Olfener Firma bekämpft Eichenprozessionsspinner mit Wasser und Schaum

dzEichenprozessionsspinner

Absaugen oder mit einem Biozid besprühen: Beim Kampf gegen die Eichenprozessionsspinner und ihre Haare gibt es verschiedene Methoden. Eine Olfener Firma setzt jetzt auf heißes Wasser mit Schaum.

Olfen

, 05.06.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit ein paar Jahren sind Eichenprozessionsspinner bei uns zur Plage geworden. Ihre Brennhaare lösen Allergien und Ausschläge aus. Wenn Nester an Eichen entdeckt werden, werden sie abgesaugt. In diesem Jahr testete der Landesbetrieb Straßen NRW etwa auch, ob sich der Einsatz eines Biozids lohnt. So sollen die Raupen gar nicht erst ihre Haare entwickeln. Eine Firma aus Olfen geht jetzt einen ganz anderen Weg im Kampf gegen die Eichenprozessionsspinner.

Volker Schrewe und sein Schwiegersohn Max Schrewe fahren am Donnerstagmorgen mit einem Hubsteiger in die Krone einer Eiche in Olfen hinauf. Mit dabei haben sie eine lange Lanze. Von unten gibt Tochter Janika Schrewe das Kommando, dass das Wasser heiß ist. Nun geht es den Eichenprozessionsspinnern an den Kragen.

95 Grad heißes Wasser wäscht Raupen ab

Aus der Lanze kommt 95 Grad heißes Wasser mit einem Schaum aus Kokosöl und Maisstärke, erklärt Max Schrewe. Damit wäscht er die Raupen mit ihren Nestern von den Ästen der Bäume. Durch die Hitze sterben die Raupen. „Die sind dann Bioabfall.“ Außerdem zersetze die Hitze Eiweiße auch in den Brennhaaren der Eichenprozessionsspinner. So können sie keine Allergien mehr auslösen und sind unschädlich, fügt Schrewe hinzu.

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Mit heißem Wasser gegen Eichenprozessionsspinner
© Jessica Hauck

Der Schaum diene dazu, die Haare der Raupen besser zu binden. Die könnten dann nicht mehr herumfliegen, erklärt Max Schrewe. Biologisch sei die Methode zudem auch. Ganz ohne Gift kommen die Raupenbekämpfer aus.

Schaum soll Wirkung verstärken

Den Ästen schade das heiße Wasser nicht. Das ein oder andere braune Blatt könnte es mal geben, sagt Volker Schrewe. Das Wasser, das aus den Eichen tropft, kühle sich aber schnell herunter und schade der Umwelt dann nicht mehr. Auch zum Unkraut vernichten sei der heiße Schaum geeignet. Dann soll der Schaum die hohe Temperatur des Wasser länger an den Wurzeln des Unkrauts halten.

Seit 30 Jahren bereits sind Gudrun und Volker Schrewe selbstständig mit ihrem Gartenbauunternehmen Kommunale Dienstleistungen KDS Schrewe (www.123-unkrautfrei.de). Nun bauen sie sich mit dem neuen Heiß-Wasser-Gerät ein zweites Standbein auf. Denn Tochter und Schwiegersohn sind nun auch in den Betrieb eingestiegen.

Mit einem Hubsteiger fahren Volker Schrewe und sein Schwiegersohn Max Schrewe in die Eichen hinauf. Zusätzlich bringt eine ausziehbare Spritze ihnen sechs, sieben Meter mehr Reichweite, um an alle Nester zu kommen.

Mit einem Hubsteiger fahren Volker Schrewe und sein Schwiegersohn Max Schrewe in die Eichen hinauf. Zusätzlich bringt eine ausziehbare Spritze ihnen sechs, sieben Meter mehr Reichweite, um an alle Nester zu kommen. © Jessica Hauck

Eigentlich hatten die Schrewes nach neuen Methoden gesucht, Unkraut effektiv zu vernichten. Zwei Jahre lang haben sie verschiedene Geräte ausprobiert, erzählt Gudrun Schrewe. Ein Dienstleister habe sie dann auf diese Maschine gebracht. Auch die Heiß-Wasser-Maschine haben sie getestet - unter anderem auf ihrem eigenen Hof. Das Gerät konnte die Familie Schrewe überzeugen.

Erster Auftrag an der Gesamtschule Olfen

Die Stadt Olfen sei nun der erste Auftraggeber. Mit der Wasser- und Schaum-Methode wird die Familie Schrewe am Wochenende das Unkraut rund um die Gesamtschule beseitigen. Doch künftig wollen die Unternehmer damit verstärkt den Eichenprozessionsspinnern zu Leibe rücken.

Die Lanze habe Vorteile gegenüber dem Absaugen aus befallenen Bäumen, sagt Volker Schrewe. Die Absauger müssten ganz nah an die Nester ran fahren. Das gelinge auch mit einem Hubsteiger nicht immer. „Wir kommen mit der Lanze noch sechs, sieben Meter weiter“, sagt Volker Schrewe. „Das Schöne ist, die Haare sind jetzt dauerhaft unschädlich.“ Die toten Raupen können in unwegsamerem Gelände einfach am Boden liegen bleiben oder vom Rasen aufgefegt werden. Sie sind dann Bioabfall.

Durch das heiße Wasser werden die Raupen des Eichenprozessionsspinners getötet - und die Eiweiße in den Haare zersetzen sich.

Durch das heiße Wasser werden die Raupen des Eichenprozessionsspinners getötet - und die Eiweiße in den Haare zersetzen sich. © Jessica Hauck

Ein Problem bleibt bei der Bekämpfung der Raupen, egal mit welcher Methode. „Wenn man ein Nest sieht, sind wahrscheinlich noch zehn weitere da“, sagt Volker Schrewe. Auch aus den Kronen der Bäume können noch Raupen herunter kriechen. Egal wie gründlich die Bekämpfer hingucken: „Man kriegt sie nicht alle.“

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