Q2 kann, Zehner müssen: Betrieb an Wolfhelmschule nach den Lockerungen

dzCoronavirus

Die Abschlussklassen gehen ab Donnerstag wieder zur Wolfhelmschule. Für die Zehner ist der Unterricht verpflichtend, für die Q2 freiwillig. In beiden Fällen wird er anders aussehen als sonst.

Olfen

, 17.04.2020, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir sind vieles gewohnt“, sagt Dr. Jerome Biehle am Freitag auf die Frage, ob er und sein Kollegium gerade vor einer organisatorischen Mammutaufgabe stehen. Der Schulleiter der Wolfhelmschule mit Standorten in Olfen und Datteln ist dabei in seinem Büro in der Schule: Bevor - wie von Bund und Ländern beschlossen wurde - am Donnerstag, 23. April, wieder Schüler in die Schule kommen, muss schon jetzt jede Menge geplant werden.

Der Schulbetrieb wird, das sagt Jerome Biehle schon jetzt, nicht so sein wie in normalen Zeiten. „Es wird keinen Unterricht nach Stundenplan geben“, erklärt er. Außerdem werden die Abschlussklassen - also die 10er und die Q2 der Gesamtschule - auch nicht jeden Tag zur Schule kommen müssen.

Wobei das Wort „müssen“ auch nur für die 120 Zehntklässler der Schüler gilt. Für die Q2, also die rund 80 Wolfhelmschüler, die in diesem Jahr Abitur machen, ist das Unterrichtsangebot zur Vorbereitung auf ihre Prüfungen freiwillig. Bei den Zehnern, so erklärt es Jerome Biehle, handelt es sich aber schon um ein verpflichtendes Angebot. So zumindest liest sich der Brief vom Ministerium, der am späten Freitagabend an die Schulen in NRW ging.

Zehner haben nur Unterricht in den Kernfächern

Für die Zehner gibt es ab Donnerstag allerdings keinen Unterricht in allen Fächern, sondern nur in den Kernfächer Deutsch, Englisch und Mathe. Sie sollen zwar den gleichen Inhalt von der gleichen Person vermittelt bekommen - aber klar sei auch, so Biehle, dass sie nicht in voller Klassenstärke, also mit 30 Personen, in einem normalen Klassenraum sein können. „Wir sind da zum Glück in der Lage, digital optimal ausgestattet zu sein“, sagt Jerome Biehle. Jeder Schüler habe ein Notebook - auch die Lehrer sind entsprechend ausgestattet. Das komme der gebotenen Distanz jetzt zugute.

Die zentralen Abschlussprüfungen wird es für den zehnten Jahrgang in diesem Jahr nicht geben. Stattdessen stellen die Lehrer Ersatz-Abschluss-Arbeiten, die sich von Schule zu Schule unterscheiden.

Die Kurse in der Oberstufe sind zwar nicht so groß wie die Klassen in der 10: Dennoch wird es auch hier Unterricht in kleineren Gruppen geben. Dass das Angebot für die Schüler in der 13. Klasse freiwillig ist, hänge damit zusammen, dass sie ja eigentlich sowieso schon vor den Osterferien ihren letzten Schultag gehabt hätten, es für sie nach den Osterferien also eigentlich sowieso keinen Unterricht gegeben hätte, erklärt Biehle.

Wie fahren die Schulbusse? Wie sieht der Hygieneplan aus?

Wie viele Lehrer im Einsatz sein werden - einige von ihnen gehören ja möglicherweise auch zur Risikogruppe - kann er noch nicht sagen, unklar ist außerdem am Freitag noch, wie der Unterricht gestaffelt wird, wie die Schulbusse fahren und wie der Hygieneplan genau aussehen wird.

Hier ist natürlich auch der Schulträger - die Stadt Olfen - im Boot, wie auch Bürgermeister Wilhelm Sendermann im Gespräch mit der Redaktion betont. Es seien schon viele Gespräch gelaufen und auch schon einiges auf den Weg gebracht. Allerdings brauche es jetzt einfach noch ein paar Tage, bis zum Beispiel die Themen Schülerbeförderung oder Hygieneplan abschließend geklärt sind. Konkretes kann Sendermann dazu entsprechend noch nicht sagen. „Aber ich weiß, dass wir es hinkriegen“, versichert der Olfener Bürgermeister.

Konkretere Informationen zum Ablauf für Schüler, Eltern und Lehrer, soll es in den kommenden Tagen geben. „Um seriös planen zu können, fehlen uns aktuell noch wichtige Informationen des Ministeriums“, so Jerome Biehle.

Lesen Sie jetzt