Volksbanken Lüdinghausen-Olfen und Haltern fusionieren

Abstimmung

Die beiden Volksbanken Lüdinghausen-Olfen und Haltern fusionieren zum 1. Januar 2019. Die Verantwortlichen haben große wirtschaftliche Ziele, die Kunden sollen ihre Ansprechpartner behalten.

Olfen

, 26.09.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wasser stand auf dem Tisch, Sekt hätte es nach der Abstimmung sein können. Mit überwältigender Mehrheit hat sich am Dienstagabend die Vertreterversammlung der Volksbank Lüdinghausen-Olfen für eine Fusion mit der Volksbank Haltern ausgesprochen.

Wasser stand auf dem Tisch, Sekt hätte es nach der Abstimmung sein können. Mit überwältigender Mehrheit hat sich am Dienstagabend die Vertreterversammlung der Volksbank Lüdinghausen-Olfen für eine Fusion mit der Volksbank Haltern ausgesprochen. © Thomas Aschwer

Um 19.34 Uhr konnten sich Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Lüdinghausen-Olfen einen kurzen Moment zurücklehnen. Mit überwältigender Mehrheit (nur eine Gegenstimme, keine Enthaltung) hatte sich die Vertreterversammlung in der Stadthalle Olfen für die Fusion ausgesprochen. „Wir haben heute einen Meilenstein für die Volksbank Lüdinghausen-Olfen erlebt“, kommentierte der Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Hagen das Ergebnis.

Vorangegangen waren viele Erklärungen und Regularien und nur eine einzige Wortmeldung. Die hatte es jedoch in sich und brachte einige wichtige Dinge auf den Punkt. Der Fusionsvertrag schließt zwar fusions- und betriebsbedingte Kündigungen bis zum 30. Juni 2022 aus, allerdings müssen die aktuell rund 190 Mitarbeiter beider Banken mit Versetzungen rechnen. Ausdrücklich davon ausgenommen werden sollen die Mitarbeiter im direkten Kundengeschäft. „Die gewohnten Ansprechpartner sollen bleiben“, so die beiden Vorstandsmitglieder Marcus W. Leiendecker und Berthold Stegemann.

Weil in den kommenden Jahren etliche Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, soll die Zahl der Beschäftigten insgesamt sinken. „Wir gehen von Reduzierungen aus“, sagte Stegemann. Eine konkrete Zahl könne er jedoch nicht nennen. Um die Wirtschaftlichkeit der neuen Bank zu erhöhen, will die neue „Volksbank Südmünsterland-Mitte eG“ - so der künftige Name der fusionierten Bank - auch die Erlöse erhöhen. Einsparungen erhoffen sich die Banken bei den Verbandsbeiträgen, IT-Kosten, beim Prüfungs- und Beratungsaufwand sowie Werbeaufwand. Alle Maßnahme sollen ihren Anteil dazu leisten, den Gewinn der Bank zu erhöhen. Bis Sommer 2022 erwartet der Vorstand ein um insgesamt 1,7 Millionen Euro verbessertes Betriebsergebnis. Für das Jahr 2019 rechnen die Vorstände jedoch erst einmal mit hohen Fusions-Einmalkosten von rund 800.000 Euro.

Im Gegensatz zu den Halterner Kunden müssen sich die Kunden der Volksbank Lüdinghausen-Olfen bei Überweisungen und anderen Bankgeschäften nicht groß umstellen. Die neue Bank behält die IBAN der Volksbank Lüdinghausen-Olfen. Alle Kunden sollen jedoch von neuen digitalen Möglichkeiten profitieren können. „Wir planen verschiedene neue Online-Angebote. Dazu gehören auch Beratungsgespräche, für die die Kunden nicht mehr in die Bank kommen müssen“, sagte Leiendecker, der auch der Vorstandssprecher der Volksbank Südmünsterland-Mitte eG wird. Er lobte wie auch Berthold Stegemann die Volksbank Haltern als „idealen Partner“. Bereits am Montagabend hatte sich die Vertreterversammlung in Haltern für die Fusion ausgesprochen. Die fusionierte Bank wird insgesamt 11 Standorte haben, 4 in Lüdinghausen und Olfen, 7 in Haltern.

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