Einer von Jupp Ovelheys Lieblingsspielern beim SuS Olfen, kennt sich von Berufs wegen mit der Belastbarkeit von Sportlern aus. © Jura Weitzel
Fußball

Physiotherapeut hat einen Plan für den Trainings-Restart: „Würde vielen guttun“

Ein Spieler von Fußball-Bezirksligist SuS Olfen hat beruflich mit Verletzungen zu tun und einen ganz konkreten Vorschlag, wie die sofortige Wiederaufnahme vom Trainingsbetrieb ablaufen sollte.

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen annulliert am Montag die komplette Fußball-Saison. Alle Rechenspiele, dass die Fußball-Ligen bis zum 30. Juni 50 Prozent aller Spiele hätten absolviert müssen, sind damit beendet. Ein Spieler von Bezirksligist SuS Olfen hat eine klare Meinung zum Saison-Abbruch – und ein eigenes System für den Trainings-Restart.

Trainer-Liebling und von Beruf Physiotherapeut

Jens Wennemann entwickelt sich in der aktuellen Saison zu einem der Lieblinge von Trainer Jupp Ovelhey. „Der Junge ist ein Positiv-Beispiel für diese Saison, arbeitet privat sehr viel und hat es trotzdem geschafft, sich die Zeit einzuteilen und zum Training zu kommen“, sagt der SuS-Trainer über Wennemann.

Der 21-Jährige ist von Beruf Physiotherapeut und hat auf der Arbeit oft mit Menschen zu tun, die nach einer längeren Zeit ohne Sport wieder mit dem Training beginnen. „Viele, die eine Sport-Pause gemacht haben, fangen direkt wieder auf dem alten Niveau an, aber weil die Belastbarkeit nicht mehr die alte ist, kommt es früher oder später zu Verletzungen“, erklärt Wennemann.

Deswegen rät er seinen Patienten „die Waage zwischen Belastung und Belastbarkeit“ einzuhalten, um das Verletzungsrisiko zu verringern.

Sportler können nach einer langen Pause zwar wesentlich schneller auf ihr ursprüngliches Belastbarkeitsniveau zurückkehren, brauchen laut Wennemann aber „mindestens einen Monat, um eine ausreichende Trainingsleistung aufzubauen“.

Jens Wennemann (l.) hält es für wichtig, solche Luftsprünge erst nach einer vernünftigen Vorbereitung wieder auszuführen.
Jens Wennemann (l.) hält es für wichtig, solche Luftsprünge erst nach einer vernünftigen Vorbereitung wieder auszuführen. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Wennemann befürwortet den Saison-Abbruch

Der FLVW hätte, wenn es zu einem Restart gekommen wäre, allen Vereinen auch tatsächlich eine vierwöchige Vorbereitungszeit zugesichert. Mit Blick auf den 30. Juni war zuletzt aber schon klar, dass eine solche Vorbereitungszeit nicht hätte eingehalten werden können.

Deswegen befürwortet Jens Wennemann die Entscheidung des FLVW. „Ich finde es gut, dass die Saison abgebrochen wird“, so der Außenverteidiger.

Eigenes System für den Restart

Unter Auflagen würde der Physiotherapeut das Training im Freien allerdings sofort wieder erlauben und erläutert sein Konzept. „Mein System wäre, dass alle bereits umgezogen zum Platz kommen, dort erst die Maske abnehmen und dann in kleinen Gruppen trainiert wird. Nach dem Training wieder die Maske auf und ohne zu Duschen ins Auto und nach Hause“, so Wennemann.

Damit ist für den Olfen-Spieler ein gefahrloses Training gesichert. „Das wäre einfach umsetzbar und es geht gegen Null, dass man sich infizieren könnte“, glaubt Wennemann und ergänzt: „Und vielen würde es richtig guttun, mal wieder draußen etwas machen zu können.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt