Neuer Bürgerbus offiziell eingeweiht, Verein will für noch mehr Mobilität sorgen

dzOlfener Bürgerbus

Er ist zwar schon im Einsatz, doch an diesem Samstag wurde der neue Bürgerbus nun auch offiziell eingeweiht. Dabei gab der Olfener Bürgerbusverein noch weitere Pläne bekannt.

Olfen

, 31.03.2019, 10:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der neue Bürgerbus wird zwar schon seit Mitte März eingesetzt, aber am Samstag erhielt das neue Fahrzeug des Bürgerbusvereins Olfen vor dem Vereinslokal „De Paot“ die offizielle Übernahme in den Verkehrsbetrieb. Fahrer und Sponsoren, Vertreter der Parteien, der Verkehrsgesellschaft, der Bezirksregierung und auswärtiger Bürgerbusvereine waren gekommen.

Beeindruckende Zahlen

Mit dem Segen der Kirchen und vielen guten Worten und Wünschen geht die erfolgreiche Geschichte des Bürgerbusses in Olfen weiter. Pfarrer Thorsten Melchert hatte recherchiert und festgestellt, dass bisher mehr als 120.000 Fahrgäste dank des Bürgerbusvereins befördert worden sind. Mehr als die Stadt Recklinghausen Einwohner hat.

Nun sei er gespannt, ob der Verein zum silbernen Jubiläum in 2022 die Einwohnerzahl des Kreises Coesfeld mit rund 220.000 knacken würde. „Das könnten wir schaffen“, ist sich Bürgermeister Wilhelm Sendermann sicher. Er führte an, dass durch den Bürgerbus Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein Stück Lebensqualität zurückgegeben werden kann. Mit dem Olfener System werden sie von zu Hause abgeholt und an einer Bürgerbushaltestelle in der Nähe ihres Ziels abgesetzt. Das habe sich bereits 10.000 Mal bewährt.

Weiterhin gab er bekannt, dass der alte Bus nicht verschwinden soll. „Wir wollen mit einem zweiten Bus die Mobilität erweitern.“ Dafür seien allerdings weitere Fahrer sowie organisatorische Maßnahmen nötig. Neue Strecken gibt es allerdings nicht.

Lob für ehrenamtliche Helfer

Landtagsabgeordneter Dietmar Panske lobte besonders die ehrenamtlichen Helfer, die dieses System möglich machten. Matthias Richter von der Bezirksregierung wies darauf hin, dass die Mobilität im Alltag eine immer wichtigere Rolle spiele. Der Bürgerbus verbinde Menschen dort, wo kein flächendeckender öffentlicher Verkehr möglich sei. „Der Bürgerbus ist ein zuverlässiges Verkehrsmittel und teilweise auch ein Kommunikationsstübchen für Gäste und Fahrer“, sagte er.

Die steigenden Gründungszahlen neuer Bürgerbusvereine seien ein Beweis für den Bedarf an Mobilität. Seit 1997 ist der Bürgerbus Olfen unterwegs, seit 2013 fährt er bedarfsorientiert. Mittlerweile mit seinem vierten Fahrzeug. Dafür war eine Investitionssumme im sechsstelligen Bereich notwendig. „Einen Teil konnten wir selbst erwirtschaften und das nicht zuletzt mithilfe unserer vielen Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft“, berichtet Christoph Kötter, der Vorsitzende des Bürgerbusvereins. Gleichzeitig erwähnte er, dass die Stadt Olfen die Finanzierung und Unterstützung sichert. Die größte Summe finanziert das Land NRW.

Neuer Bürgerbus offiziell eingeweiht, Verein will für noch mehr Mobilität sorgen

Pfarrer Dieter Hogenkamp segnet den neuen Bürgerbus. © Antje Pflips

Das neue Fahrzeug, ein Niederflurbus, hat den Vorteil, dass die Gäste nicht mehr drei Stufen gehen müssen. Nur noch eine Stufe in das Fahrzeuginnere und eine breitere Tür machen den Einstieg für Rollatoren einfacher.

Rollstuhlfahrer können jedoch nicht befördert werden. Befreundete Bürgerbusvereine besichtigten eingehend den neuen Bus. „Wir bekommen auch bald einen neuen“, berichtet Norbert Lütke-Entrup vom Bürgerbusverein Lüdinghausen. Nordkirchen fährt bereits mit einem baugleichen Fahrzeug. Sie fahren nach einem genauen Fahrplan die Haltstellen an. Der Bürgerbusverein Olfen konnte mit seinem bedarfsorientierten Fahren die Fahrgastzahlen erhöhen und gleichzeitig die Kilometerleistung pro Fahrgast reduzieren.

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