Der Handyempfang im Olfener Westen ist eher mäßig, doch um den geplanten neuen Funkmasten gibt es Streit. © picture alliance/dpa
Wertminderung?

Streit um Funkmast: Wie lange müssen Menschen auf die Terrasse gehen?

Wer im Baugebiet Ächterheide mit dem Handy telefonieren will, muss häufig auf die Terrasse gehen. Der Empfang ist zu schlecht. Jetzt ist ein neuer Funkmast geplant. Doch es gibt Kritik.

Die Situation ist nicht neu: Der Handyempfang im Olfener Westen ist eher bescheiden. Das wissen Besucher des Naturbades oder auch Spaziergänger an der Füchtelner Mühle. Schon seit längerer Zeit gibt es deshalb Bestrebungen, die Situation zu verbessern. Im Gespräch ist ein wenig auffälliger Mast im kleinen Wald in der Nähe der Umflut. Anwohner und Betroffene machen sich aber für einen anderen Standort stark.

„Warum ausgerechnet das Naturschutzgebiet als Standort ausgewählt wurde, ist nicht nachvollziehbar. Vor allem dann nicht, wenn man sich die möglichen Aufstellungsorte (Suchkreis) anschaut. Hier gibt es viele Möglichkeiten, so gut wie alle außerhalb des Naturschutzgebietes“, heißt es auf einer eigens aufgebauten Internetseite „Funkmast-Olfen-West“. Presserechtlich ist für die Seite ein Anwohner aus dem Sternbusch verantwortlich.

Er zweifelt die grundsätzliche Notwendigkeit eines neuen Funkmastes an. „In vielen Fällen ist es möglich auch ohne einen neuen Mobilfunkmast mobil in guter Qualität zu telefonieren.“ Zentrales Argument gegen den Mobilfunkmast ist ein finanzieller Aspekt. „Eine Wertminderung von 10 bis 15 Prozent ist nicht unrealistisch, was sich bei den Gebäuden am Sternbusch schnell auf 50.000 Euro summieren kann“, so die Kritik.

Stadt Olfen hat eine Fläche für den Funkmasten angeboten

Diese Argumente waren auch Thema einer Online-Informationsveranstaltung der Stadt Olfen vor wenigen Tagen. Dabei machte die Stadt deutlich, dass sie grundsätzlich die Errichtung eines Funkmasten begrüßt. Sie habe auch mögliche Standorte abgewogen. Keinen Masten möchte sie auf dem Gelände des Naturfreibades errichten lassen. „Hier würde er auf freier Fläche stehen“, so Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

Auch ein Standort, der nördlich von der Waldfläche liegt, hat aus Sicht der Stadt bei zukünftiger Weiterentwicklung des Westens Nachteile. Sie hat deshalb der Deutschen Funkturm GmbH genau jene Fläche in dem Wäldchen angeboten. Das sei aber nur der erste Schritt eines mehrstufigen Verfahrens. „Für die Errichtung ist eine Baugenehmigung notwendig.“ Die sei aber bislang nicht erteilt. „Darüber entscheidet auch die Stadt nicht“, sagt Sendermann.

Ein weiterer Kritikpunkt der Mast-Kritiker ist, dass „nur die Kunden der Telekom vom geplanten Mobilfunkmast Olfen-West bedient werden, alle anderen gehen leer aus.“ Die drei großen Telefonanbieter haben jedoch bereits vor geraumer Zeit angekündigt, beim Netzausbau zusammen arbeiten zu wollen. Unklar ist aktuell, ob das auch für den geplanten Funkmasten Olfen-West gelten würde. Somit scheint aktuell völlig unsicher, wann sich der Handyempfang im Olfener Westen verbessert. Auch ein Rechtsweg ist schließlich möglich.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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