Notfallpraxen in Lüdinghausen und Dülmen sind bereits geschlossen

dzCorona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat jetzt auch Auswirkungen auf die medizinische Versorgung. Die Notfallpraxen in Lüdinghausen und Dülmen sind geschlossen. Betroffene haben ein Problem.

Olfen, Nordkirchen

, 19.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weitere Wege müssen Menschen gerade aus dem Südkreis Coesfeld - und damit aus Olfen und Nordkirchen - sowie aus der Stadt Selm auf sich nehmen, die außerhalb der normalen Praxis-Öffnungszeiten medizinische Hilfe benötigen. Die Notfallpraxis Lüdinghausen am St.-Marien-Hospital ist aktuell geschlossen. Ebenso die Praxis in Dülmen.

„Es handelt sich um eine vorübergehende Maßnahme“, sagt Vanessa Pudlo, Pressesprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Sie spricht von Umstrukturierungen, „die der Situation geschuldet sind“. Es gehe aber nicht um eine dauerhafte Änderung bei den Notfallenpraxen in der Region.

Aktuelle Maßnahme hat nichts mit der Neuorganisation zu tun

Diese aktuelle Schließung hat nach Aussage der Vereinigung auch nichts mit der vor einigen Jahren vollzogenen strukturellen Veränderung zu tun. Seit dieser Umstellung ist die Notfallpraxis Lüdinghausen nur noch samstags, sonntags und an Feiertagen geöffnet - und zwar von 8 bis 22 Uhr. Dabei gibt es Kernsprechzeiten von jeweils 10 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr.

Auch in Coesfeld wurden seinerzeit die Zeiten eingeschränkt. Zentraler Anlaufpunkt im Kreis Coesfeld war seitdem Dülmen. Hier hatte die Praxis täglich geöffnet, werktags allerdings erst ab dem Nachmittag. Doch das gilt nicht mehr.

Bezirksstellenleiter spricht von nur geringer Nachfrage

Dr. Werner Ihling (Vreden), zuständiger Bezirksstellenleiter hatte die Neuorganisation damals mit der geringen Nachfrage in Lüdinghausen und in Coesfeld begründet. „Innerhalb der Woche ist hier kaum etwas los." Drei, vier Patienten, im Höchstfall sieben oder acht würden das jeweilige Angebot in den beiden Städten nutzen. „Dafür muss ein Arzt dort nicht die ganze Nacht verbringen.“

Angesichts der Corona-Pandemie sind die Regelungen für die Notfallpraxen im Kreis Coesfeld außer Kraft gesetzt. Weitere Veränderungen sind nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung möglich.

„Änderungen sind jederzeit möglich“

Pressesprecherin Vanessa Pudlo spricht von einer „sehr dynamischen Situation. Jederzeit kann es zu Änderungen kommen.“ Am Donnerstag (19. März) war sie so, dass im Kreis Coesfeld aktuell nur die Notfallpraxis in Coesfeld geöffnet war.

Auf ihrer Internetseite gibt die Kassenärztliche Vereinigung auch deshalb folgenden Hinweis: „Benötigen Sie Informationen über die nächstgelegenen Notfalldienstpraxen oder die Möglichkeiten eines Hausbesuches hilft Ihnen kostenfrei die Arztrufzentrale des ärztlichen Bereitschaftsdienstes/Notfalldienstes unter der Tel.- Nr. 116117.“

Gerade dieser Hinweis scheint angesichts der weiten Wege insbesondere von Nordkirchen oder Olfen nach Coesfeld überaus sinnvoll.

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