Giusi Conti ist seit vier Monaten im Juzo Olfen Ansprechpartnerin für die Jugendlichen. Gerade auch in der Corona-Pandemie will sie attraktive Angebote machen. © Conti
Sozialarbeit

Kampf gegen Langeweile und mehr – JuZo Olfen ist in der Krise gefragt

Bei vielen Jugendlichen ist die große Langeweile ausgebrochen - kein Wunder angesichts der aktuellen Einschränkungen. Doch nicht alle Angebote sind eingestellt worden, das JuZo ist aktiv.

Pokern, Spaziergänge, Sport, gemeinsam kochen und weitere Dinge stehen im Januar auf dem Wochenplan des Jugendzentrums Olfen (JuZo). Wie das gehen soll in Zeiten eines harten Lockdowns und der damit verbundenen Einschränkungen? Viele Dinge finden online statt. Aber nicht alle. Es scheint vor allem eine Frage der Kreativität zu sein.

Seit rund vier Monaten arbeitet Giusi Conti (33) im JuZo, seit drei Monaten wohnt sie auch in der Stadt. In Teilen zumindest eine glückliche Fügung für die Jugendlichen in der Stadt. Die Sozialarbeiterin Giusi Conti kann ihnen besondere Angebote unterbreiten wie „Get your Food-Box“. Außer etwas Zeit müssen die Teilnehmer nicht viel mitbringen. Auf jeden Fall die Möglichkeit, die Küche am frühen Donnerstagabend nutzten zu können. Die meiste Arbeit hat Giusi Conti.

„An der Haustür ins Gespräch kommen“

Nach der Absprache über das Menü der Woche ermittelt sie die Zahl der Teilnehmer. Dabei muss es sich nicht unbedingt um Jugendliche handeln, auch die anderen Mitglieder der Familie können mitmachen. Dann kauft die Sozialarbeiterin ein – und liefert die Zutaten entsprechend der Nachfrage bei den Familien ab. Natürlich Corona-konform. „Aber auch an der Haustür kann man ins Gespräch kommen“, sagt die Sozialarbeiterin. Ihr ist es ein großes Anliegen, soziale Kontakte zu ermöglichen.

Wenn Giusi Conti ihre Runde beendet hat, stellt sie sich an den eigenen Herd. Über die Plattform Zoom schalten sich dann alle Kochbegeisterten zusammen. Dabei geht es nicht nur um die einzelnen Koch-Schritte, verschiedenste Themen besprechen die Teilnehmer. „Das Konzept kommt bei den Jugendlichen gut an“, sagt Giusi Conti. Offensichtlich ist es eine gute Möglichkeit, die Langeweile im Lockdown zu vertreiben.

Sozialarbeiterin will in der Pandemie im Gespräch bleiben

Doch die Corona-Pandemie macht offensichtlich noch viel mehr mit vielen Menschen. Gerade auch mit Jugendlichen, die aktuell nicht in die Schule gehen, sich nicht mit mehreren Freunden treffen können oder einfach mal eine Runde Fußball spielen dürfen. Viele WhatsApp-Nachrichten gehen täglich auf dem Handy der Sozialarbeiterin ein. Dabei gehe es auch um viele persönliche Dinge, sagt Giusi Conti – und schweigt.

Die Niederländerin, die „der Liebe wegen nach Deutschland gekommen und dann wegen der Arbeit geblieben ist“, registriert aktuell einen großen Gesprächsbedarf. Stark gefragt ist deshalb das JuZo-Angebot „Walk to talk“. Dabei unternimmt die Sozialarbeiterin einen Spaziergang mit einer oder einem Jugendlichen, „quatscht über dies und das“ und gibt zugleich wertvolle Tipps. „Ich finde es wichtig, mit ihnen in Kontakt zu bleiben“, sagt Giusi Conti. Ein Wunsch in der Coronakrise, der offensichtlich auf Gegenseitigkeit beruht.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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