Kein Gummigranulat mehr auf Kunstrasenplätzen? Das halten Olfens Vereine von den EU-Plänen

dzKunstrasenplätze

Der Plan der EU, Gummi-Granulat auf Kunstrasenplätzen zu verbieten, schlug hohe Wellen. Nun gab die Landesregierung NRW Entwarnung. Aber auch in Olfens Sportvereinen wurde darüber diskutiert.

Olfen, Vinnum

, 27.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Debatte um ein mögliches Verbot von Gummi-Granulat auf Kunstrasenplätzen löste bei vielen Sportvereinen für Verunsicherung und Diskussionen aus - auch bei Westfalia Vinnum und dem SuS Olfen. Doch nun gab die Landesregierung Nordrhein-Westfalen Entwarung.

Ein Verbot von bestehenden Kunstrasenplätzen sei durch die Europäische Chemikalienagentur und die Europäische Kommission nicht geplant, teilte die Landesregierung am Donnerstag mit.

Drei Kunstrasenplätze in Olfen

Ein mögliches Verbot des Einstreugranulats betreffe nur die Zukunft und würde nicht bedeuten, dass bestehende Kunstrasenplätze sofort erneuert oder stillgelegt werden müssten.

Drei Kunstrasenplätze gibt es aktuell in Olfen. Auf dem Gelände des SuS Olfen wurden die Plätze 2010 und 2015 gebaut, in Vinnum 2010. Die Resonanz sei bislang immer positiv gewesen, sagte Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Er setze darauf, „absehbar eine umweltfreundlichere Lösung zu finden“.

Kunstrasen muss alle 12 bis 15 Jahre ausgetauscht werden

Gespräche zwischen den Vereinen und der Stadt habe es bislang noch nicht gegeben, sagte Werner Sander, Abteilungsleiter Fußball des SuS Olfen, noch bevor es von der Landesregierung NRW Entwarnung gab. Er sah die aktuelle Diskussion auch da schon „relativ entspannt“.

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Doch wenn es tatsächlich eine Gesundheitsgefährdung aufgrund des Gummigranulats gibt, sei es ihm wichtig, das Problem direkt zu beheben. „Wir wollen unsere Fußballer nicht einer Gesundheitsgefährdung aussetzen“, erklärte er. Ein möglicher Austausch des Granulats würde sich aber wahrscheinlich sowieso schwierig erweisen, vermutete Wilhelm Sendermann.

Kein Gummigranulat mehr auf Kunstrasenplätzen? Das halten Olfens Vereine von den EU-Plänen

Auch Westfalia Vinnum wäre von den EU-Plänen betroffen. Giuliano Buccini (r.) und sein Team spielen aktuell noch auf einem Kunstrasen mit Gummigranulat. © Timo Janisch

Das liege daran, dass „auch die Faserlängen des Kunststoffrasens darauf abgestellt wurden“, sagte er. Seines Erachtens mache eine Umstellung auch nur dann Sinn, „wenn der Austausch des Kunstrasens ansteht“. Der Austausch soll etwa alle 12 bis 15 Jahre stattfinden.

Offen für ein Verbot, wenn Gefährdung nachgewiesen wird

„Das ist der absolute Wahnsinn“, sagte Kunibert Gerij, Vorsitzender von Westfalia Vinnum. „Sollen jetzt die Kunstrasenplätze aller Vereine geschlossen werden?“, fragte er, als noch nicht feststand, wer alles von einem möglichen Verbot betroffen sein würde. Er hielt die Pläne der EU für „etwas überzogen“.

Sollte sich aber herausstellen, dass das Granulat tatsächlich in gesundheitsgefährdenden Mengen im Grundwasser landen kann, sei auch er offen für ein Verbot. „Wenn es sinnvoll ist, dann ja.“ Doch das müsse eben erst mal nachgewiesen werden.

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