Mit dem geliehenen Auto ins Zillertal

OLFEN Noch heute erinnern sich Maria und Josef Heitmann gern an ihre ersten große Tour in die Alpen. In der RN-Serie "Unser erster Urlaub" schildern sie ihre abenteuerlichen Erlebnisse.

von Von Antje Pflips

, 03.07.2008, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Maria und Josef Heitmann (der das Bild schoss) und die beiden Kinder Friedhelm und Jutta genossen die Zillertaler Berge.

Maria und Josef Heitmann (der das Bild schoss) und die beiden Kinder Friedhelm und Jutta genossen die Zillertaler Berge.

„Da haben wir uns erst einmal ein Fernglas gekauft,“ erzählt Josef Heitmann, denn der erste Familienurlaub sollte nach Finkenberg ins Zillertal (Österreich) gehen. 1961 machte sich die vierköpfige Familie mit dem Auto auf, die Berge zu erobern.

Maria und Josef Heitmann mit ihren damals sechs und vier Jahre alten Kindern Friedhelm und Jutta packten also ihre Koffer für das große Abenteuer. „Der Wagen war geliehen, wir hatten ja gebaut, und das Geld war knapp,“ erinnert sich Josef Heitmann.

Zweitägige Anreise

Auf der zweitägigen Hinreise machten sie in München halt. Sie besichtigten die Stadt „auf eigene Faust“ und übernachteten in einer Privatunterkunft. Am nächsten Tag ging es am Tegernsee und Achensee vorbei, weiter ins Zillertal. „Die Straßen waren damals so eng, dass in Abständen Ausweichbuchten gebaut waren. Das war für uns ganz ungewohnt“.

Der „Gasthof zum Krapfen“ in Finkenberg entpuppte sich als gutbürgerlich mit einer deftigen Küche. „Aus ganz Deutschland waren Gäste dort,“ erzählt Maria Heitmann, „wir waren wie eine große Familie“. Schnell fanden die Kinder Spielkameraden.

Erinnerung an Knödel

Bei Vollpension traf man sich regelmäßig zu den drei Mahlzeiten. An die großen Portionen mit reichlich Knödeln und viel Fleisch erinnern sich beide noch sehr gut. „Im Stall nebenan wurde noch geschlachtet. Deswegen gab es reichlich Fleisch, aber wenig Gemüse“.

Für 95 Schilling pro Person wohnte die Familie auf zwei Zimmern. Eine Waschgelegenheit befand sich darin, Badezimmer und sanitäre Anlagen lagen auf dem Flur. Ausflüge und Wanderungen hat die vierköpfige Familie gemacht und das Panorama der Alpen genossen. Zum Schluss gab es für die Kinder immer ein Eis.

Heitmanns kehrten 14-mal zurück

 „Sonntags sind wir über die Almwiese zur Kirche gelaufen. Danach wurde ein Platzkonzert veranstaltet. Pünktlich zum Mittagessen mussten wir aber wieder in unserem Gasthof sein“, so Maria Heitmann und weiter: „Ich mochte am liebsten die grünen Matten, die sich entlang der Hänge ausbreiteten“.

Für die Kinder waren Schluchten und Bäche interessant. „Wir waren in unserem ersten Urlaub rundum zufrieden und glücklich, es gab keine Unfälle und die Rückfahrt verlief auch reibungslos,“ resümiert Josef Heitmann. Es hat den Eheleuten so gut gefallen, dass sie 14 weitere Urlaubsfahrten ins Zillertal unternahmen.

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