Hans Oswald Mattern hat sich lange vergeblich um einen Impftermin in Dülmen bemüht - bis er den entscheidenden Tipp bekommen hat. © Sabine Geschwinder
Erfahrungen

Olfener bekommt mit „Geheimtipp“ Termin für Corona-Schutzimpfung

Glücklicher Zufall oder entscheidender Tipp? Diese Frage wird Hans Oswald Mattern nie beantworten können. Er hat nach vielen Anläufen einen Impftermin. Es gibt aber auch andere Erfahrungen.

Wolfang Lange wird im nächsten Monat 82 Jahre alt. Er gehört damit zu den Menschen der ersten Impfgruppe. Doch der Olfener hat sich in den vergangenen Wochen in Geduld geübt. „Ich wollte den ersten Ansturm abwarten“, sagt Lange. Jetzt gehört er nicht nur zu den Menschen mit einem bestätigten Impftermin, es hat auch alles problemlos funktioniert. „Ich war positiv angetan, wie fix ich meine Termine bekam“, schreibt Lange in einer Mail an die Redaktion.

Wie kann das sein, wo es doch viele Menschen gibt, die von unzähligen vergeblichen Versuchen berichten? Eine Begründung kann Lange nicht liefern. Aber er kann berichten, auf welchem Weg er zum Termin gekommen ist. Obwohl der Rentner von sich selbst sagt, dass er „mit dem Internet nicht so bewandert ist“, hat es Lange nicht mit einem Anruf beim Call-Center versucht.

Der Weg über das Internet war aber nicht problemfrei. „Beim ersten Mal ist mir ein Termin angezeigt worden, aber ich kam nicht weiter“, sagt Lange. Auf das System will der Olfener diese Situation nicht unbedingt zurückführen. Auf jeden Fall hat er nicht aufgegeben. „Über www.116117.de habe ich am Freitag (19.) innerhalb kürzester Zeit meine Termine für den 27. April und 22. Mai bekommen“, sagt Lange.

Wolfang Lange war beim ersten Termin gleich erfolgreich

Er habe sogar die Chance gehabt, aus verschiedenen vorgeschlagenen Zeiten an den beiden Tagen auszuwählen. Dazu sei ihm bereits mitgeteilt worden, dass er mit dem Impfstoff der Firma Biontec geimpft werde. „Mir wäre auch der Impfstoff von AstraZeneca recht gewesen.“ Wichtig sei ihm vor allem, dass er überhaupt geimpft wird. Wie viele andere Menschen wäre auch Lange „froh, wenn es wieder Lockerungen gibt.“ Eine Entscheidung haben Lange und seine Frau (70) bereits treffen müssen. „Die für kurz vor Ostern geplante Fahrt zur Nordsee haben wir bereits abgesagt.“

Ähnlich erging Hans Oswald Mattern bereits im vergangenen Herbst. Trotz eines finanziellen Verlustes haben die Eheleute Mattern eine Urlaubsreise nicht angetreten. Wie auch die Eheleute Lange erhoffen sie sich mit der Impfung mehr Möglichkeiten. „Aber nur, wenn sich eine breite Mehrheit impfen lässt“, so Hans Oswald Mattern, der sich selbst als „Impf-Fan“ bezeichnet. Er sei dabei stets den Empfehlungen seines Hausarztes gefolgt.

„Ich möchte gerne einen sicheren Schutz haben.“ Das gelte für seine Frau und ihn ebenso wie für die Kinder. Auch sie hätten alle Impfungen bekommen, die damals von den Ärzten empfohlen wurden. Mattern hofft jetzt, dass möglichst viele Menschen in Deutschland sich impfen lassen. „Für mich ist der Impfschutz gesellschaftlich interessant“, sagt er. Deshalb wäre er auch zurückgetreten für eine andere Reihenfolge. Aus seiner Sicht hätten Grundschullehrerinnen und -lehrer in die erste Gruppe gehört. Erst danach die Seniorinnen und Senioren.

Hans Ostwald Mattern macht sich stark für Hausarzt-Lösung

Das ist nicht die einzige Kritik Matterns an der deutschen Impfstrategie. „Die Beauftragung der Kassenärztlichen Vereinigung mit der Software für die Impftermin Organisation war so sinnvoll, als wenn ich zum Reifenwechsel an meinem PKW in eine Bäckerei gehe“, schreibt Mattern. „Ich bin dafür, dass die Impfung über die Hausärzte erfolgt.“

Weil das aktuell nicht vorgesehen ist, hat er sich um einen Termin im Impfzentrum Dülmen bemüht. Lange erfolglos. Bis er einen Tipp bekam. „Man soll sich am besten am Sonntagmorgen um kurz nach 8 Uhr melden“, berichtet der Olfener von einem gut gemeinten Ratschlag. Ob es zu dieser Zeit tatsächlich immer einfacher ist, einen Termin zu bekommen, kann Mattern natürlich nicht sagen. Er hat jedenfalls Erfolg gehabt. Weitestgehend jedenfalls. Seine Frau und er haben zwar jetzt am gleichen Tag einen Termin – allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Wie auch immer. „Wir sind froh geimpft zu werden.“

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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