Skandal-Spiel

Prozess um schwere Körperverletzung bei Massenschlägerei zwischen Vinnum und Recklinghausen startet

Die Massenschlägerei im Skandal-Spiel zwischen Westfalia Vinnum und Herta Recklinghausen hatte 2019 landesweit für Aufsehen gesorgt. Am Donnerstag beginnt der Prozess wegen schwerer Körperverletzung.
Vor mehr als eineinhalb Jahren kam es zu einer Massenschlägerei nach dem Spiel zwischen Westfalia Vinnum und Herta Recklinghausen. Am Donnerstag beginnt der Prozess vor dem Amtsgericht Lüdinghausen. © Sebastian Reith

Eigentlich war es nur ein normales Fußballspiel, das Westfalia Vinnum und SV Herta Recklinghausen in der Kreisliga A austrugen. Doch am 15. September 2019 zeigte sich der Fußball von seiner hässlichsten Seite. Nach dem Spiel der Westfalia gegen Herta gerieten erst Zuschauer, dann Spieler aneinander: Es kam zu einer Massenschlägerei, die landesweit für Aufsehen sorgte. Acht Personen wurden verletzt – und erlitten teilweise Knochenbrüche.

Am Donnerstag kommt es nun vor dem Amtsgericht Lüdinghausen zum Prozess. Mehrere ehemalige Spieler des SV Herta Recklinghausen, der sich mittlerweile aufgelöst hat, sitzen auf der Anklagebank. Außerdem wird das Gericht Beteiligte der Vinnumer Seite als Zeugen vorladen. Der Prozess ist zunächst auf zwei Verhandlungstage angesetzt.

Vereine solidarisieren sich mit Westfalia Vinnum

Nach der Schlägerei erklärte Westfalia Vinnum, nicht mehr gegen Herta Recklinghausen antreten zu wollen. Im Anschluss solidarisierten sich mehrere andere Vereine aus der Region mit den Vinnumern und riefen gegen Gewalt im Amateurfußball auf. In der Folge wurde die Massenschlägerei dann auch ein Thema in der Politik. Der Olfener Stadtrat ging der Frage nach, wie solche Gewaltexzesse künftig verhindert werden können.

Vor dem Kreissportgericht wurde Herta Recklinghausen bereits verurteilt: Der Verein wurde zu einer Geldbuße von 4.000 Euro (die Hälfte zur Bewährung) verdonnert und es wurden weitere Bewährungsauflagen auferlegt, bei deren Verstoß die Herta aus der Liga ausgeschlossen worden wäre. Der Klub kam dem aber durch die Auflösung zuvor. Am Donnerstag folgt nun der Prozess am Amtsgericht Lüdinghausen.

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