Marc Henrichmann nennt keinen Favoriten für den CDU-Bundesvorsitz

Merkel-Nachfolger

Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn wollen die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende antreten. Welche Meinung hat Marc Henrichmann?

Olfen, Nordkirchen

, 29.11.2018, 14:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marc Henrichmann nennt keinen Favoriten für den CDU-Bundesvorsitz

Bundestagskandidat Marc Henrichmann © die-marquardts.com

Marc Henrichmann ist Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Coesfeld und direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages - also nah am Zentrum der politischen Macht. Im Gespräch mit dieser Zeitung äußerte sich Henrichmann zur anstehenden Veränderung im CDU-Bundesvorsitz:

Wie lange kennen Sie die drei Bewerber um den CDU-Vorsitz persönlich?

Annegret Kramp-Karrenbauer treffe ich darüber regelmäßig bei unseren Fraktionssitzungen und verschiedenen Veranstaltungen. Jens Spahn kenne ich als Münsterlandkollegen und Vorsitzenden des CDU-Nachbarkreises Borken schon länger persönlich. Friedrich Merz kannte ich aufgrund seiner zwölfjährigen „Politikpause“ bislang nicht persönlich.

Welche Stärken und vielleicht Schwächen haben Sie bei den drei Bewerbern ausgemacht?

Alle drei Kandidaten haben unterschiedliche Schwerpunkte. Annegret Kramp-Karrenbauer macht als Generalsekretärin einen herausragenden Job. Sie hat im Saarland bewiesen, dass sie Wahlen gewinnen kann – mit einem Ergebnis über der 40-Prozent-Marke. Jens Spahn kümmert sich als Gesundheitsminister sehr engagiert und mit viel Fachwissen um zentrale Fragen, die die Menschen beschäftigen, wie zum Beispiel Pflege und Zukunft der Gesundheit. Friedrich Merz ist nicht nur ausgewiesener Finanz- und Steuerexperte, sondern auch rhetorisch sehr stark.

Was muss der Nachfolger/die Nachfolgerin besser machen als Angela Merkel?

Angela Merkel übergibt eine gut aufgestellte Partei, wie schon die drei sehr guten Kandidaten für ihre Nachfolge belegen – dafür wären andere Parteien sicher dankbar. Wichtig ist nun, dass die drei Flügel der CDU – der soziale, der wirtschaftsliberale und der konservative – eine gleichermaßen wichtige Rolle spielen. Denn genau das hat die CDU immer stark gemacht. Was wir aber auch brauchen, ist eine noch bessere Debattenkultur. Ziel als Volkspartei muss sein, alle demokratischen Strömungen einzubinden und so die derzeitige Spaltung der Gesellschaft zu überwinden. Dafür ist es auch unverzichtbar, wieder optimistischer in die Zukunft zu blicken und uns auf unsere Stärken zu besinnen. Wir sollten unser Land nicht kleinreden.

In welchem Punkt ist und war Angela Merkel besonders stark und ist damit Vorbild für den oder die neue Vorsitzende(n)?

Eine von Angela Merkels prägenden Eigenschaften ist, dass sie die Dinge vom Ende her denkt. Als Physikerin zerlegt sie Probleme förmlich in ihre Einzelteile und löst sie systematisch. Damit hat sie Deutschland durch die Euro-, die Schulden- und die Migrationskrise geführt. Es ist auch ihr Verdienst, dass Deutschland gestärkt aus diesen Krisen herausgekommen ist. Vom „kranken Mann Europas“ 2005 wurden wir zum Wachstumsmotor. Nie haben mehr Menschen Arbeit gehabt, nie waren weniger Menschen ohne Arbeit. Nie wurde mehr in Bildung, Forschung und Infrastruktur investiert. Und das alles ohne neue Schulden und Steuererhöhungen.

Haben Sie sich bereits persönlich für einen Bewerber entschieden und was sind Ihre Gründe für die Entscheidung?

Erstmal stehen noch die Regionalkonferenzen aus. Gewählt wird am 7. Dezember. in Hamburg. Bei der Entscheidung über den Bundesvorsitz geht es nicht in erster Linie um Personen, sondern um Inhalte. Die CDU ist ganz klar die Partei der Mitte. Wir brauchen deshalb als Führungspersönlichkeit eine integrierende Kraft, die alle Flügel der Union repräsentieren kann und den Flügen auch eine gewisse Beinfreiheit gewährt.

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