Das Ordnungsamt wird in Olfen trotz strengerer Regeln vorerst keine zusätzlichen Anstrengungen unternehmen. © Weitzel (A)
Corona-Maßnahmen

Lockdown und 15-Kilometer-Radius: Gelassenheit im Rathaus Olfen

Während der Kreis Coesfeld noch deutlich von einer Inzidenz über 200 entfernt ist, gibt es in direkter Nachbarschaft bereits Einschränkungen. Wie bereitet sich Olfen auf einen Ernstfall vor?

Jenseits der Lippe ist alles anders: Die Corona-Situation stellt sich in Olfen relativ entspannt dar, genau wie im restlichen Kreis Coesfeld. Doch überquert man die Brücke nach Süden, befindet man sich im Kreis Recklinghausen – und dort gilt aufgrund einer Inzidenz (Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) von mehr als 200 eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit: Die Menschen dürfen sich nur noch maximal 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen.

Ein Schicksal, das Olfen Stand jetzt nicht droht – aber auf das man sich im Rathaus trotzdem vorbereitet. „Sofern der Inzidenzwert dauerhaft über 200 liegen sollte, käme auch eine Aufnahme in die Coronaregionalverordnung durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Betracht“, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion. Diese Regionalverordnung sieht unter anderem die Beschränkung auf den 15-Kilometer-Radius vor.

Unabhängig davon hatte das Land NRW Anfang Januar den bestehenden Lockdown verschärft. So gelten unter anderem Kontaktbeschränkungen, Treffen sind nur noch mit maximal einer Person eines anderen Haushalts erlaubt. Die strengeren Maßnahmen sieht man im Olfener Rathaus jedoch gelassen: „Bei den bislang durchgeführten Kontrollen wurde ein hohes Maß an Selbstdisziplin in der Olfener Bevölkerung festgestellt“, sagt Stadtsprecherin Astrid Diekerhoff.

Mindestabstand auf dem Spielplatz

Entsprechend könne das Ordnungsamt so weiterarbeiten wie bisher: „Hier sind zunächst keine Änderungen beziehungsweise Intensivierungen beabsichtigt.“

Besonders beliebt sind derzeit Spielplätze: Da Schulen und Kitas geschlossen sind, nutzen viele Familien eine der wenigen Chancen auf Freizeitaktivitäten an der frischen Luft. Das kann auch im strengeren Lockwdown so bleiben, wie Astrid Diekerhoff bestätigt: „Die Regelung zum Zusammentreffen von Personen eines Hausstandes mit höchstens einer Person aus einem anderen Hausstand, die von zu betreuenden Kindern aus ihrem Hausstand begleitet werden kann, bezieht sich auf die Unterschreitung des Mindestabstandes.“ Insofern seien die Begleitung und Beaufsichtigung minderjähriger Kinder durch Erwachsene mit einer Alltagsmaske und unter Einhaltung des Mindestabstandes auf Spielplätzen zulässig. „Kinder bis zum Schuleintritt dürfen auf einem Spielplatz weiterhin ohne Mindestabstand und Alltagsmaske miteinander spielen.“

Sollte die Situation im Kreis Coesfeld kippen, wird es allerdings keine Alleingänge der Stadt Olfen geben: „Die Anordnung weiterer Schutzmaßnahmen erfolgt zwingend im Einvernehmen mit dem Ministerium.“ An dessen Maßnahmenkatalog würde sich Olfen bei einem Inzidenzwert über 200 orientieren.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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