Kolpingsfamilie nennt Gründe für die Einstellung des Babysitter-Dienstes

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Junge Eltern müssen künftig auf eine bewährte Unterstützung in Olfen verzichten: Die Kolpingsfamilie stellt ab sofort ihren Babysitterdienst ein. Nicht ganz freiwillig.

Olfen

, 09.10.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die Kolpingsfamilie vor 26 Jahren den Babysitterdienst ins Leben rief, landeten die Verantwortlichen direkt einen „Volltreffer“. Junge Familien kamen leicht an gut ausgebildete und zudem verlässliche Babysitter. Und sie hatten ein gutes Gefühl dabei.

Die Mädchen gingen mit Spaß und Freude an die Sache und verdienten sich nebenbei etwas Taschengeld. „Ich habe so meinen Rollerführerschein finanziert“, sagt Claudia Sander. Sie gehört zu den ersten Olfener Babysittern. Vor einigen Jahren hat sie innerhalb der Kolpingsfamilie die Verantwortung für das Angebot übernommen.

Die letzte Vermittlung liegt bereits rund eineinhalb Jahre zurück

Jetzt musste sie mit dem Vereins-Vorstand eine schwere Entscheidung treffen. Nach reiflicher Überlegung stellt die Kolpingsfamilie Olfen den Dienst ab sofort ein. „Es liegt nicht daran, dass wir keine Babysitter mehr haben. Es gibt keine Nachfrage von Eltern mehr“, sagt Claudia Sander.

Kolpingsfamilie nennt Gründe für die Einstellung des Babysitter-Dienstes

Claudia Sander bedauert sehr das Ende des Babysitterdienstes in Olfen. © Foto: Jessica Bader

In ihren Worten schwingt Wehmut mit. „Ich finde es sehr schade, dass wir das Angebot einstellen müssen. Aber die letzte Vermittlung liege bereits rund eineinhalb Jahre zurück. Über die Gründe könne sie nur spekulieren.

„Das Vertrauen zu fremden Babysittern scheint bei jungen Familien nicht mehr so gegeben zu sein.“ Anlass dafür hat es in Olfen allerdings nie gegeben. Im Gegenteil. In den vielen Jahren gab es positive Rückmeldungen über das Engagement und die Zuverlässigkeit.

Kinderärztin gab künftigen Babysittern vielfältige Tipps

Ein unschätzbarer Vorteil für Babysitter und Eltern war dabei der Weitblick der Kolpingsfamilie bei der Organisation des Dienstes. Der Verein hat bis zum heutigen Tag für die Babysitter eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Eine Sicherheit für Eltern und Jugendliche.

Zudem organisierte die Kolpingfamilie meist im Herbst einen Kurs für künftige Babysitter. Immer wieder gab dabei Kinderärztin Dr. Helga Reinhold den Teilnehmern wichtige Tipps. In der Regel Mädchen. Claudia Sander kann sich nur an einen Jungen erinnern, der an einem Kurs teilgenommen hat.

Verantwortliche ziehen jetzt einen Schlussstrich

Noch im vergangenen Jahr hat die Kolpingsfamilie neue Babysitter ausgebildet. Doch jetzt ziehen die Verantwortlichen einen Schlussstrich. Trotz aktueller Anfragen von Jugendlichen gibt es keinen Kurs mehr und ab sofort auch keine Vermittlung mehr.

Bleibt die Frage, wie aktuell Kinder betreut werden - wenn die Eltern nicht zu Hause sind. „Es sind vor allem Großeltern und andere Verwandte, die die Aufgaben übernehmen - auf jeden Fall Menschen, die persönlich bekannt sind“, sagt Claudia Sander. So viel Verständnis sie für diese Entscheidungen hat, bedauert sie die Konsequenz. „Schade“ findet sie das Ende des Dienstes.

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