Diese Fläche südlich der Westfalentankstelle eignet sich aus Sicht der Stadt Olfen am besten, um dort eine Rettungswache zu errichten. © Arndt Brede (A)
Rettungswache

Schlechte Karten für Retter – Neubauprojekt ist ins Stocken geraten

Fit und schnell sollen die Mitarbeiter der Rettungswache sein, wenn sie zum Einsatz ausrücken müssen. Deshalb gibt es Planungen für einen Neubau. Doch das Projekt ist ins Stocken geraten.

Die Situation war unbefriedigend und nicht länger verantwortbar: Nur in rund zwei Drittel aller Notfälle war nach Auskunft der Coesfelder Kreisverwaltung im Jahr 2018 der Rettungswagen aus Lüdinghausen innerhalb der Hilfsfrist von zwölf Minuten in Olfen. Ein schlechter Wert. Seit dem 1. Juni 2019 ist die Wache deshalb rund um die Uhr besetzt. Zunächst als Test, später als feste Regelung. Von Anfang an war den Verantwortlichen bewusst, dass es bei der Wache im Gebäude des Bauhofes nicht dauerhaft bleiben kann.

Die Räumlichkeiten an der Otto-Hahn-Straße sind nicht für den 24-Stunden-Betrieb ausgelegt. So steht das Bett mitten im Aufenthaltsraum. Kai Wermelt vom Kreis Coesfeld räumte deshalb bereits in der Testphase ein, dass den Rettungskräften in den Örtlichkeiten „einiges abverlangt wird.“ Für zwei Monate sei die Situation aber tragbar. Aus diesen zwei Monaten sind mittlerweile mehr als eineinhalb Jahre geworden. Die Situation ist unverändert geblieben. Und soll sie nach den Vorstellungen des Kreises Coesfeld noch längere Zeit bleiben.

„Die Rettungswache (RW) in Olfen ist eine Dependance der Rettungswache Lüdinghausen. Als Interimslösung wird ein Teil des Bauhofs der Gemeinde genutzt.

Kreis betont: Standort in Olfen ist funktionstüchtig

Mit der Verwaltung in Olfen stehen wir in enger Abstimmung, wenn es um Grundstücksfragen eines Neubaus geht. Da der jetzige Standort der RW in Olfen funktionstüchtig ist, werden zurzeit andere Orte im Kreis Coesfeld zur Verbesserung des Netzwerkes der Rettungsdienste prioritär behandelt“, teilt der Kreis Coesfeld auf Anfrage schriftlich mit.

Konkret bedeutet das für die Beschäftigten, dass es nicht einmal eine konkrete zeitliche Perspektive für einen Umzug gibt. Dabei hatte die Stadt Olfen schon vor mehr als einem Jahr eine Fläche für einen Neubau einer Rettungswache identifiziert. In einer öffentlichen Ratssitzung hatte Bürgermeister Wilhelm Sendermann gesagt: „Wir haben ein anderes Grundstück im Fokus. Es handelt sich um eine städtische Fläche neben der Westfalen-Tankstelle. Von dieser Fläche am Kreisverkehr B 235/ B 236 ist der Rettungswagen schnell in Olfen und Vinnum, aber auch im Bedarfsfall in Seppenrade, Lüdinghausen, Datteln und Selm.“

Diese Fläche hat Sendermann auch Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr vorgeschlagen. Mit ihm will Wilhelm Sendermann jetzt erneut das Gespräch suchen, „um eine vernünftige zeitliche Perspektive für eine Olfener Rettungswache zu entwickeln.“ Er werde weiter für eine gute Versorgung im Rettungsdienst kämpfen. Das gelte ausdrücklich auch für die Menschen in Seppenrade. Sendermann ist überzeugt, dass zu bestimmten Zeiten ein Rettungswagen aus Olfen schneller im Rosendorf ist als vom Standort in Lüdinghausen aus. Auch deshalb gehe es darum, das Projekt mit Nachdruck zu verfolgen.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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