Kadaver in Tonne: Das sagt Olfens Ortslandwirt

Ärger um tote Schweine

Direkt an einem Radweg steht in Olfen eine sogenannte Kadavertonne - in der bewahren Landwirte verendete Schweine bis zu Abholung auf. Bei Spaziergängern hatte das für Ekel und Unverständnis gesorgt. Dafür hat der Olfener Ortslandwirt zwar Verständnis, er setzt sich aber auch für seine Kollegen ein.

OLFEN

, 05.10.2017, 16:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kadaver in Tonne: Das sagt Olfens Ortslandwirt

Der Container des Anstoßes: Hier werden tote Schweine aufbewahrt.

Eine offene Kadavertonne am Wegrand hat für dicke Luft gesorgt: Spaziergänger hatten sich darüber beschwert, dass die Tonne, in der Landwirte die Kadaver verendeter Schweine bis zur Abholung aufbewahren, direkt an einem Radwanderweg aufgestellt worden war.

Ortslandwirt Bernhard Brüse vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband war am Dienstag noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Am Donnerstag bestätigte er dann die Aussagen von Christoph Hüsing, dem Pressesprecher des Kreises Coesfeld: „Der Kadaverwagen soll nicht auf den Hof fahren, weil er eventuell andere Krankheiten mitbringen kann“, erklärte der 61-Jährige. 

„Der Kontakt könnte theoretisch zu Übertragungen von einem landwirtschaftlichen Betrieb zum anderen führen.“ Deshalb, so Brüse, stellten die Landwirte diese Container nicht direkt auf dem Hofgelände ab.

Verständnis für Beschwerden der Spaziergänger

Auf die Beschwerden der Spaziergänger angesprochen, zeigt der Olfener Landwirt durchaus Verständnis: „Der Container, von dem die Rede ist, steht ein bisschen weit vom Hof weg, das muss ich zugeben“, sagt auch Brüse. „Und warum der Deckel nicht drauf lag, das weiß ich auch nicht.“

Denn eigentlich muss so ein Container verschlossen sein – gerade auch wegen der Ansteckungsgefahr. Es könne sein, so vermutet er, dass der Deckel bei der letzten Abholung der verendeten Tiere abgerutscht und heruntergefallen sei.

Aber auch für die Landwirte, die diese Container nun einmal aufstellen müssen, setzt sich Brüse ein: „Eigentlich ist die Straße zur Schafsbrücke ein Privatweg, auch wenn man das auf den ersten Blick so nicht erkennen kann. Den hat der Landwirt für Radfahrer freigegeben“, bemerkt er. Viele landwirtschaftliche Privatwege würden auf diese Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Einige Landwirte hatten sich verärgert über die Berichterstattung geäußert.

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt