Olfen und das Coronavirus: Priorität auf Öffnung der Schulen

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Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann macht sich Gedanken, wie es nach der Überschreitung des 50er-Grenzwertes weitergeht. Regeln, die über die des Kreises hinaus gehen, plant er nicht, eher Hilfen.

Olfen

, 25.10.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist etwas, was nicht überraschend kommt“, sagt Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann angesichts der hohen Corona-Neuinfektionen im Kreis Coesfeld, die dazu geführt haben, dass der Kreis am Freitag den Inzidenzwert von 50 (Anzahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) überschritten hat.

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Der Sprung von 33 zu 43 und dann 56 habe vielleicht manche überrascht, aber erwartbar sei die Situation schon gewesen, gerade wenn man sehe, dass auch die Nachbarkreise Recklinghausen und Unna den Grenzwert längst überschritten hätten. So befindet sich der Kreis Unna aktuell laut RKI bei einem Inzidenzwert von 99, der Kreis Recklinghausen bei 111.

Hoffnung nicht verlieren - aber besonnen handeln

„Für mich ist klar, dass wir besonnen mit der Pandemie umgehen müssen“, sagt Wilhelm Sendermann im Gespräch mit der Redaktion, „wichtig ist aber, dass wir die Hoffnung nicht verlieren, dass das irgendwann auch wieder vorbei ist“, sagt er.

Klar sei aber seiner Meinung nach auch, dass der Inzidenzwert von 50 und die damit verbundenen Einschränkungen - zum Beispiel öffentliche Feiern nur mit 10 Leuten und eine Sperrstunde ab 23 Uhr - noch eine Weile bleiben werden. Sicherlich könnten auch einige Weihnachtsfeiern, die ursprünglich in der Stadthalle angedacht seien, nicht stattfinden.

Schulen sollen geöffnet bleiben

In Olfen soll es neben den vom Kreis herausgegebenen Anordnungen keine weiteren Maßnahmen - wie zum Beispiel zusätzliches Personal beim Ordnungsamt - geben. Da habe man in den vergangenen Monaten entsprechende Erfahrungen gesammelt, so Sendermann. Zudem hielten sich die Olfenerinnen und Olfener an die Regeln.

Stattdessen bringt Sendermann wieder Hilfsmaßnahmen ins Gespräch. Die Stadt hatte schon einmal ein Hilfspaket für Unternehmen, Vereine und Eltern geschnürt. Das sei etwas, was man in der nächsten Ratssitzung am 3. November noch einmal diskutieren müsse, sagt Sendermann. Damit am Ende der Pandemie der Schaden möglichst klein sei.

Aktuell liege ein großes Augenmerk aber darauf, Schulen und Kitas offen zu halten. Die Wieschhofschule hatte ihre Schüler wegen Coronafällen frühzeitig in die Ferien schicken müssen, in der Wolfhelmschule waren mehrere Klassen in Quarantäne geschickt worden. Mit den Schulen habe es Gespräche gegeben, sagt Sendermann. „Ich gehe davon aus, dass die Einrichtungen sich so aufgestellt haben, dass komplette Schließungen nicht mehr nötig sind.“ Olfen hatte sich in dieser Zeit zum kurzzeitigen Hotspot der Pandemie entwickelt, was auch mit vielen Ansteckungen nach einer Hochzeit in Ascheberg zusammenhing. Inzwischen gibt es in Olfen noch 18 aktive Fälle. Bisher haben sich seit Beginn der Pandemie 90 Olfenerinnen und Olfener mit dem Coronavirus infiziert.

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