Kontaktverbot wegen Corona-Krise: Gibt es in Supermärkten in Olfen Einlasskontrollen?

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Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann hatte es angekündigt: Die Einhaltung der Auflagen zum Kontaktverbot in Corona-Zeiten steht im Fokus. Gibt es schon Einlasskontrollen in Supermärkten?

Olfen

, 24.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dienstag, 24. März: Der zweite Tag, an dem der NRW-Erlass zum Kontaktverbot in Kraft ist. Schon am Montag, dem ersten Tag, hatte das Ordnungsamt vor allem Supermärkte, Discounter und andere Verkaufsstellen kontrolliert. Ob in diesen Coronazeiten alles zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter getan wird, wollten die städtischen Mitarbeiter wissen. Überwiegend sei alles in Ordnung gewesen, teilte Bürgermeister Wilhelm Sendermann im Gespräch mit der Redaktion mit. Doch in Einzelfällen sei die Kundenfrequenz, gemessen an der Größe des Geschäfts, zu hoch gewesen und damit steige die Gefahr, dass Abstände nicht einzuhalten seien. Innerhalb einer kurzen Frist, so sagte der Bürgermeister, haben die Geschäfte Abhilfe zu schaffen.

Personal am Eingang, das den Einlass reglementiert (ein Kunde raus, erst dann der nächste Kunde rein), sei ein Mittel. Wenn nötig solle ein Sicherheitsdienst die Geschäfte bei der Einlasskontrolle unterstützen. Wir haben uns in der Stadt umgeschaut und recherchiert, ob es bereits Einlasskontrollen gibt und welche Maßnahmen die Geschäfte noch ergriffen haben.

Noch keine Einlasskontrollen

Einlasskontrollen, das hat die Recherche ergeben, gibt es nicht. Noch nicht? Bürgermeister Sendermann hatte kein Geschäft namentlich erwähnt, auf das die städtischen Forderungen zutreffen. Vielleicht kommen Kontrollen ja noch. Es ist ja auch erst der zweite Tag des Kontaktverbot-Erlasses.

Schilder an den Eingängen weisen darauf hin, genügend Abstand zu halten

Schilder an den Eingängen weisen darauf hin, genügend Abstand zu halten © Arndt Brede

Aber ganz untätig waren die Geschäfte bisher nicht. Maßnahmen zur besseren Einhaltung des Abstands zwischen den Menschen und damit zur Unterbrechung von möglichen Infektionsketten: Abstandsmarkierungen auf dem Boden vor den Kassen und in den Gängen; Hinweisschilder auf einen gebotenen Abstand. Die Mindestabstände, die die Geschäfte fordern, variieren zwischen eineinhalb und zwei Metern. Hier und da tragen Kassiererinnen Handschuhe.

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Was auffällt: Die Kunden halten von sich aus schon Abstand voneinander. Und: Mitarbeiterinnen der Geschäfte desinfizieren stark frequentierte Bereiche recht häufig.

Noch in dieser Woche erhalten die Geschäfte, die von der Stadt aufgefordert wurden, Maßnahmen zu ergreifen, ganz sicher nochmal Besuch des Ordnungsamts. „Wir werden die Auflagen konsequent kontrollieren“, hat Bürgermeister Wilhelm Sendermann gesagt. Und Zuwiderhandlungen werden sanktioniert: „Notfalls schließen wir den Laden.“

„Einlasskontrollen gut, um Kontakte zu minimieren“

Und wie kommen die Ankündigungen der Stadt, besonders die Forderung nach Einlasskontrollen, bei den Bürgern an? „Ich halte eine ganze Menge von Einlasskontrollen“, sagt ein Olfener im Gespräch mit der Redaktion. „Ich finde sie gut. Wir müssen alle versuchen, unsere Kontakte möglichst zu minimieren und auf das Notwendigste runter zu fahren. Wenn ich beispielsweise weiß, dass ich in den nächsten Tagen zwei Brote brauche, kann ich heute zwei Brote kaufen. Dann muss ich nicht heute eins kaufen und übermorgen wieder eins. Wir sind fast alle ausgerüstet mit Gefriertruhen und Kühlschränken. Deshalb müssen wir nicht jeden Tag zum Einkaufen gehen.“

Bei den möglichen Einlasskontrollen gehe es nicht nur um den Schutz der Kunden, sondern auch um den Schutz der Mitarbeiter in den Geschäften. „Ich finde übrigens gut, dass jetzt Berufsgruppen in den Fokus der Dankbarkeit geraten, die früher für selbstverständlich betrachtet wurden. Sie machen einen tollen und schwierigen Job “, sagt der Olfener.

Es ist zwar weniger los auf den Olfener Straßen, aber der eine oder andere Supermarkt-Parkplatz ist doch gut belegt.

Es ist zwar weniger los auf den Olfener Straßen, aber der eine oder andere Supermarkt-Parkplatz ist doch gut belegt. © Arndt Brede

Würde er sich auch in einer Schlange anstellen, falls Einlasskontrollen dazu führen? „Erstmal würde ich versuchen, dann einzukaufen, wenn nicht so viel los ist. Wann das ist, weiß man eigentlich, wenn man regelmäßig einkauft. Aber falls nötig, stelle ich mich auch in einer Schlange an. Das habe ich ja früher auch getan, wenn ich samstags oder sonntags Brötchen kaufen wollte.“

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