Eine lange Vergangenheit bei Westfalia Vinnum liegt hinter dem Spieler. © Sebastian Reith
Fußball

Urgestein von Westfalia Vinnum spielt in gleich drei Mannschaften – und hat noch nicht genug

Er ist seit einer gefühlten Ewigkeit bei Westfalia Vinnum. Und seine Zeit ist für den Spieler, der auch neben dem Platz Verantwortung übernimmt, noch nicht vorbei – eine Ende ist noch nicht in Sicht.

Wo wäre Westfalia Vinnum wohl ohne ihn? Schwer zu sagen, aber wegzudenken ist er kaum – schließlich beweist er selbst für einen Amateurfußballer unglaubliche Vereinstreue. Die Loyalität zum A-Ligisten macht sich nicht nur auf dem Feld bemerkbar.

Das nennt man wohl Vereinstreue: Michael Asemann spielt schon seit seinem vierten Lebensjahr für Westfalia Vinnum. Zudem ist er als Geschäftsführer des Vereins für das Organisatorische zuständig. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

Michael Asemann spielt seit seinem vierten Lebensjahr für die Westfalia.
Michael Asemann spielt seit seinem vierten Lebensjahr für die Westfalia. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Sechs Einsätze für die erste Mannschaft, zwei Einsätze in der zweiten Mannschaft und zwei weitere in der Ü32-Herrenmannschaft – das ist Michael Asemanns stolze Anzahl an Einsätzen für Westfalia Vinnum in dieser Saison. Es ist eigentlich egal in welcher Mannschaft, Asemann spielt überall da, wo der Verein ihn braucht. „In allen drei Mannschaften haben wir richtig tolle Jungs, richtig tolle Typen, sodass es einfach richtig viel Spaß macht sowohl auf als auch abseits des Platzes“, sagt Asemann.

Michael Asemann wird mit 21 Jahren Geschäftsführer

Seit er vier Jahre alt ist, schnürt Asemann für die Westfalia die Fußballschuhe und seit 2007 ist er auch als Geschäftsführer für den Verein zuständig. „Der Vorstand war damals schon lange zusammen. Irgendwann wollten die auch jüngere Leute in die Verantwortung nehmen“, erinnert sich Asemann zurück. „Der Vorstand hatte mich dann angesprochen, ob ich mir das vorstellen könnte und da ich seit eh und je in Vinnum lebe, war es relativ schnell klar, dass ich mich da einbringen möchte.“ So wurde Asemann damals mit 21 Jahren Geschäftsführer.

Seitdem hat der 34-Jährige diese durchaus zeitaufwendige Doppelrolle als Spieler und Geschäftsführer. „Wenn es an die Planung für die neue Saison geht oder im letzten Jahr nach der Trainer-Trennung, also wenn viele Gespräche geführt werden müssen, dann ist es sehr zeitaufwendig“, sagt Asemann. Aber es gebe auch immer wieder Phasen, in denen nicht so viel zu tun sei. Zudem wird er seit knapp zwei Jahren von Patrick Roser, dem Sportlichen Leiter, unterstützt.

Das Vorstandsteam bei Westfalia Vinnum funktioniert gut

Mit Patrick Roser, Michael Asemann und dem neuen Spielertrainer Dennis Gerleve sind gleich drei Vereinsverantwortliche gleichzeitig noch aktive Spieler für den Verein. So kommt es dazu, dass Roser und Asemann mit Spielern auf dem Platz stehen, die sie selbst verpflichtet haben. Asemann sieht das aber nicht als Problem. Vielmehr sei es ein Vorteil: „Die Gespräche mit den Spielern sind eigentlich immer sehr locker, weil man sich auf einer Wellenlänge befindet und man weiß, wovon man spricht“, so Asemann.

Auch der Austausch zwischen den Spielern und dem Vorstand funktioniert durch diese besondere Gegebenheit gut. „Der Vorteil ist, dass wir einen superkurzen Draht zwischen Vorstand, Mannschaft und Trainer haben. Wir sind nach jedem Training da, sind immer ansprechbar und können viele Sachen auf dem kurzen Dienstweg entscheiden“, sagt das Vinnumer Urgestein.

Organisation steht aktuell im Vordergrund

Asemann hat an seiner Doppelrolle richtig Spaß: „Selbst auf dem Platz zu stehen, macht natürlich am meisten Spaß“, sagt er. Doch auch die organisatorische Arbeit für den Verein bereitet ihm viel Freude: „Es ist schön zu sehen, wenn ein Dorf von 800 Einwohnern so ein Sportangebot von Breitensport bis Fußball hat. So etwas mit auf die Beine zu stellen, macht auch Spaß und macht mich auch ein bisschen stolz.“

Michael Asemann stand in dieser Saison bereits für drei verschiedener Mannschaften der Westfalia auf dem Platz.
Michael Asemann stand in dieser Saison bereits für drei verschiedener Mannschaften der Westfalia auf dem Platz. © Reith © Reith

Aktuell ist er eher in der Rolle des Organisators gefragt. Die Bundesregierung hat dem Amateursport jüngst bei entsprechend niedrigen Corona-Inzidenzzahlen Lockerungen in Aussicht gestellt. Asemann hat gemeinsam mit dem Vorstand die Planungen für die Rückkehr in den Trainingsbetrieb vorangebracht. Dabei wolle man sich an dem „Hygiene Konzept mit den gängigen AHA-Regeln aus dem Sommer“ orientieren. Alle hätten sich sehr verantwortungsbewusst verhalten und das Konzept hätte damals sehr gut funktioniert, so Asemann.

Asemann denkt noch nicht ans Aufhören

Im sportlichen Bereich wurde die Kaderplanung vorangetrieben. Viele Verträge wurden verlängert, ein paar neue Spieler verpflichtet. Asemann sieht den Verein für die kommende Zeit gut gewappnet: „Wenn es weiter geht, sind wir für die Rückrunde personell gut aufgestellt, sodass wir guter Dinge sind, sportlich die Klasse zu halten.“ Langfristig sei ein einstelliger Tabellenplatz in der A-Liga das Ziel.

Michael Asemann wird auch als Spieler weiter versuchen, dem Verein bei dem Erreichen der Ziele zu helfen. Mit 34 Jahren kommt Asemann langsam ins fortgeschrittene Fußballeralter, doch: „Ich bin momentan echt fit. Solange die Knochen halten, ich weiter Spaß dran habe und der Trainer noch was mit mir anfangen kann, sehe ich keine Veranlassung, da kürzer zu treten“, sagt Asemann. Und sollte er seine Fußballschuhe irgendwann dann doch an den Nagel hängen, wird er dem Verein sicherlich noch viele Jahre als Geschäftsführer erhalten bleiben.

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