Bürgerversammlung in der Stadthalle.

Die Renaturierung der Steverauen, Photovoltaik-Anlagen auf Dächern städtischer Liegenschaften, der Bürgerwindpark: Es gibt viele Beispiele, die belegen, dass die Stadt Olfen das Thema Klimaschutz schon seit einiger Zeit auf der Agenda hat. Seit einiger Zeit ist jetzt schon die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt politisches Thema. Dazu hatte die Stadtverwaltung angekündigt, die Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot zu holen und zu schauen, welche Themenbereiche ihnen am Herzen liegen. Am Mittwochabend (26. August) hat dazu eine Bürgerversammlung in der Stadthalle stattgefunden, zu der rund 50 Besucher kamen. Das waren die Ideen, die dabei herausgekommen sind:

Idee 1: Lastenrad zum Ausleihen

Eine Idee von der Stadtverwaltung Olfen: „Wie würden Sie es denn finden, wenn wir ein Lastenrad anschaffen, das sich dann eine Familie für einen Monat mal ausleihen kann“, schlug Ingo Nowak vor, der seit ein paar Monaten Klimaschutzbeauftragter der Stadt Olfen ist. So könnten Familien austesten, ob sie die „nicht unerhebliche Investition“ eines solchen speziellen E-Bikes tätigen – oder ob sich das für sie doch nicht lohnt.

Idee 2: Konkret werden mit Klimaprojekt-Paten

Von der Idee bis zur konkreten Umsetzung ist es ein langer Weg: Das war auch bei der Veranstaltung am Mittwochabend vielen klar. Aber auch mit Blick auf dieses Problem gab es einen Vorschlag: „Es sollte eine Schnittstelle geschaffen werden“, sagte eine Olfenerin. Sie schlug vor, dass es für bestimmte Ideen Paten gebe, die dann gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen an der Umsetzung der Idee arbeiten. Zum Beispiel bei der Installation einer Mitfahrbörse.

Idee 3: Etablierung eines Klima-Cafés

Von Bürger für Bürger könnte ein Klima-Café sein: Noch eine Idee, die am Mittwoch aufkam. Das könnte von Ehrenamtlichen in einem regelmäßigen Abstand organisiert werden. Man könnte dort Experten einladen, die zu bestimmten Themen informieren, man könnte sich bei einem Kaffee austauschen und die eigene Lebensweise reflektieren. Da ließe sich dann auch, so sagte es eine Olfenerin, ein Repair-Café integrieren, wie es das in vielen größeren Städten schon gibt. „Man könnte auch Geräte ausleihen – nicht jeder braucht eine Bohrmaschine. Oder Kleiderpartys veranstalten“, so ihre Idee. Schön wäre es da, wenn die Stadt zum Beispiel bei der Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort helfen könne, sagte sie. Bürgermeister Wilhelm Sendermann deutete an, dass das Leohaus sich dazu sicher gut eigne.

Idee 4: Klare Ziele setzen und Klimanotstand ausrufen

Für das Klimaforum ergriff Anja Lenz das Wort. Bei dem letzten Treffen der Olfener Gruppe, die sich mit bürgerschaftlichem Engagement für den Klimaschutz einsetzen will, seien 25 Teilnehmer vor Ort gewesen. Unter anderem sei dabei herausgekommen, dass sich das Forum wünscht, dass zwei Dinge klar umrissen werden: Wo stehen wir genau und wo wollen wir hin. „Klimaneutralität bis 2030 in Olfen – das muss das Ziel sein“, sagte sie. Ein wichtiger Schritt sei außerdem, dass die Stadt Olfen den Klimanotstand ausruft. Etwas, das der Rat der Stadt Olfen bisher nicht getan hat. Obwohl dem Gremium 2019 ein entsprechender Antrag vorlag.

Idee 5: Mehr Anreize schaffen, das Auto stehen zu lassen

Die kleine, ländliche Stadt Olfen hat ein Problem mit der Verkehrsanbindung – gerade für die, die berufsbedingt täglich in eine weite Strecke zur Arbeit zurücklegen müssen. „Wir brauchen hier ein Auto“, sagte eine Olfenerin. Durchaus bedauernd – denn gerne, so sagte sie, würde sie häufiger öffentliche Verkehrsmittel nutzen. In Olfen nicht so einfach: Direkte Verbindungen nach Selm oder Haltern, von wo es mit dem Zug in Richtung Großstädte gehen kann, gibt es nicht. Um die Bahnhöfe in den Nachbarstädte zu erreichen brauche man selbst ein Auto. Oder müsse den Bürgerbus per Anruf engagieren – ein Hürde, wie die Olfenerin findet. Dass es jetzt den Schnellbus nach Münster gebe, sei toll. Allerdings lohne es sich rein finanziell kaum, ihn regelmäßig zu nutzen. „Mit dem Auto ist es leider immer noch günstiger – ich habe das nachgerechnet“, sagte sie. Ihr Anliegen deshalb: Es muss mehr Anreize und Möglichkeiten geben für Menschen in Olfen, öffentliche Verkehrsmittel mehr und kostengünstig zu nutzen.

Ideensammlung online läuft weiter, Entscheidung trifft der Rat

Das waren nur ein paar Ideen – dass es viele weitere gibt, zeigt auch die Online-Ideenkarte der Stadt, bei der es weiterhin möglich ist, Vorschläge abzugeben. „Es gibt dort schon sehr viele Einträge“, sagte Ingo Nowak. Über 120 Vorschläge haben Menschen aus Olfen schon aus der Karte hinterlassen. Zusammen mit den Ideen von der Bürgerversammlung wird alles – so der Plan – ausgewertet. Was dann konkret umgesetzt wird und in welcher Form so das Klimaschutzkonzept fortgeschrieben wird, entscheidet schließlich der Rat der Stadt Olfen.

Über die Autorin
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Ich mag Geschichten. Lieber als die historischen und fiktionalen sind mir dabei noch die aktuellen und echten. Deshalb bin ich seit 2009 im Lokaljournalismus zu Hause.
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Marie Rademacher

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