Jupp Ovelhey trifft mit dem SuS Olfen Sonntag auf Kirchderne. © Sebastian Reith
Fußball

Trainer hört beim SuS Olfen auf und äußert Unverständnis: „Das ist schade und auch nicht gerecht“

Der Fußball-Bezirksligist SuS Olfen und Trainer Jupp Ovelhey gehen getrennte Wege. Der Übungsleiter äußert Kritik und stellt sich vor seine Mannschaft.

Aufgrund der sportlichen Talfahrt und vieler Abgänge begeben sich die Verantwortlichen von Bezirksligist SuS Olfen auf Fehlersuche. Als sich daraufhin das Trainerteam um Jupp Ovelhey und die SuS-Vereinsführung nicht auf einen gemeinsamen Weg einigen kann, entscheidet man sich für eine Trennung.

„Im Endeffekt waren die Differenzen so groß, dass der Verein den Schlussstrich gezogen hat“, sagt der Noch-Trainer Jupp Ovelhey. Die endgültige Entscheidung, dass sich beide Seiten trennen, wird laut dem SuS-Trainer also von Vereinsseite aus getroffen. „Man muss das schon so sagen, dass der Verein aufgrund der vielen Differenzen entschieden hat, einen neuen Weg zu gehen“, sagt Ovelhey.

Der SuS Olfen hat eine eigene Vereins-Philosophie

Der Übungsleiter trat seinen Job im vergangenen Sommer mit großen Ambitionen an. „Ich bin nach Olfen gegangen, um etwas mitzugestalten“, sagt der 63-Jährige.

Dabei ist ihm damals durchaus bewusst, dass der Verein seine ganz eigene Philosophie im Umgang mit Spielerverpflichtungen pflegt. Denn die Olfener versuchen, größtenteils auf externe Transfers zu verzichten, zahlen anders als viele Bezirksliga-Konkurrenten keine Gehälter und fördern somit besonders die eigene Jugend.

„Damit hatte ich auch kein Problem und kenne sowas auch aus meinen vorherigen Stationen“, sagt Ovelhey. Das Trainer-Urgestein hatte zuvor in Lippramsdorf 18 Jahre lang aus sehr wenig sehr viel geformt und sollte deswegen auch gut nach Olfen passen – doch jetzt kam alles anders. „Der Aderlass an Spielern ist so groß, dass man an Stellschrauben drehen muss, um in der Liga wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Ovelhey.

Ovelhey fehlt es an Quantität im Kader

„Es müssen ja keine vier oder fünf Spieler sein“, erklärt der Trainer und rechnet vor: „Aber wenn auf 22 Spieler im Kader fünf Abgänge kommen, du einfach auch Studenten dabei hast, die ein Auslandsjahr machen oder eine Wanderung durch die Serengeti veranstalten, dann fehlt es ganz einfach an Quantität im Kader, wenn man ganz auf Transfers verzichten möchte.“

Für den Hauptschullehrer ist das nächste Problem, dass Jugendspieler, die aus der A-Jugend kommen, nicht direkt zwangsläufig die Qualität für die Senioren mitbringen.

In der Olfener Mannschaft spielen größtenteils heimische Spieler, denn auf externe Transfers und Gehälter verzichtet der Bezirksligist.
In der Olfener Mannschaft spielen größtenteils heimische Spieler, denn auf externe Transfers und Gehälter verzichtet der Bezirksligist. © Nico Ebmeier © Nico Ebmeier

„Mir wurde gesagt, dass viele talentierte Spieler im Jung-Jahrgang sind, aber dann stellt sich für mich die Frage, wo geht dann der Weg der A-Jugend hin, wenn die alle bei der Ersten spielen“, so der Trainer. Selber konnte sich Ovelhey laut eigener Aussage aber kein Bild von den ihm zur Verfügung stehenden Jugendspielern machen.

Der Trainer hat kein Verständnis dafür den Abstieg in Kauf zu nehmen

Dass der Verein versucht, die eigene Philosophie konsequent ohne Ausnahmen durchzusetzen, versteht der Noch-Olfener überhaupt nicht. „Gegenüber der Mannschaft zu sagen, wir weichen von unserer Philosophie nicht ab und sind notfalls auch Absteiger Nummer eins, das ist schade und auch einfach nicht gerecht den Spielern gegenüber“, so Ovelhey.

Für den 63-Jährigen, dessen Vertrag noch bis zum 30.06.2021 läuft, ist das endgültige Ende beim SuS Olfen noch nicht gekommen. „Ich arbeite sehr gerne mit der Mannschaft zusammen und habe ein gutes Verhältnis zu den Spielern, deswegen wäre es toll, wenn der Trainings- oder Wettbewerbsbetrieb noch mal losgeht und wir das ganze zu einem vernünftigen Abschluss bringen“, so Jupp Ovelhey.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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