Mundschutz selber machen: Olfener Raumausstatterin näht statt Gardinen jetzt Atemschutzmasken

Coronakrise

Seit mehr als 20 Jahren näht die Gerlinde Schulte Gardinen, Kissen und andere schöne Dinge. In der Coronakrise steigt die Olfener Raumausstatterin um, sie hilft anderen Menschen.

Olfen

, 27.03.2020, 14:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gerlinde Schulte näht aktuell Masken, um andere zu unterstützen.

Gerlinde Schulte näht aktuell Masken, um andere zu unterstützen. © Schulte

Die Nachricht von fehlenden Masken bei Pflegediensten oder sogar Palliativzentren hat Gerlinde Schulte zutiefst berührt. Damit nicht genug. Die Raumausstatterin fasste schnell einen Entschluss. „Man kann nicht immer nur reden, man muss auch handeln.“ Gesagt, getan.

Das Projekt „Masken made in Olfen“ konnte beginnen. Wohl wissend, dass diese Masken nicht zu verwechseln sind mit professionellen Masken. Aber immerhin ein Schutz. „Wir haben Stoff, wir haben Maschinen“, nennt Gerlinde Schulte die Ausgangslage beim Olfener Raumausstatter.

Pfeifenputzer erweisen sich als perfektes Material

Bei der weiteren Planung war dann schnell klar, dass noch Material fehlt. Die ersten Versuche startete Gerlinde Schulte mit den Verschlussclipsen, die vielen Gefrierbeutel beiliegen. Schnell stellte sich heraus, dass die Clipse geeignet sind - aber es noch Luft nach oben gibt.

Mit den Pfeifenputzern fand die Raumausstatterin schnell eine Alternative zu den Clipsen. „Der Draht ist gut ummantelt. Er piekst nicht und kann zudem mitgewaschen werden“, berichtet die Olfenerin von ihren Versuchen. Das Urteil lautete deshalb: „Pfeifenputzer sind optimal.“

Olfener Bürger unterstützen die Raumausstatterin bei Aktion

Eine mögliche Alternative dazu ist das Metall aus den sogenannten Heftstreifen, die jeder aus der Ablage kennt. Materialien, die Gerlinde Schulte natürlich nicht in großer Zahl auf Lager hat. Muss sie auch nicht. Die Aktion hat sich schnell herum gesprochen. Menschen, die die Hilfsaktion unterstützen wollen, hängen Tüten mit Hilfsmaterialien einfach an die Ladentür an der Neustraße.

Mittlerweile hat die hilfsbereite Olfenerin bereits die ersten 35 Masken komplett fertiggestellt. „20 habe ich gerade gepackt, um sie zum Palliativzentrum Essen zu verschicken“, berichtet Gerlinde Schulte am Freitagmorgen. Nach Rücksprache mit dem Olfener Pflegedienst Groß hat sie entscheiden, dass die anderen 15 Masken in der Stadt bleiben.

Gerlinde Schulte geht mit Auszubildenden in Serienproduktion

Doch das ist nur der Anfang. In der nächsten Woche geht es in die Serienproduktion. Möglich wird das durch die Auszubildende Lena Orth. „Sie ist sehr engagiert“, sagt Gerlinde Schulte. Gemeinsam wollen die Frauen Maske en masse nähen.

Dabei denken sie sogar an die Optik. Zum Einsatz kommen bunte Stoffe. „Die Masken sollen auch etwas nett aussehen.“ Eingeschränkt sind Gerlinde Schulte und Lena Orth nur bei der Materialwahl. „Es muss 100 Prozent Baumwolle sein, die auch bei mindestens 60 Grad gewaschen werden kann.“

Die Olfenerin hat das alles selbst ausprobiert. Die „Behelfsmasken“ haben den Test perfekt überstanden. Ein Beispiel dafür, dass die Bürger in der Steverstadt in schwerer Zeit zusammenrücken.

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