Marode Lippebrücke Ahsen: Jetzt rückt großes Gerät an

Lippebrücke Ahsen

Seit April 2018 ist die Lippebrücke bei Ahsen gesperrt. Sie ist marode und wird neu gebaut. Pendler müssen große Umwege fahren und warten, dass gehandelt wird. Jetzt tut sich was.

Olfen

, 29.01.2021, 14:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
An der gesperrten Lippebrücke Ahsen beginnen jetzt Vorarbeiten zum Neubau.

An der gesperrten Lippebrücke Ahsen beginnen jetzt Vorarbeiten zum Neubau. © Thomas Aschwer (Archiv)

Die Lippebrücke zwischen Datteln-Ahsen und Olfen liegt in einem besonders schützenswerten Gebiet. Darum gelten für die Arbeiten für den Abriss der maroden und den Bau der künftigen Brücke auch besondere Anforderungen, um Pflanzen und Tiere möglichst wenig zu beeinträchtigen. Das teilt der Kreis Recklinghausen mit

Entsprechend sensibel und umfangreich seien die gutachterlichen Vorarbeiten im Rahmen der Planungen zum Abriss und Neubau der Brücke gewesen. „Über ein Jahr lang wurden die wildlebenden Tierarten vor Ort gesichtet und vorhandene Baumhöhlen umfänglich kartiert“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung.

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Um im Schutzzeitraum vom 1. März bis 30. September die dort vorkommenden Arten nicht zu stören, werden bereits ab Anfang Februar im künftigen Baufeld Gehölzbestände zurückgeschnitten und teilweise entfernt, führt der Kreis aus. Ein durch den Kreis Recklinghausen beauftragtes Unternehmen werde die Arbeiten sowohl auf Olfener als auch auf Ahsener Seite durchführen. Um die Dauer der Arbeiten und somit auch die Beeinträchtigung der Anwohner so kurz wie möglich zu halten, werden Großgeräte für die Arbeiten eingesetzt. Je nach Witterung werde diese Maßnahme bis zu zwei Wochen dauern.

Konzept der Naturschutzbehörden

Im Mai 2019 hatten die Unteren Naturschutzbehörden der beiden Kreise Coesfeld und Recklinghausen mit der Höheren Naturschutzbehörde der Bezirksregierung Münster ein gemeinsames Konzept erstellt. Darin ist laut Kreis Recklinghausen festgelegt, dass so wenig wie möglich, aber doch so viel wie nötig geschnitten und entfernt wird, damit der Zeitplan bis zur Fertigstellung der neuen Brücke nicht in Gefahr gerät. Die freizuschneidenden Bereiche seien in gemeinschaftlichen Terminen mit den Naturschutzbehörden und dem Gutachterbüro genau festgelegt und exakt vermessen worden.

Der hierfür erforderliche Maßnahmenkatalog wurde durch das Büro Landschaft + Siedlung AG aus Recklinghausen erarbeitet. Das Unternehmen ist laut Pressemitteilung sehr erfahren in der Abwicklung derartiger Verfahren und wird demnach als Ökologische Baubegleitung (ÖBB) auch bei der Umsetzung der Maßnahmen im Februar vor Ort sein.

Die beiden zuständigen Unteren Naturschutzbehörden in Coesfeld und Recklinghausen haben die jeweiligen Naturschutzbeiräte in den Kreisen im Vorfeld eingebunden, so dass auch der formale Weg für die präventiven Artenschutzmaßnahmen mit Rückschnitt- und Rodungsmaßnahmen eingehalten ist.

Der eigentliche Neubau der Lippebrücke Ahsen soll laut dem aktuellen Zeitplan des Kreises Recklinghausen in diesem Sommer beginnen und Mitte November 2022 abgeschlossen sein.

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